Flüchtlings-Krise: BDI-Chef fordert Qualitätsminderung

Flüchtlingsdebatte-


Der Bundesverband der Deutschen Industrie erkennt im massiven Zuwanderstrom aus Flüchtlingen nach Deutschland eine Chance für das Auffinden von Fachkräften. Darüber hinaus sollten die Flüchtlinge bereits außerhalb Europas geschützt werden.

Ausbildung

Qualitätsminderung durch Akzeptanz geringerer Ausbildung – Das kleine A-B-C = Fachkraft?

Anforderungen Qualifikation für Flüchtlinge herabsetzen

Der BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber fordert im Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit in Europa mehr „gemeinschaftliche Verantwortung für die Aufnahme von Flüchtlingen“. Die Zuwanderung könne ohne politische Solidarität in Europa nicht bewältigt werden. Von einer „gemeinschaftlichen Haftung“ hält der BDI wenig und diese müsse den Europäern erklärt werden.

Die Kapazitäten für die Flüchtlingsaufnahme eines jeden einzelnen Landes seien begrenzt. Aus diesem Grund müssten auch außerhalb Europas vermehrt Maßnahmen zum Schutz von Flüchtlingen ergriffen werden, so Kerber.

Der Arbeitsmarkt müsse durch eine temporäre Lockerung der Qualifikationsanforderungen den erleichterten Einstieg von Flüchtlingen ermöglichen. Die Wirtschaft begreife die Zuwanderung zunächst als Chance, Fachkräfte zu finden.

Eine Stellungnahme, die einige Fragen aufwirft

Deutschlands Wirtschaft leide unter einem Fachkräftemangel und suche händeringend nach entsprechend ausgebildeten Leuten. Diese These wird in fast jeder Aufstellung zur Lage der deutschen Industrie gebetsmühlenartig vertreten. Nun setzt der oberste Industrievertreter offenbar auf Qualitätsminderung, um den angekommenen Flüchtlingen den Status einer Fachkraft verleihen zu können.

Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, oder Quantität statt Qualität? Ausgerechnet der BDI, der die Qualitätsansprüche der deutschen Industrie stets verteidigt und diese als einen Garanten für die weltweite Konkurrenzfähigkeit erkennen will, fordert nun die Herabsetzung der Qualifikationsanforderungen.

Das tatsächliche Verlangen nach möglichst billigen Arbeitskräften dürfte bald aus dem Untergrund hervorblitzen.

BDI-Chef Kerber spricht von Europa, statt von der EU. Eine fahrlässige Begriffsverwechslung oder Kalkül? Die hoch flammenden Streitigkeiten um die Aufnahme der Flüchtlinge spielen sich überwiegend innerhalb der Europäischen Gemeinschaft ab. Die EU droht sogar daran zu zerbrechen. Zumindest sind aus Island noch keine Hilferufe vernommen worden, aus der Türkei dagegen massive „Ultimaten“ und Zahlungsaufforderungen gegen die EU.

Ein Versprecher? Meinte der BDI-Chef tatsächlich, die Flüchtlinge außerhalb Europas schützen zu müssen, oder doch eher den Schutz Europas vor den Flüchtlingen? Bis dato ist die Bundesregierung mehr darum bekümmert, wie die Flüchtlingsströme organisatorisch und finanziell bewältigt werden könnten, statt sich um eine Verbesserung der Situation in deren Heimatländern einzusetzen.





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