EZB sammelt erste Hilfskredite an Euro-Banken wieder ein

Eurokrise-


Ende Januar 2013 könnte bei der Europäischen Zentralbank mehr Geld eintreffen als zunächst eingeschätzt. Zahlreiche Banken in der Eurozone wollen von ihrem „Sondertilgungs-Recht“ Gebrauch machen und mit etwas Überraschung rund 137 Milliarden Hilfskredite zurück zahlen.

EZB sammelt die ersten Hilfskredite wieder ein

Rückzahlungen
Die ersten Schuldenrückzahlungen der Euro-Banken
Bild: s.media / pixelio.de

Ein unverhofft großer Geldsegen soll demnächst aus dem Euroraum bei der Europäischen Zentralbank (EZB) eintreffen. Der Rückfluss von an Banken ausgezahlten Hilfskrediten übertrifft die Erwartungshaltung der EZB bei weitem. Statt wie die bisher einkalkulierten 50 bis 100 Milliarden Euro wollen die Kredithäuser der Eurozone offenbar 137,2 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank zurück überweisen. Ende 2011 gewährte die EZB den Geldhäusern Kredite auf langfristige Sicht und mit der ersten Runde der Tilgung fällt das Volumen mit gut 137 Milliarden Euro höher aus als angenommen.

Die EZB teilte am Freitag mit, dass 278 Banken die Möglichkeit von vorzeitigen Rückzahlungen nutzen wollten („Sondertilgungs-Rechte“). Der 30. Januar wäre der erste Stichtag für eine verfügbare Fälligkeit. Mit dem 27. Februar könnte eine weitere Welle der Rücküberweisungen folgen. Eigentlich hätten die Kredithäuser mehr Zeit zur Verfügung, um die Hilfsgelder zurück zu geben. Ende 2011 wurden die Kredite von der EZB mit einer Laufzeit von 3 Jahren vergeben. Mit einer weiteren Auflage von Notkrediten im Februar 2012 wurde das Gesamtvolumen auf rund 1.000 Milliarden Euro ausgeweitet.

Mit der Angabe der angekündigten Gesamtsumme beließ es die EZB. Weitere Details, um welche Kredithäuser aus welchen Ländern es sich handelte, wurden nicht angegeben. Dennoch vermuten Beobachter lt. Wall Street Journal (WSJ), dass es sich überwiegend um die Geldhäuser der Nordstaaten Europas, u.a. Deutschland und Frankreich handeln müsste, da diese über ausreichend viele Geldquellen verfügten. Ganz anders ist jedoch die Lage der Banken in den Südländern der Eurozone. Diese werden voraussichtlich an den Langfrist-Krediten festhalten wollen.

Die US-Ratingagentur Moody’s sieht den Rückfluss des geliehenen Kapitals sehr kritisch. In den Augen der Agentur benötigten besonders die Peripherie-Länder noch sehr viel mehr Kapital als sie bisher erhielten. Besonders die Banken Spaniens, Irlands, Italiens und Großbritanniens müssten noch viel mehr Geld zurücklegen, um die sich noch im Umlauf befindlichen faulen Kredite abfangen zu können. Für das notwenige Kapital könnte wiederholt der europäische Steuerzahler abgegriffen werden, so Moody’s lt. ZeroHedge. .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.