GfK-Studien: Erst Konsumrausch jetzt lähmender Stress?

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Auf das deutsche Konsumklima wirken offenbar zwei unterschiedliche Kräfte gegeneinander ein. Stress und Hektik scheinen die Konsumlaune in Deutschland zu lähmen, aber die Europäische Zentralbank wirke mit ihrer Geldpolitik kräftig dagegen. So könnten zumindest zwei inhaltlich gegensätzliche GfK-Studien gedeutet werden.

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GfK-Studien: Nebulös? Konsumrausch oder lähmender Zeitdruck?

EZB vs. Stress: Die deutschen Konsumenten in zwei Welten

Offenbar geht durch Deutschlands Konsumenten ein tiefer Riss. Vor wenigen Tagen will das Marktforschungsunternehmen GfK einen deutlichen Aufschwung bei der Konsumlaune festgestellt haben, der durch die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) verursacht worden sein soll. Das niedrige Zinsniveau vergraule die Sparer, „heizte“ aber die Konsumenten ein. Lieber das Geld ausgeben, als es durch Mickrig-Zinsen zu verbraten, so die Schlussfolgerung von GfK.

Die Stimmung der Konsumenten sei besser geworden und habe inzwischen einen neuen Höchststand der letzten drei Jahre erklommen.

Wie der Stimmungszuwachs aufgrund der Leitzinssenkung von 0,25 auf 0,15% motiviert worden sein soll, hielt jedoch GfK offen. Es scheint sich um ein ganz besonders „ausgefeiltes“ Meß-System zu handeln, da die Daten für den vergangenen Juni (z.B. aus dem Einzelhandel) zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht zur Verfügung standen. Darüber hinaus müsste sich der beschwingte Konsum um eine Präventivmaßnahme der Konsumenten gehandelt haben, denn die Leitzinssenkung Anfang Juni führte bestenfalls zu statistischen Renditeabsenkungen. Reale Zinssenkungen für Sparanlagen fallen mit Verzögerung.

Kaufrausch-Konsumenten contra gestresste Shopping-Verweigerer

Mit einer neuen Studie manövrierte sich GfK offenbar selbst in eine Sackgasse. Die Konsumenten durchliefen wegen den Niedrigzinsen zwar einen Konsumrausch, aber die aktuelle Studie beschreibt gestresste Deutsche, die vor lauter Zeitdruck kaum mehr zum Einkaufen kämen. Das Einkaufsverhalten habe sich bereits nachhaltig verändert, so das Marktforschungsinstitut lt. focus.de (Donnerstag). Demnach lebten die Menschen in fast einem Drittel aller Haushalte unter Zeitdruck. Die Anzahl der unter Stress lebenden Menschen habe in den letzten zwei Jahren um 12 Prozent zugenommen.

Die Konsumenten sehen lt. der Studie das größte Einsparpotenzial für Zeit im Haushalt oder beim Einkauf. Haushalte unter hohem Stress-Druck gingen im vergangenen Jahr nur 220 Mal einkaufen. Menschen in „entspannten Haushalten“ waren 236 Mal auf Shopping-Tour.

Statistiker des GfK sehen im Unterschied von „16 Einkäufen“ auf alle Einkaufstage bezogen einen beinahe kompletten Einkaufsmonat.

Offenbar handelt es sich in Deutschland um zwei unterschiedliche Gruppen von Konsumenten. Die „Gestressten“ mit einer zurückhaltenden Einkaufslaune und die „Entspannten“ in einem gegenwärtigen Kaufrausch.





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