EZB sieht noch offenen und notwendigen Handlungsspielraum

Konjunktur Eurozone-


Sollten sich nicht bald spürbare Erhohlungs-Tendenzen in der Eurozone einstellen, wäre die Europäische Zentralbank dazu bereit, weitere notwendige Maßnahmen durchzuführen. Das weitere Absenken des Leitzinssatzes gehört ebenfalls zu den möglichen Schritten wie das Davorsetzen eines negativen Vorzeichens.

Die EZB könnte gegenüber Banken auch Negativzinsen einführen

Eurokrise
Negative Zinsen sollen Banken in Bewegung bringen

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), könnte mit der am Donnerstag vorgenommenen Absenkung des Leitzinssatzes auf 0,5% lediglich einen Vorgeschmack für weitere Maßnahmen geliefert haben. Sollte es als erforderlich gehalten werden, dann werde man den Leitzins noch weiter absenken, denn die EZB sei für „weitere Handlungen“ bereit.

Die Pläne für die geldpolitischen Einflussnahme gehen offenbar schon so weit, dass Negativzinsen ins Gespräch gekommen seien. So erklärte der Vorstand der Sparda-Bank Berlin, Frank Kohler, in Welt online (Samstag), die Zentralbank bereits Szenarien durchspielte, die sich mit dem negativen Zinssatz beschäftigten. In diesem Fall würden die Banken eine Gebühr für überschüssige Liquidität zu entrichten haben. Damit sollen die Banken förmlich gezwungen werden, ihr Kapital in die Wirtschaft zu befördern.

Dieser Vorgang hätte lediglich den enormen „Kollateralschaden“ von weiter abstürzenden Zinsen für Sparkonten der Bürger. Letztendlich kann der Zinssatz auch als ein „Preis für das Geld“ angesehen werden und die bisher schon gelockerte Geldpolitik der EZB sorgte für die ersten Geld-Schwemmen in den Märkten. Es ist bereits jetzt schon zu viel Geld im Kreislauf und ein Zuviel drückt den Preis, in diesem Fall den Zins für Sparguthaben.

Ein negativer Zinssatz samt „Strafgebühren“ könnte die Kreditinstitute tatsächlich dazu führen, das Kapital der Realwirtschaft zukommen zu lassen. Neben den weiter fallenden Guthabenzinsen wäre allerdings eine weitere Bedingung für eine ansteigende Inflation geschaffen.

Die Märkte scheinen sich von der Nachricht weiterer möglicher Maßnahmen durch die EZB sichtlich nicht erfreuen zu können. Der deutsche Leitindex DAX hielt nach seinem fulminanten Aufstieg der letzten Tage erstmals inne und gab um rund 40 Punkte nach. Die Einheitswährung konnte sich bis letzte Woche ebenfalls „überraschend“ bei rund 1,31 Dollar halten und rutschte nun zum Wochenanfang um 0,3 Prozent ab.


br />

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.