Flüchtlingsstrom wird als Retter der deutschen Wirtschaft verkauft

Flüchtlingsdebatten-


Der Flüchtlingsstrom wird von den Arbeitgeber nahen Verbänden nach wie vor als eine willkommene Gelegenheit verkauft, den aufgrund des demografischen Wandels gefährdeten Wirtschaftsstandort Deutschland zu retten. Es müssen Investitionen für die Ausbildung geleistet werden. Es bleibt nur offen, wer zahlt und wer profitiert.

Industrie

Nur wenige Migranten verfügen über eine für den deutschen Arbeitsmarkt ausreichende Qualifikation

„Es müssen möglichst viel qualifizierte Arbeitnehmer zuwandern“

Arbeitgebernahe Verbände setzen sich unverändert engagiert für die Aufnahme des Asylantenzustroms zu Gunsten des deutschen Arbeitsmarktes ein. Die Zuwanderung „qualifizierter“ und „qualifizierungswilliger“ Arbeitnehmer müsse unterstützt werden.

Im Jahr 2014 warteten lt. Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in der Gesundheitsbranche 3.675 Lehrstellen auf eine Besetzung. Um eine solche Ausbildungsstelle kümmerten sich lediglich 1.926 Bewerberinnen und Bewerber. Im Baugewerbe lag das Verhältnis zwischen offener Lehrstellen und Bewerber bei drei zu eins.

Bereits im Jahr 2020 werde sich die Lage am Arbeitsmarkt verschärfen. Die Nachfrage nach Fachkräften dürfte weiter ansteigen und dies sei u.a. in der demografischen Entwicklung begründet. Arbeitnehmer, die im Jahr 2014 zwischen 50 und 59 Jahre alt waren, werden in den nächsten Jahren schrittweise das Rentenalter erreichen. Die von der Berliner Zeitung (Montag) dargelegte Studie geht von rund 12,7 Millionen Menschen aus. Die Babyboomer werden nach und nach ausscheiden und die nachrückende Generation ist in ihrer Anzahl schwächer besetzt. Für das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) gibt es nur ein Gegenrezept: Es müssen möglichst viele gut qualifizierte Zuwanderer her.

Es mangelt nicht an der Zuwanderung, allerdings an der Qualifikation

Der künftige Bedarf an qualifizierten Arbeitnehmern könne von der Flüchtlingszuwanderung allerdings nur in einem sehr begrenzten Umfang gedeckt werden.
Laut dem Bundesarbeitsministerium gingen im Jahr 2014 36,5 Prozent der zugewanderten volljährigen Flüchtlinge aus den „wichtigsten Herkunfsländern“ einem Erwerb nach. Davon betätigten sich lt. IW 44 Prozent als eine ungelernte Hilfskraft, 48 Prozent als Fachkraft und 7 Prozent in akademischen Berufen.

Den Asylbewerbern müsse der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtert werden, so die Forderung von IW-Chef Michael Hüther. Dazu müsse auch in die schulische und berufliche Ausbildung der Migranten investiert werden. Als Orientierung solle nicht der konkrete Fachkraftbedarf einzelner Sparten gelten, sondern die Fähigkeiten der Zuwanderer. Für hoch qualifizierte potenzielle Zuwanderer sollte ein bestehender Arbeitsvertrag keine Voraussetzung sein, so die Forderung des IW-Chefs.

Die Glaubwürdigkeit sollte zuerst aufpoliert werden

Vergleicht man die Zahlen des Bundesarbeitsministeriums zu den Qualifikationen der Flüchtlinge mit den erhobenen Daten des österreichischen „Arbeitsamtes“ AMS, hat es den Anschein, als wenn der südliche EU-Nachbar aus den Flüchtlingsströmen die Rosinen heraus pickte, bevor die Migranten den Boden der BRD berühren. AMS wollte festgestellt haben, dass die Flüchtlinge über ein höheres Bildungsniveau verfügten als die heimischen Österreicher.

Die Forderungen der Arbeitgeber nahen Verbände, die Arbeitsmarktregeln für Asylsuchende zu Gunsten der deutschen Wirtschaftslokomotive zu lockern, würden ehrlicher klingen, wenn ein Vorschlag für die Mitfinanzierung der Qualifizierungs- und Ausbildungskosten mit einfließen würde, anstatt nur wiederholt die Einschränkung oder gar Abschaffung der Mindestlohnregelung zu verlangen. So bleibt der bittere Beigeschmack, man wolle für die Kosten den Steuerzahler belasten und durch Billigst-Lohnarbeiter nur höhere Gewinne einfahren, unvermindert haften.





Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.