George Soros fordert die Unterstützung der Ukraine mit EU-Milliarden

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Star-Investor George Soros sieht die EU mit ihren Sanktionen gegen Russland auf dem richtigen Kurs. Bundeskanzlerin Merkel sei maßgeblich daran beteiligt. Die Schritte reichten aber noch nicht aus, um die Ukraine als „Verteidiger der EU-Werte“ auf die Beine zu helfen. Der umstrittene US-Milliardär wünscht sich offenbar eine von der EU lukrative Investitions-Spielwiese, deren Risiken von den Steuerzahlern getragen werden.

George Soros

George Soros sorgt sich „selbstlos“ um die EU-Werte und deren Verteidiger Ukraine

„Putin ist selbst schuld der finanziellen Lage Russlands“

Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verfolgte Sanktionspolitik gegen Russland trifft beim milliardenschweren US-Starinvestor George Soros auf volles Verständnis. Anstatt „enge deutsche Interessen zu verfolgen“, agiere Merkel wie eine echte europäische Politikerin, so Soros im Interview mit Frankfurter Rundschau (Samstag). Die Bundeskanzlerin erkenne „die echte Gefahr, die von Putins Politik ausgeht“, so die Einschätzung Soros..

Sanktionen bezeichnete der US-Investor als ein notwendiges Übel, aber diese seien wichtig. Ohne Merkel gäbe es gegen Russland keine Sanktionen. Putin befinde sich in einer „Märchenwelt“, in der er die Finanzprobleme seines Landes „ausschließlich mit der Feindseligkeit des Westens“ erkläre. Deshalb reichen die Sanktionen nicht aus, so Soros.

Um Putin aus seiner „Märchenwelt“ herauszuholen, müsse die Ukraine nicht nur überleben, sondern blühen, obwohl die Bedrohung existiert. Für den US-Investor steht fest: Die Russen würden dann verstehen, dass nicht der Westen für ihre Lage verantwortlich sei, sondern Putin.

Der Wert der Ukraine werde von vielen in Europa, auch in Deutschland, nicht erkannt. Die Ukraine werde wie Griechenland für ein Finanzproblem gehalten und entsprechend trete man ihr auch gegenüber. Ein falscher Maßstab, so der US-Investor, denn die „Ukraine verteidigt die EU gegenüber einer russischen Aggression“.

Damit die Ukraine in Gang kommen könne, müsse die EU rund 50 Milliarden Euro investieren, eine „realistische Größenordnung“, so die Börsen-Legende. Die Investition würde auch für die EU ein Vorteil sein. Derzeit vertrete niemand mehr die Ideale, die am Anfang der EU standen und deshalb sei die Ländergemeinschaft heute gefährdet. Die Ukraine verteidige die Grenzen Europas und vor allem kämpfe „das Land für europäische Werte wie Rechtsstaatlichkeit und Freiheit“.

George Soros ist durchaus dazu geneigt, selbst rund 1 Milliarde Euro in die Ukraine zu investieren. Interessante Projekte seien Infrastruktur und die Landwirtschaft. Doch um das Wohlergehen der für die „EU-Werte kämpfenden“ Ukraine scheint es sich beim US-Milliardär nicht zu drehen. Im Zusammenhang mit den in der Ukraine vorherrschenden internen Machtkämpfen zwischen dem Präsidenten Pjotr Poroschenko und dem Oligarchen Igor Kolomoisky, gab Soros gleich die passende Erklärung mit: „Also, wohlwollende Investoren gibt es schon mal gar nicht.“





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