EZB zieht Konsequenzen – Geldschwemmen-Politik verlängert

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Die Europäische Zentralbank (EZB) zog angesichts der wiederholt fallenden Inflationsrate in der Eurozone die Konsequenzen. Banken müssen für das Auslagern von Kapital höhere Zinsen bezahlen und die Geldschwemme geht noch vor Ablauf in die Verlängerung.

Bargeld

EZB-Geldpolitik spielt den Aktien- und Finanzmarktteilnehmern zu

Geldschwemmen-Politik vorerst um ein halbes Jahr verängert

Bliebe die Inflationsrate innerhalb der Eurozone wenigstens auf gleichem Niveau, hätte EZB-Chef Mario Draghi wenigstens einen Ansatzpunkt für stolz präsentierte Erfolge der Geldpolitik. Doch trotz der massiven Geldschwemme von rund 60 Mrd. Euro monatlich durch Anleihekäufe rutscht die Inflationsrate wieder ab.

Bisher alles ohne Erfolg. Die EZB sägte den Leitzins jäh auf 0,05 Prozent ab, führte „Negativ-Zinsen“ für die Einlagen der Geschäftsbanken ein und startete das Anleihe-Kaufprogramm in einem Volumen von 60 Mrd. Euro pro Monat. Die Inflationsrate in der Euro-Gemeinschaft sackt dennoch ab.

Nach der zweitägigen EZB-Ratssitzung kamen die Räte mehrheitlich zur Überzeugung, dass wohl die Anhebung des „Strafzinses“ für Banken von -0,2 auf -0,3 Prozent sowie die Verlängerung des Anleihe-Kaufprogramms das richtige Rezept sei.

Im März 2015 startete die Notenbank ihr „60-Mrd.-Bazooka-Programm“ und setzte die Laufzeit bis September 2016 fest. Noch vor dem Jahreswechsel kommen die Währungshüter zum Schluss, dass das Anleihekaufprogramm mindestens bis März 2017 laufen solle. Eine weitere Verlängerung sei wahrscheinlich. Das anvisierte Ziel beschreibt nach wie vor eine Wunsch-Inflationsrate von knapp 2 Prozent.

Gewinner dieser EZB-Entscheidung dürften wie bisher die Finanzmarkt- und Immobilienmarktteilnehmer sein. Verlierer „natürlich“ die einfachen Sparer und Anleger. Der Versicherungsbranche ist die laufende Geldpolitik in der Eurozone mehr als unsympathisch. Der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland, bezeichnete die EZB-Geldpolitik als ein „riskantes Experiment, ohne Rücksicht auf gefährliche Konsequenzen“. Mit dem Start der Niedrigzinspolitik steht die Versicherungsbranche vor dem großen Dilemma teils völlig unrentabler Kapitalmärkte gegenüber den hohen Rendite-Versprechungen zahlreicher Alt-Verträge.





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