Finanzierungslücken: Sparzwang für Griechenland soll verschärft werden

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Griechenland braucht innerhalb der kommenden Jahre mehr Geld für das Überleben in der Eurozone. Das steht fest. Die Geldgeber verlangen von Athen verschärfte Sparmaßnahmen und der von Bundesfinanzminister Schäuble vorgenommene Blick in die Zukunft reichte lediglich 1 Woche weit.

Sparmaßnahmen

Von Griechenland mehr sparen zum Wohle der Geldgeber gefordert. Bevölkerung steht außen vor

Bis 2016 wartet eine Finanzierungslücke von rund 10,5 Mrd. Euro

Die Wirtschaft Griechenlands scheint doch noch für einige Atemzüge in der Lage zu sein. So wie ein Komapatient, der zeitweise auch ohne ein Beatmungsgerät am Leben gehalten werden könnte. Offenbar noch „zu gesund“ für Brüssel und den Finanzministern der Euro-Länder. Denn sie verlangen von Athen für das Jahr 2014 weitere Einsparmaßnahmen, um für die langsam zur Neige gehende Infusionsflasche weitere 2 Milliarden Euro entgegenhalten zu können.

Am Montag fand sich in Luxemburg die Eurogruppe (Finanzminister der Euro-Mitgliedsländer) zusammen und beriet u.a. über die weiteren Maßnahmen für Griechenland. Dem griechischen Finanzminister Yannis Stournaras wurde nahegelegt, weitere Anstrengungen im Sparkurs anzustreben. Weitere 2 Mrd. Euro müssen eingespart werden.

Stournaras betonte im Anschluss der Gespräche, auf weitere „horizontale“ Schnitte im Renten- und Lohnsektor verzichten zu wollen. EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen hob die drohende Finanzierungslücke Griechenlands im Jahr 2014 hervor. Es ginge um die notwendige Schließung von fünf bis sechs Milliarden Euro. Doch lt. Ekathimerini (Dienstag) schloss Asmussen bereits im Vorfeld aus, dass die auslaufenden Staatspapiere durch Anleihen mit längeren Laufzeiten ersetzt würden.

Griechenlands Finanzminister sieht die Finanzierungslage in einem anderen Licht. Gegenüber Reportern erklärte Stournaras die stetigen Herausforderungen in der Finanzpolitik, aber „signifikante Lücken“ im Geschäftsjahr gebe es keine. Dennoch werde eine Finanzierunglücke von rund 5 Mrd. Euro innerhalb der zweiten Jahreshälfte 2014 erwartet. Dies sei u.a. Gesprächsstoff bei den Diskussionen der Euro-Finanzminister gewesen. Eine Entscheidung darüber, auf welchem Weg die Finanzierungslücke zu schließen sei, werde Ende Dezember gefällt. Eine Antwort auf die prognostizierte Lücke zwischen 10,5 und 10,8 Mrd. Euro bis 2016 soll es im Januar 2014 geben.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist ein Mitglied der Eurogruppe. Vor rund einer Woche betonte Schäuble wiederholt die Ablehnung von Euro-Bonds und eines weiteren Schuldenschnitts für Griechenland. Ob überhaupt eine Anschlussfinanzierung für das Krisenland notwendig sei, stünde zu diesem Zeitpunkt gar nicht fest. „Wahrscheinlich“ müsse es Mitte 2014 Gespräche geben, um die Notwendigkeit einer weiteren Finanzierung zu prüfen, so Schäuble. Das Thema werde aber erst mit dem Auslauf des gegenwärtigen Hilfsprogramms notwendig.

Nur wenige Tage nach dieser „Feststellung“ werden bereits äußerst konkrete Notwendigkeiten und Zahlen genannt.

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