George Soros zu Deutschland: Entweder Eurobonds oder Euro verlassen

Euroaustritt Deutschland-


Sollte sich Deutschland verweigern die Eurobonds einzuführen und die Schulden Europas zu verallgemeinern, wäre es besser die Euro-Zone zu verlassen. Investoren-Legende George Soros hält die Politik Berlins für eine Gefahr zum Fortbestand des gesamten Europas.

„Euro-Länder hätten ohne Deutschland Vorteile“

George Soros
George Soros - Die Investoren-Legende

Entweder Bonds oder raus aus dem Euro. Investoren-Legende George Soros forderte indirekt Deutschland dazu auf, sich als Mitgliedsland der Eurozone für eines der beiden Wege zu entscheiden. In einem Vortrag in der Goethe-Universität Frankfurt sprach der Hedgefondsmanager und Multi-Milliardär von der einzigen Möglichkeit, die Staatsschuldenkrise in Europa zu lösen, in dem Eurobonds eingeführt werden

Letztendlich könnte die Politik Deutschlands, die sich gegen die gemeinschaftliche Haftung ausspricht, die Europäische Union zerstören. Aus diesem Grund müssten Eurobonds notfalls auch ohne Deutschland eingeführt werden.

Darüber hinaus kritisierte Soros den Führungsstil Deutschlands. Die Bundesregierung „sitzt im Fahrersitz“, unabhängig davon ob es gewollt ist oder nicht, aber die Politik der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wäre falsch, so der Großinvestor. Austerität würde in Europa nicht funktionieren, denn Schulden könnten nicht durch Senkung der Haushaltsdefizite gesenkt werden.

Soros sieht Eurobonds offenbar als „Allheilmittel“
Eine Gefahr der Staatspleite könne mit der Einführung der Eurobonds auf einen Schlag eliminiert werden, so Soros. Die meisten der augenscheinlich unlösbaren Probleme würden sich in Luft auflösen. Eurobonds würden eine Zinssenkung für die Krisenländer, die Erholung der Banken und eine positive Entwicklung für die Staatshaushalte zur Folge haben, erklärte der Milliardär, lenkte jedoch ein, dass die erheblichen Wettbewerbsunterschiede innerhalb der Eurozone mit Eurobonds noch nicht ausgeglichen werden könnten. Aus diesem Grund wär eine Fortsetzung der Strukturumwandlungen erforderlich, gingen jedoch viel leichter von der Hand.

George Soros betonte, dass es die Entscheidung Deutschlands wäre, der Einführung der Bonds zuzustimmen oder eben abzulehnen. Dennoch hätte Deutschland kein Recht dazu, die extrem überschuldeten Euro-Länder davon abzuhalten, die gemeinschaftlichen Eurobonds einzuführen, um die Krisenlage damit zu überwinden.

Der Top-Investor ging sogar noch einen Schritt weiter und würde den Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone für einen Vorteil der verbliebenen Staaten bezeichnen. Diese könnten die Eurobonds ohne Deutschland einführen und dadurch den Euro gegenüber anderen Devisen abwerten. Deren Produkte würden im internationalen Handel eine bessere Wettbewerbsfähigkeit erreichen. Deutschland hätte jedoch eine Mehrbelastung zu tragen, da deren Erzeugnisse wohl Probleme hätten, an den Märkten im Euroraum abgesetzt werden zu können. Sie würden zu teuer sein.

Zum Thema Euro-Austritt hätte Deutschland eine Monopolstellung
Wenn ein Land über den Austritt aus der Währungsgemeinschaft nachdenken könnte, wäre es Deutschland und nicht Italien, so Soros. Wenn Italien den Euroraum verließe würde das Land am eigenen Schuldenberg zerbrechen und darüber hinaus für schwerwiegende Folgen in der gesamten Eurozone sorgen. Es käme zu einem ungeordneten Zerfall und würde „den Rest Europas und den Rest der Welt in eine unkontrollierbare finanzielle Kernschmelze treiben“, erklärte die Investoren-Legende.

Ein Lehrstück des uneigennützigen Hedgefonds-Meisters

Unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl im Herbst, müsste Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Einführung der Eurobonds um ihr „Leben fürchten“. Sie erklärte einst, dass es keine Eurobonds geben werde, so lange sie lebe.

George Soros ist eine Ikone auf der Plattform des Wertpapierhandels und wurde von denen zur Legende erhoben, die sich im gleichen Klientel bewegen. Ansonsten ist Soros kein „Heiliger“ sondern versucht aus jeder noch so gering erscheinenden Chance das Maximum an Profit herauszuschöpfen. Dazu gehört auch die Ausrichtung der Ansichten und Meinungen passend zur gegebenen Lage. Wenn es sich anbietet, wird auch gegen eine Währung gewettet, bevor man anfängt, diese in Grund und Boden zu reden. So scheute Soros auch nicht davor, gegen den Britischen Pfund sowie gegen die D-Mark in den 90-er Jahren zu wetten, um kräftige Gewinne zu schaufeln.

Darüber hinaus haben Geschäfte mit ETF, Zertifikaten und Hedgefonds nichts mit Werteschöpfung oder redlicher Arbeit zu tun. Ein Soros ist nicht aus „Bescheidenheit“ oder „ausgeprägtem Skrupel“ zum vielfachen Milliardär geworden.

In der freien Natur pflegen Aasgeier sich ihrem angeschlagenem Opfer aufgrund des eigenen Hungers zu nähern, nicht aber aus Gründen sich eine persönliche Fettschicht anzufressen.



Bild: swiss-image.ch/Photo by Sebastian Derungs / Creative Commons 2.0 US-amerikanisch

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