Finanzielle Sicherheiten: Chinas Bürger üben sich in Gelassenheit

Finanzielle Sicherheiten-


Die Sorgen der Bürger innerhalb der Europäischen Union steigen an, während das Gefühl der finanziellen Sicherheiten in entgegengesetzter Richtung gleich stark abnimmt. Wer noch Geld und Vermögen besitzt, steht inzwischen vor dem Problem, das Kapital wenigstens Wert erhaltend anzulegen und muss zugleich dessen Entwendung durch „staatliche Weisung“ fürchten. Die Konjunktur im Euroraum spielt den Ängsten zusätzlich in die Hände. Im fernöstlichen China sehen die Menschen offenbar mit viel Gelassenheit auf die wirtschaftlichen Entwicklungen ihres Landes.

Gebündelte Existenzängste in Euro-Krisenstaaten

China
In China geübte Gelassenheit zur Zukunft

Der innerhalb des Euroraums durchgeführte „Aktionismus“ der letzten Monate hat bei vielen Bürgen die Frage aufgeworfen, wie sicher das persönliche Guthaben auf den Konten der Banken und die bisher bezahlten Beiträge für die Altersvorsorge überhaupt noch ist. Oft handelt es sich mit dem aktuellen Guthaben mehr um das Minimum für den Fortbestand der Existenz als um einen finanziellen Puffer. Die Aufwendungen für die vermeintlich gesicherte Rentenversorgung, falls finanziell überhaupt verkraftbar, setzen immer mehr den Verzicht an anderen Stellen voraus. Ehemalige „Trutzburgen der Sicherheiten“ sind dank der europäischen Politik inzwischen zusammengefallen wie die Mauern von Jericho und deren Trümmer begruben jegliche „Merkelsche“ Garantieversprechen für den Schutz der Guthaben aller Kleinanleger.

Wie hoch der Glaube der Bevölkerungen in unterschiedlichen Ländern in die Sicherheiten ihrer Vermögen noch ist, wollten der US-Finanzdienstleister Genworth Financial sowie Chinas größtes Versicherungsunternehmen (Gesundheitswesen) PICC Property and Casualty Co Ltd herausfinden. Für die regelmäßige Studie seit 2007 wurden lt. CRI online (Donnerstag) dieses Mal in 14 Ländern der Europäischen Union, in fünf Lateinamerikanischen Ländern und China insgesamt 13.000 Haushalte befragt.

Demnach sehen sich in Deutschland 22 Prozent der Haushalte als finanziell gefährdet, in Frankreich sogar 26 Prozent. Ein ausgesprochen hohes Sicherheitsgefühl muss demnach im Reich der Mitte vorherrschen. Lediglich 3 Prozent der chinesischen Haushalte würden sich als finanziell verwundbar einstufen. Der Optimismus ist nicht geringer stark ausgeprägt. Von über 1.000 Haushalten in Beijing (Peking), Shanghai, Wuhan und Guangzhou fürchtet nur 1 Prozent, dass innerhalb der nächsten 12 Monate eine finanziell verschlechterte Situation eintreten wird. 97 Prozent aller befragten chinesischen Haushalte blicken mit Zuversicht in die Zukunft gehen von nur seltenen Fällen finanzieller Probleme aus, so das Studienergebnis. China erreichte im Index mit 78 von 100 Punkten den bisher höchsten Wert seit der Einführung der Studie.

Unterschiede zu den akuten Problemen
Der hohe Anteil der optimistischen Einschätzungen beschränkt sich jedoch auf die langfristigen Entwicklungen, nachdem die offenbar bevorstehenden Schwierigkeiten überwunden worden sind. Nach den Umfrageergebnissen gaben 48 Prozent an, dass eine Absenkung des Lohn-Niveaus erwartet wird. Insgesamt gehen 39 Prozent generell aus verschiedenen Gründen von einem Rückgang der Einkommensverhältnisse aus. 12 Prozent fürchten um den Erhalt ihres Arbeitsplatzes und 20 Prozent der Befragten planten den Berufsausstieg aus gesundheitlichen Gründen.

Der Arbeitslohn, gefolgt von den Lebenshaltungskosten und die Sozialversicherung sind die größten Sorgen der chinesischen Haushalte. Die Hauptsorge der europäischen Einwohner betrifft dagegen die Lebenshaltungskosten, erst dann folgen Lohnverhältnisse und die Angst um das ersparte Vermögen. Der Vizepräsident für neue Märkte bei Genworth, Kevin Fleming, erklärte, dass die Menschen ihren finanzielle Sicherheiten eher mit der allgemeinen Wirtschaftssituation in Verbindung bringen, wo die Schuldenkrise besonders hart zugeschlagen hat, also in Südeuropa. Die Bürger Chinas hingegen sehen die allgemeine Wirtschaftslage relativ unbekümmert.

Bild: tarifometer24.com

Beitrag anderen Menschen mitteilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.