Frankreichs Wirtschaftsprognosen wurden auf Realität getrimmt

Frankreichkrise-


Frankreich muss den eigenen Silberstreif am Horizont nach hinten verlegen. Die wirtschaftlichen Entwicklungen des Landes lassen ein Halten der ursprünglichen Prognosen zum BIP nicht mehr zu. Die Werte wurden nach unten korrigiert und die gesteckten Termine nach hinten verlegt.

BIP runter, Wirtschaftswachstum runter, Defizit-Ziel rauf

Frankreich Krise
Je nach Perspektive sieht es nach umkippen aus

Frankreich hat mit den neuesten Zahlen zu den Wachstumsprognosen für Ernüchterungen gesorgt. Die ursprünglichen Voraussichten zum wirtschaftlichen Zuwachs im Jahr 2013 sind deutlich revidiert worden.

Ursprünglich wurde von der französischen Regierung ein Zuwachs von plus 0,8 Prozent des Bruttosozialproduktes (BIP) bis Ende des Jahres erwartet. Die Zahl wurde nun mit einem plus 0,1 Prozent nur knapp über eine Schrumpfung festgelegt. Da offensichtlich lang anhaltende Faktoren zur erzwungenen Prognose-Korrektur eine Rolle spielen, will Paris auch die Prognosen für 2014 neu betrachten und bewerten.

Absicht der französischen Regierung wäre es, der EU-Kommission eine realistische Schätzung zu den Wachstumsprognosen abzuliefern, so Pierre Moscovici, französischer Finanzminister, im Rundfunksender Europe 1. Die Vorlage der jüngeren Zahlen zu Wachstum und Defizite wolle Frankreichs Regierung Mitte April vorlegen.

Bereits im letzten Quartal 2012 ging Frankreichs BIP um 0,3 Prozent zurück und das wirtschaftliche Wachstum wird von der Regierung für das kommende Jahr auf nur noch 1,2 Prozent eingeschätzt und somit um -0,8 Prozentpunkte niedriger als noch zuvor. Mit zwei Terminverschiebungen will sich Frankreich mehr Zeit geben, um gesteckte Ziele zu erreichen. Die revidierten 1,2 Prozent Wirtschaftswachstum sollen nun erst im Jahr 2015 erreicht werden und die ursprünglich anvisierte 3,0 Prozent Neuverschuldung im Jahr 2013 wird auf 3,7 Prozent gelockert. Das Ziel des maximalen Defizits nach Maastrichter Vertrag soll nun im Jahr 2014 erfüllt werden können.

Frankreichs Wirtschaft wackelt auf großen Füßen

Die Wirtschaft Frankreichs steht ganz offensichtlich auf schwammigem Untergrund. Als zweitgrößtes Wirtschaftsland in der Euro-Zone (nach Deutschland) würde ein Kippen, geschweige ein Hilferuf nach Brüssel, den Euro so gut wie sicher in die Bestandteile zerlegen. Der ehemalige Chef-Ökonom der Deutschen Bank, Thomas Mayer, sieht in Frankreich ohnehin einen potenziellen Kandidat, der bald einen Bettelbrief an Brüssel verfassen könnte.

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.