Fitch feuert gegen USA – Sorge um eigene Glaubwürdigkeit?

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Die Ratingagentur Fitch feuert unüberhörbar mit „Platzpatronen“ gegen die Haushaltspolitik der USA. Der Streit um die Schuldenobergrenze könnte zu einer Abwertung der nach wie vor gültigen Top-Bewertung „AAA“ führen. Die Agentur ist offenbar um die eigene Glaubwürdigkeit besorgt.

Wirtschaftswissenschaftler

Glaube: Einfache Verhältnisse brauchen nur kompliziert genug erklärt zu werden

Fast insolvente USA genießt nach wie vor Top-Kreditwürdigkeit

Es ist ohnehin sehr verwunderlich, warum die großen Ratingagenturen in den USA solche „globalen Wirtschaftsriesen“ wie Zypern in den Ramsch-Modus versetzen und das beinahe insolvente Heimatland so gut wie ungeschoren davon kommt. Ramsch bedeutet höchstes Risiko für die Anleger. Eine Stufe darunter ist mit dem Status „Zahlungsausfall“ der Sockel erreicht. Die USA steht kurz vor einem Zahlungsausfall und dennoch befindet sich die bewertete Bonität des Landes im Top-Bereich.

Anfang 2013 setzte die Ratingagentur Moody’s Zyperns Bonität um ganze drei Stufen nach unten. Ein wankender Bankensektor aufgrund maroder Kreditinstitute lautete die Begründung. Lediglich eine Woche vorher ermahnte die gleiche Agentur die USA zu weiteren Schritten gegen die hohen Haushaltsschulden und „drohte“ damit, die Aussicht auch weiterhin auf „negativ“ zu belassen. Das Anrühren der Top-Bonität „Aaa“ stand jedoch nicht zur Debatte.

Eine drohende Insolvenz und dennoch die Bewertung einer Top-Bonität. Die Logik fehlt gänzlich. Das Privileg, durch die eigene Notenbank notfalls Geld in unbegrenzten Mengen drucken zu können, hilft jedoch nicht über die schadlose Beseitigung des Schuldenbergs von beinahe 16,7 Billionen Dollar hinweg.

Ende Juni bekräftigte auch die Ratingagentur Fitch die hervorragende Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten. Die Bestnote „AAA“ wurde nicht angefasst und der Ausblick auf „negativ“ belassen.

Der dritte große Bonitäts-Bewerter Standard & Poor’s „wagte“ bereits im Jahr 2011 die Abstufung der USA aufgrund der enormen Verbindlichkeiten und den ebenfalls vorhergegangenen Streit um die Schuldenobergrenze. Anfang Februar 2013 leitete die US-Regierung gegen S&P ein juristisches Verfahren ein, da noch vor 2008 diverse Wertpapiere eine ungerechtfertigt gute Bewertung erhalten haben sollen.

Fitch rasselt mit den Säbeln

Die Ratingagentur Fitch meldete sich am Dienstag zu Wort und drohte mit der Abstufung der nach wie vor geführten Top-Bewertung für die USA. Die Schuldengrenze sei von der Politik nicht rechtzeitig angehoben worden und die Vorgänge im Streit um den Haushalt seien waghalsig. Dennoch bleibt der Spitzenwert „AAA“ bestehen, da von einer Einigung im Streit ausgegangen werde.

In der Tat ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich Demokraten und Republikaner „wie üblich“ in letzter Sekunde auf einem gemeinsamen Nenner wiederfinden und die Schuldenobergrenze auf einen neuen Höchstwert setzen. Damit wäre der „Glaubwürdigkeit“ der US-Ratingagenturen auch wieder Genüge getan.

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