Friedrich Merz Lieblings-Kandidat für CDU-Vorsitz?

Politik –


Eine Umfrage will ergeben haben, dass der CDU-Politiker Friedrich Merz nach der abgesägten Angela Merkel der Lieblings-Kandidat für den kommenden CDU-Vorsitz sei. Damit triebe man den Teufel mit dem Beelzebub aus.

Bevölkerung wünscht sich abgetauchten CDU-Politiker

Friedrich Merz
Friedrich Merz wird neu installiert

Nun ist die Katze aus dem Sack gelassen. Der vermeintlich in der Versenkung verschwundene CDU-Politiker Friedrich Merz ist erklärter Lieblings-Nachfolger der mehr oder wenig entlassenen gegenwärtigen CDU-Chefin Angela Merkel. Die Bevölkerung will es so, suggeriert zumindest eine von Spiegel Online beauftragte Civey-Umfrage. Demnach habe Merz noch immer viel Anhänger.

Die gestellte Frage lautete: „Welche/r Politiker/in sollte am ehesten in der Nachfolge Angela Merkels CDU-Vorsitzende/r werden?“

Mit 33,7 Prozent befürwortete mehr als ein Drittel von 5.076 Befragten den seit 2009 von der Bildfläche verschwundenen „Bierdeckel-Merz“. Schärfste Rivalin wäre demgemäß Annegret Kramp-Karrenbau, die auf 19,2 Prozent Zustimmung kommt. Jens Spahn, Armin Laschet, Daniel Günther kommen jeweils auf knapp über 6 Prozent. Julia Klöckner und „Flinten-Uschi“ von der Leyen liegen mit jeweils etwas über 2 Prozent weit abgeschlagen. 14,1 Prozent der Befragten wünschten sich irgend jemand anders als CDU-Chef und 9,7 Prozent sind sich nicht schlüssig.

Nicht nur dass beim Lesen der gegenderten Fragestellung schwindelig im Kopf wird, sondern auch die vage Vorstellung, Merz sei für den CDU-Vorsitz der Herzenskandidat der hiesigen Bevölkerung. Sogar Wähler der FDP und AfD sollen den vielfältig lukrativ beschäftigten CDU-Politiker als Favoriten erklärt haben. Überwiegende Zustimmung für Merz komme vor allem aus der Altersgruppe über 65. Besonders auffällig ist jedoch der sehnlichste Wunsch nach Merz in der Altersgruppe 18 bis 29. Als Friedrich Merz im Jahr 2009 abtauchte waren diese jungen Leute gerade mal im Alter von 9 bis 20 Jahre. Madonna oder Robbie Williams in die Erinnerung eingebrannt ließe sich noch nachvollziehen, nicht aber eine glühende Leidenschaft für den Knäckebrot-anmutenden CDU-Politikers.

Das vermeintliche Abtauchen Merz‘ im Jahr 2009 war lediglich der Umstieg von der politischen Bühne gen Backstage. Seit diesem Jahr nimmt Merz den Vorstandsvorsitz der Atlantik-Brücke ein. Ein Verein, der bei den Medien ebenso wenig auf der Tagesordnung steht, wie Merz in den vergangenen Jahren. Verständlich. Welche Zeitung schreibt auch gerne über die eigene Verlags-übergreifende und überparteiliche Chefetage? Die Atlantik-Brücke ist, wie es der Name schon suggeriert, eine Verbindung zu den „Vordenkern“ des Council on Foreign Relations (CFR) in Übersee. Von dort werden Töne, Takt und Geschwindigkeit der in Berlin zu spielenden Musik vorgegeben. Die Medien, vor allem die öffentlich Rechtlichen, erfüllen dabei eine Doppelfunktion. Sie verkünden die Botschaft unmissverständlich gen Berlin und bereiten das politisch zu erfüllende Maßnahmenpaket für die Bevölkerung mundgerecht auf (siehe obiges Umfrageergebnis).

Mit Friedrich Merz an der CDU-Spitze wäre auch der erste Schritt für die Kanzlerschaft hinterlegt. Im Gegensatz zu Merkel ist Merz nicht nur willfähriger Vollstrecker, sondern – man mag es kaum glauben – auch leidenschaftlicher Mitgestalter der erträumten neoliberalen globalen Wirtschaftswelt. Mit diesem Politiker an der Spitze der Bundesregierung wird es keinen Richtungswechsel geben. Im Gegenteil. Der Wind wird kälter, fester und ekelhafter wehen.


Bild: Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

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