GDV zweifelt an Sinn und Erfolg der EZB-Geldpolitik

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Die Zweifel an Sinn, Zweck und Erfolg der massiven EZB-Geldmaßnahmen werden lauter. Der GDV äußert Zweifel an der Geldpolitik und sieht die Zeit gekommen, von niedrigen Zinsen und Kapitalschwemmen abzukehren.

EZB könnte mehr Schaden als Nutzen bewirken

Rettungsprogramme
Erfolge der EZB lassen weiter auf sich warten

Die Europäische Zentralbank (EZB) pumpt mit ihren geldpolitischen Maßnahmen unablässig Geld in die Finanzmärkte. Pro Monat 80 Mrd. Euro alleine durch das Anleihekaufprogramm. Gleichzeitig vergibt die Hüterin der Gemeinschaftswährung billiges Geld an die Kreditinstitute und hält den Leitzins (Refinanzierungszins) beharrlich auf der Null-Linie. Der Einlagenzins für durch Banken geparktes Geld liegt bei -0,4 Prozent.

Der Grund: Es gelte die Finanzmärkte zu stabilisieren, die Wirtschaft sowie die Inflation wieder anzukurbeln. Das eigentliche Mandat der EZB: Für die Stabilität des Euros sorgen.

Im Bezug auf die offiziell genannten Motive sind die Erfolge bisher ausgeblieben. Die Wirtschaft in der Eurozone schleppt sich von einen Monat in den nächsten und die Inflation innerhalb der Währungsgemeinschaft bewegt sich nach wie vor in der 0,x-Zone.

Kaum überraschend, dass immer mehr Marktteilnehmer an den Maßnahmen der EZB zweifeln. So nun auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Klaus Wiener, Chefvolkswirt des GDV, hinterfragt Sinn und Zweck der massiven Geldpolitik der EZB, ob die Strategie der massiven Anleihekäufe und negativer Einlagenzinsen noch zielführend seien.

Die Nullzinsen für die Einlagen der Sparer führten bisher zu einem verstärkten Konsum. Eine temporäre Belebung für die Wirtschaft. Dies ginge aber zulasten der künftigen Kaufkraft. „Es wäre aber ein Fehler, zu glauben, dass die Leistungskraft der gesetzlichen Rente ausreicht, um auch künftige Rentnergenerationen adäquat abzusichern“, so der Ökonom.

Niedrige Zinsen wirkten sich u.a. auf die finanzielle Lage der Dax-Konzerne aus. Deren Marktbewertungen schossen in die Höhe und sind deshalb dazu angehalten, mehr Kapital zugunsten der Pensionspläne nachzuschießen. Dieses Geld fehlte nun für Investitionen.

Die Geschäftsbanken seien ebenfalls Leidtragende der EZB-Geldpolitik. Deren Zinsmargen brachen ein, geparktes Geld werde mit negativen Zinsen bestraft. Gleichzeitig sollen Banken ein höheres Eigenkapital aufbauen, damit mehr Kredite vergeben werden können. Die aufgrund der niedrigen Zinsen ausbleibenden Erträge nehme den Banken allerdings die Möglichkeit dazu. Der Aufschwung wird mangels Kreditvergabe ausbleiben.

Am Ende laufe die EZB mit ihren Maßnahmen genau das Gegenteil von dem zu erreichen, was sie eigentlich als Ziel gesetzt hat. Nun sei es an der Zeit, dass die EZB Schritte für den Ausstieg aus der „ultralockeren Geldpolitik“ einleitet. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnten bereits davor, dass die EZB selbst zum größten Risiko für die Finanzmarktstabilität werden könne.


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