Freihandel & Protektionismus deckt Bildungslücke auf?

Globalisierung –


Freier Handel und Protektionismus seien ein Widerspruch und rund ein Drittel der EU-Bewohner bezeichnen beides gleichzeitig als positiv. IW Köln will bei den Menschen mit dieser Ansicht eine Lücke in der Bildung erkennen.

Globalisierung

Globalisierung: Betrachtung der Erde als ein einziges großes Geschäftsfeld

Ein Drittel der EU-Bewohner findet beides gut

Protektionismus und Freihandel sind nicht miteinander vereinbar und 82 Prozent der EU-Bürger sprechen sich für den freien Handel aus. Dem gegenüber stehen jedoch viele Befürworter des Protektionismus, so Galina Kolev, Senior Economist für In- und Auslandskonjunktur im Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Lt. der aktuellen IW-Umfrage stünde fast ein Drittel aller „Europäer“ den Begriffen Protektionismus und Freihandel gleichzeitig positiv gegenüber und dies sei besonders in den Mitgliedsländern Spanien, Irland, Zypern, Rumänien und Griechenland ausgeprägt.

Das Institut wollte diesen widersprüchlichen Antworten auf den Grund gehen und kam zum Ergebnis, dass das „Sowohl-als-auch“ in einem direkten Zusammenhang mit dem jeweiligen Bildungsniveau und den Kenntnissen der Befragten zusammenhänge. Demnach sinke die Wahrscheinlichkeit, eine widersprüchliche Antwort zu geben, mit dem Steigen der Bildung und dem Interesse an europapolitische Themen. Für Studienautorin Kolev zeige die Studie auf, „dass viele EU-Bürger nicht gut genug informiert sind“. Deshalb müsse nun dringend für bessere Aufklärung gesorgt werden.

Kolev setzt auf eine Informationsoffensive, die über das von der EU-Kommission bereits bereitgehaltene Info-Material hinausgehe. Viel Bürger nutzen diese Angebote offensichtlich nicht, so die Studienautorin. „Eine Informationsoffensive könnte dabei helfen, das Vertrauen der Bürger in den handelspolitischen Kurs der EU-Kommission zu sichern“, so Kolev und warnt im Falle eines neuen Freihandelsabkommens vor einem erneut großen Widerstand, nur „weil viele Europäer nicht ausreichend informiert sind“.

Informations- oder Desinformationskampagne?

Sollte diese Informationsoffensive die gleiche Methodik anwenden, wie die gebetsmühlenartig missbrauchten Begriffe, dann kann es sich nur noch um eine Desinformationsoffensive handeln. Ständig werden EU, Europa und Europäer in einen Topf geworfen. Wenn sich der Sachverhalt um eine Umfrage innerhalb der EU-Mitgliedsländer handelt, dann kann es sich schlicht und einfach nur um EU-Bewohner und nicht um „die Europäer“ handeln. Europa geht im Osten bis zum Ural, also weit über Moskau hinaus. Käme ein EU-Repräsentant jemals auf die Idee, Putin als einen Europäer herauszustellen? Wird hier womöglich eine Bildungslücke sichtbar? Europa besteht aus 28 EU-Mitgliedsländern (Europäer) und 18 Nicht-Mitgliedern (ebenfalls Europäer). Doch die Beachtung dieses Unterschieds zwischen EU und Europa wird vorsätzlich vermieden.

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Der durchaus berechtigte Widerstand gegen TTIP, CETA und Co. richtete sich weniger gegen den „Geist des Freihandels“, sondern vielmehr gegen die quasi Geschäftswerdung der Justiz aufgrund der sehr dubios zusammengestellten Schiedsgerichte. Wenn ein US-Hersteller im Rahmen des TTIP-Freihandels für sein Produkt aufgrund einer politischen Entscheidung innerhalb eines EU-Mitgliedslandes Umsatzeinbußen befürchtet, kann dieser die Regierung auf Schadenersatz verklagen und über dies entscheidet das private Schiedsgericht. Handelsrecht soll immer konsequenter als praktisch höchste Instanz umgesetzt werden. Exakt dagegen gingen die Menschen auf die Straßen und nicht gegen den im Bezug auf die gewünschte Praxis ohnehin viel zu wohl klingenden „freien Handel“.

Protektionismus seitens der USA ist schlecht, Protektionismus seitens der EU ist gut? Es ist nichts anderes als reiner Protektionismus, wenn auf aus Fernost importierten Indica-Reis ein Schutzzoll erhoben wird, um damit die heimischen Hersteller gegen Dumpingpreise zu schützen. Und nichts anderes bedeutet „Protektionismus“. Schutz.

Freier Handel bei gleichzeitigem Schutz der eigenen Wirtschaft und vordergründig der Menschen. Wo liegt darin ein Widerspruch?



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