EZB-Ratssitzung: Leitzinsen bleiben und Bazooka wird entsichert

Eurokrise-


Der EZB-Rat beschloss am Donnerstag die Beibehaltung der aktuellen Leitzinsen und die Aufstockung der Bilanzsumme um gut 1 Billion Euro. Der „Bazooka-Einsatz“ für den massiven Ankauf von Staatsanleihen rückt näher.

EZB

Die angekündigten Anleihekäufe dienten zur Beruhigung. Jetzt wird’s langsam ernst

EZB will Bilanzsumme von 2 auf 3 Billionen Euro erhöhen

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) hat gesprochen und sein Rücken war durch den EZB-Rat ordentlich gestärkt. Den „Mauscheleien zum Trotz“, dass einige Ratsmitglieder mit Draghis Stil und Ideen nicht Einklang zu bringen seien, wurden die Beschlüsse am Donnerstag sehr einhellig gefasst.

An den Leitzinsen wurde nicht Hand angelegt. Beim Hauptrefinanzierungszins von derzeit 0,05% gäbe es ohnehin kaum noch was zu drehen. Dafür wurde die seit rund 2 Jahren angekündigte „Bazooka“ nun endgültig aus dem Finanz-Waffenschrank geholt und durchgeladen.

Der Kern des Beschlusses liegt im gesteckten Ziel, die Bilanzsumme der EZB auf den Stand von März 2012 zu bekommen. Dieser erst einmal nicht viel sagende Beschluss beinhaltet jedoch die erneute Flutung der Finanzmärkte um 1 Billion Euro. Die Bilanzsumme von derzeit 2 Billionen Euro soll auf 3 Billionen Euro aufgestockt werden.

Die einzusetzenden Mittel sind im Detail noch nicht geklärt, aber der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB rückte in greifbare Nähe. Offensichtlich hat auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann keine Bedenken mehr zu dieser „unkonventionellen Maßnahme“. Die seit gut zwei Jahren und erst bis kürzlich angesetzten Kritiken zu den Anleihekäufen scheinen verflogen. Der EZB-Beschluss vom 06. November ist von allen Rats-Mitgliedern unterschrieben worden.

Noch belässt es die EZB bei einer Ankündigung, doch der Euro reagierte sofort. Die Gemeinschaftswährung sackte auf rund 1,24 Dollar nach unten. In freudiger Erwartung weiterer steigender Liquidität in den Finanzmärkten legten dagegen die Aktienmärkte kräftig zu. Eine indirekte Ansage, wohin die weiteren Finanzspritzen der Notenbank fließen werden. Das „eigentlich offizielle“ Ziel der belebten Realwirtschaft wird voraussichtlich auch mit Ankäufen der Staatsanleihen kaum erreicht werden können.





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