Fed Entscheidung sorgt für lachende und weinende Marktteilnehmer

Fed Entscheidung-


Lachende und weinende Gesichter zur Entscheidung der Fed. Börsianer tanzen um neue Rekordwerte herum und Devisenhändler die auf den Dollar setzten erleiden eine depressive Phase. Den Gold-Besitzern dürfte der Glanz ihres Lieblingsmetalls wieder attraktiver erscheinen. Lediglich der einfache Sparer sieht unbeteiligt zu und muss die Selbstbedienung anderer über sich ergehen lassen.

Wachstum

Schräges Bild: Der Mangel am US-Konjunktur-Wachstum sorgt für Wachstumsschübe an den Börsenwerten

Die eigentlich wenig überraschende Überraschung

Die Dollar-Tänzer auf den Devisenparketten sind deprimiert, die Gold-Investoren hoch erfreut. Die Entscheidung der Federal Reserve (Fed), die Geldschwemme in der derzeitigen Form beibehalten zu wollen, sorgt für völlig unterschiedliche Gesichtsausdrücke.

Wer als Anleger seine Finger bereits gen Devise Dollar gestreckt hatte, darf sie geschwind wieder einziehen. Die Ansage der fortgesetzten ultralockeren Geldpolitik von Fed-Chef Ben Bernanke hat dem Dollarkurs einen kräftigen Tritt verpasst. Eigentlich wurde nur verkündet, dass alles so bleibt wie es gerade ist. Es handelt sich um den Ankauf von Staatsanleihen in einem monatlichen Volumen von 85 Milliarden Dollar.

Offensichtlich haben sich zahlreiche Analysten auf die Variante einer reduzierten Geldflutung der Märkte nur deshalb eingestellt, weil die US-Notenbank die Möglichkeit in Erwägung gezogen hatte. Dabei stand diese Option von Beginn an in der Abhängigkeit einer sich erholenden US-Konjunktur. Weder konnte die Wirtschaft für berauschende Aufschläge zum BIP sorgen, noch wurden die Arbeitslosen in Massen von den Straßen geholt. Aus diesem Grund sollte die Fed-Entscheidung doch eigentlich nicht der große Paukenschlag gewesen sein.

Die Reaktionen an den Handelsmärkten sind jedoch immer weniger mit rationalen Gründen zu erklären. Am Donnerstag kletterten die Werte an den Handelsparketten steil nach oben. 8.750 Punkte zeigte der Dax in Deutschland an. Anleihen wurden teurer, aber gleichzeitig vielen deren Zinsen nach unten. Der Dollar-Kurs neigte sich steiler abwärts und verlor kräftig. Gold dagegen übersprang die erst am Mittwoch unterschrittene 1.300,- Dollar-Marke mit leichtem Fuß.

Somit ist weiterhin für sehr viel billiges Geld gesorgt und die Liquidität an den virtuellen „Werte-“ Märkten sorgt für den geölten Austausch der Papiere.

Lebhafte Unterstützung für die Entscheidung erhielt die Fed vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Die US-Notenbank hätte genau den Kurs fortgesetzt, welcher der Währungsfonds für den einzig empfehlenswerten hielt. Eine Reduzierung des Ankaufprogramms könne nur in Anlehnung mit positiven Konjunkturdaten eingeleitet werden. Die Fed-Entscheidung relativ gelassen sieht der Chef-Ökonom der DZ Bank, Stefan Bielmeier. Profitieren würden nach seiner Ansicht die Immobilienmärkte in den USA wie auch in Deutschland. Eine Übertreibung der Niedrigzinspolitik wäre noch nicht in Sicht, da die Banken in Deutschland ihre Kreditstandards noch „nicht merklich gelockert haben“, so Bielmeier, lt. Handelsblatt Online.

Den richtigen Weg der US-Notenbank bestätigte dem Handelsblatt Online auch Gustav Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Ein langsamer Ausstieg aus der „sehr expansiven Geldpolitik“ könne erst eingeleitet werden, wenn sich die US-Konjunktur gefestigt habe, so Horn. Ein Handelsdruck bestehe auch nicht in Bezug auf eine Inflationsgefahr, da diese in den USA derzeit nicht erkennbar wäre, so der IMK-Direktor.

Sparer sind Verlierer
Gewinner der fortgesetzten Billiggeld-Politik seien die Unternehmen. Diese können ihre Pläne über den Kapitalmarkt leichter finanzieren und dies sollte auf lange Sicht zu einem „stabilen Investitionsaufschwung führen“, erklärte Horn. Für Sparer hingegen wird sich nichts ändern. Der Kaufkraftverlust aufgrund niedriger Zinsen und höherer Inflation wird unvermindert fortgesetzt.

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