Geldhäuser versuchen Risiken durch Bilanz-Schrumpfung zu senken

Bankenkrise-


Je größer desto besser. Je höher die Bilanz, desto höher auch das Ansehen in der Finanzwelt. Inzwischen scheinen einige Banken ihren Irrglauben, die Steuerzahler werden die gescheiterten Gipfelstürme klaglos finanzieren, aufgegeben zu haben. Außerdem wartet die Erfüllung der Basel III Kriterien. Einige Kredithäuser haben noch einen langen Weg vor sich.

Banken Bilanzen

Eine Bilanz-Schrumpfung mit dem Ziel der Risiko-Minimierung – Ein langer Weg

Ein heißer Bilanzen-Ballon der eigentlich nur platzen kann

Was definiert die Größe eines Kreditinstituts? Die Anzahl der Mitarbeiter ist ein Indiz für die Dimension einer Bank, doch in erste Linie zählt die Bilanz. Die Finanzkrise hat jedoch die Aussagekraft der sog. Bankenbilanzen relativiert und verdeutlicht, dass ein mit Luft gefüllter Ballon mit dem Anwachsen seiner Größe eigentlich nur lauter platzen kann.

Die Geldhäuser Deutschlands lassen sichtlich Luft aus dem Bilanzen-Ballon. Die Volumen der „verbuchten Geldsummen“ sind geschrumpft, im Durchschnitt um 4,2 Prozent zwischen den Jahren 2011 und 2012. Die Welt (Montag) stellte eine „Top-Liste“ der sog. finanzstärksten Banken Deutschlands auf und die Gegenüberstellung der Jahresbilanzen in den vergangenen beiden Jahren legt bei zahlreichen Banken eine scheinbar „gewollte Gesundung“ offen.

Deutscher Klassenprimus ist nach wie vor die Deutsche Bank AG mit einer Bilanzsumme in Höhe von 2.012.329 Millionen Euro, nach wie vor gefolgt von der bisherigen Nummer Zwei Deutschlands, die Commerzbank. Beide Kredithäuser weisen eine Bilanzschrumpfung um -7.0 bzw. um -3,9% vor. Das Eigenkapital ist jedoch bei der Deutschen Bank mit 54.003 im Verhältnis zur riesigen Bilanz erschreckend niedrig. An dritter Position folgt bereits die „Staatsbank“ KfW Bankengruppe. Deren Bilanz ist allerdings um +3,4% angewachsen.

Den größten „Ehrgeiz für mehr Anerkennung“ zeigte die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen. Der Bilanzzuwachs mit +21,5% ist in der von Welt erstellten „Hit-Liste“ konkurrenzlos. Die Hypo Real Estate legte dagegen mit einer Bilanzenreduzierung von -28,6% einen „Schrumpfungs-Hit“ hin.

Am meisten zu tun hat die Deutsche Bank. Der Weg ist noch sehr lange, bis ein einigermaßen vertretbares Verhältnis zwischen Bilanzsumme und Eigenkapital hergestellt ist. Für den aktiven Kapitalzufluss sollte bereits im April die Ausgabe weiterer Aktien in einem Volumen von 2,8 Milliarden Euro sorgen. Gegenüber der Bilanzsumme von über 2 Billionen Euro befindet sich dieser Ansatz jedoch noch im Promille-Bereich. Im vergangenen Juli folgte die Verkündung eines nächsten Schritts. Die Bilanzen sollen durch
drastische Maßnahmen um rund 20 Prozent gesenkt werden. Alleine schon deshalb, um die Vorgaben von Basel III nachhaltig erfüllen zu können. Ein sehr ehrgeiziges Projekt.

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