Gentechnik soll mit Nachdruck in Europa und BRD etabliert werden

Genpflanzen-


Die Gentechnik soll offensichtlich mit Nachdruck in Europa und in der Bundesrepublik etabliert werden. Dafür durfte eine bereits vor Monaten mobilisierte Schar von Nobelpreisträgern erneut herhalten.

„Genpflanzen können gegen Hunger auf der Welt helfen“

Gentechnik
Gentechnologie als Selbstverständlichkeit

Ein bereits „alter Hut“ wieder frisch aufgewärmt. Eine Gruppe von mehr als 100 Nobelpreisträgern appellierte vor einigen Monaten mit einem offenen Brief an Regierungen, Greenpeace und die UNO, die gentechnische Veränderung an Pflanzen zuzulassen. Die Süddeutsche Zeitung berichtete bereits Ende Juni 2016 darüber und nun folgte am 17. Oktober 2016 eine aufgefrischte Variante von Deutschlandfunk. „Die Blockade der Gentechnik ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, so der martialisch klingende Titel des offenen Briefs.

Die Gentechnik biete Möglichkeiten, Pflanzen zur Verbesserung der Welternährung zu verändern, so die scheinbar einhellige Meinung der Nobelpreisträger. Einer davon ist der Schweizer Werner Arber. Der Mikrobiologe erhielt 1978 den Nobelpreis in der Kategorie „Physiologie oder Medizin“. Arber ginge davon aus, dassman dank künftiger Forschung über diese „Micronutrients“ auch noch mehr Einsicht bekomme. „Wie viele Menschen müssen eigentlich noch erblinden und sterben, bis die Gegner der Grünen Gentechnik endlich einlenken“, so der Schweizer zur sog. Grünen Gentechnik und der Beigabe von Vitamin A.

Arber hoffe, dass sich die Entwicklung zum Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auch in Europa durchsetze. Bis heute sei aus der Methodik der Gentechnik heraus noch nie irgendein erkennbares Risiko oder ein erkennbarer Fehler identifiziert worden, so der Nobelpreisträger.

Die Nobelpreisträger sind sich darin einig, dass die Bedenken zahlreicher Umweltschützer oder auch von Regierungen hinsichtlich von Gefahren oder Risiken der Grünen Gentechnik haltlos seien.

In der Bundesrepublik ist ein „Anpassung“ des Gentechnikgesetzes am Laufen

Die EU gibt vor und die Bundesregierung soll diese Vorgabe in nationales Recht umsetzen. Nach den neuen Richtlinien könnte das derzeitige Verbot von Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auf den freien Äckern gekippt werden.

Die Entwicklungen scheinen ganz im Sinne von Monsanto & Bayer in die richtige Richtung zu gehen. Monsanto hat quasi das Weltmonopol auf das Saatgut für genmanipulierte Pflanzen. Die Anbauflächen der USA sind schon zu einem Anteil von rund 90 Prozent (!) mit Genpflanzen kontaminiert. In der Bundesrepublik wurde im Frühjahr 2016 bereits ein umfangreiches Versuchsprojekt für den Anbau von genmanipulierten Sojapflanzen gestartet.

Sollten die Freihandelsabkommen TTIP und CETA tatsächlich scheitern, stünde ja noch die sog. „Übernahme“ von Monsanto durch Bayer Leverkusen an. Dann setzte man den Gen-Monopolisten Monsanto eben auf diese Art auf europäischen Boden.

Rund 90 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in der EU im Müll

Alleine in der EU werden pro Jahr im Durchschnitt rund 180 Kilogramm Lebensmittel pro Person weggeworfen. Im Jahr summieren sich in der Europäische Gemeinschaft fast 90 Millionen Tonnen weggeworfene Nahrungsmittel. Die privaten Haushalte sind anteilig zu 42 Prozent beteiligt. 39 Prozent der weggeworfenen Lebensmittel landen beim Hersteller in der Mülltonne. Weitere 14 Prozent der vernichteten Nahrungsmittel landen auf dem Konto der Gastronomie. Die Einzelhändler sind zu 5 Prozent am Lebensmittelwegwurf beteiligt. Das ergab eine von der EU beauftragten Studie („Preparatory study on food waste across EU 27 – Link„).

Weltweit landen pro Jahr rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel im Abfall. Rund ein Drittel aller global erzeugten Lebensmittel. Eigentlich sollte die Gegenüberstellung der vermeintlichen Notwendigkeit der Genpflanzen und den Möglichkeiten der gerechten Nahrungsmittelverteilung einem „renommierten Wissenschaftler“ nicht schwer fallen. Allerdings bedarf es dazu einen gewissen Grad an Unabhängigkeit.

Für die Einschätzung der Qualität der vom Nobelpreis-Komitee gefassten Entscheidungen reicht bereits der Blick auf die Kategorie „Friedensnobelpreis“ und deren Preisträger aus. Entsprechend ist auch der offene Brief der „mobilisierten Nobelpreisträger“ und deren Appell einzuordnen.


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