Finanzmarkt blickt mit Spannung auf September EZB-Ratssitzung

EZB-Ratssitzung-


Am Donnerstag steht die EZB-Ratssitzung für den September 2014 an. Die Marktteilnehmer blicken gebannt auf die Verkündung Mario Draghis. Bleibt es wie es ist, wird doch noch an der Zinsschraube gedreht, oder feuert die Notenbank ihre „Bazooka“ ab? Der Start von Anleihekäufe durch die Notenbank ist inzwischen wahrscheinlicher geworden.

EZB

Das bisherige Potenzial ist beinahe ausgeschöpft. EZB müsste mit neuem Rezept aufwarten

Startet EZB im September die Anleihekäufe?

Am Donnerstag steht die nächste Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Allen voran blickt der europäische Finanzmarkt gebannt auf die Entscheidung der EZB-Räte. Die Pressekonferenz von Mario Draghi, Chef der Notenbank, wird aufzeigen, ob es bleibt wie es ist oder doch die bereits „entsicherte Bazooka“ abgefeuert wird.

Die Zinsschraube ist schon fast bis zum Anschlag versenkt. Der Europäischen Zentralbank steht im Bereich Leitzinsen kaum noch Spielraum zur Verfügung. Darüber hinaus führten die bisherigen Absenkungen nicht zum gewünschten Erfolg. Billigeres Geld sollte die Banken zur leichteren Kreditvergabe an Unternehmen motivieren, um so die Realwirtschaft zu befeuern. Doch Kreditinstitute sind nun mal renditeorientiert und die internationalen Handelsplätze versprechen weit höhere Gewinne als aus den Zinszahlungen der vergebenen Darlehen. Die Börsenbewegungen der letzten Monate spiegeln die EZB-Interventionen deutlich wider.

Auf der anderen Seite zeigt das Europäische Statistikamt (Eurostat) die Gründe für eine geringe Nachfrage an Krediten, vor allem in den südlichen Ländern der Eurozone. Rückläufiger Wirtschaftswachstum, deflationäre Entwicklungen, massiv hohe Arbeitslosenzahlen und neue Rekordverschuldungen. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen tendiert immer stärker zur Null. Von „blühenden Landschaften“ ist auf absehbarer Zeit nichts zu erkennen.

Die EZB könnte am Donnerstag durchaus die Entscheidung fällen, die „Dicke Bertha“ abzufeuern und mit den Anleihekäufen vom Sekundärmarkt in theoretisch unbegrenzter Menge durchzustarten. Ein äußerst umstrittenes „Projekt“, da der Aufkauf von Staatsanleihen, auch über einen Zwischenhändler eine Staatsfinanzierung darstelle und daher illegal sei, so Hans-Werner Sinn, Chef des Münchner ifo-Instituts am 31.08.14 zu Focus.

Der Euro scheint der EZB-Entscheidung bereits am Dienstag vorgegriffen zu haben. Mit einem weiteren Satz rutschte die Gemeinschaftswährung ein gutes Stück nach unten und erreichte gegenüber dem US-Dollar das Niveau vom September vergangenen Jahres. Für welche geldpolitischen Maßnahmen sich die EZB heute auch immer entscheiden wird, die finsteren Aussichten zahlreicher Ökonomen vermag dies kaum aufzuhellen.





Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.