EZB-Ratssitzung: Draghi muss nun sein „Versprechen“ einlösen

EZB Ratssitzung-

Heute Nachmittag sollte Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), den Gerüchten Klarheit verschafft haben. Seinen Worten „er werde alles tun, um den Euro zu retten“, folgten die Spekulationen von Politiker, Wirtschaftsexperten und Börsenhändlern, wie dieser Weg wohl aussehen könnte.

Nach lauten Euro-Rettungsversprechen müssen Taten folgen

Eurokrise
Wohin schwimmt der Euro?

Gegen die Mittagszeit beginnt die EZB-Ratssitzung, bei der Mario Draghi Fakten und Vorschläge auf den Tisch bringen muss. Für seinen „Feldzug“ gegen die Euro-Krise gilt als sehr wahrscheinlich, dass der EZB-Chef den Anleihenankauf von Schuldenstaaten, derzeit besonders Italien und Spanien, wieder auf „vollen Touren“ durchstarten will.

Als „Plan B“ könnte auch der Vorschlag unterbreitet werden, dem geplanten Rettungsfonds ESM eine Bankenlizenz zu erteilen. Damit stünden alle Türen und Tore offen, von der EZB Geld in unbegrenzter Höhe anzufordern.

Eine „endlose Geldschwemme“ mit der Flussrichtung EZB zum ESM wird sogar als wahrscheinlich angesehen, da das Gesamtpaket mit 700 Mrd. Euro für den Rettungsfonds schon als unzureichend eingeschätzt wird, noch bevor dieser überhaupt an den Start gegangen ist.

Hat sich Mario Draghi selbst in die Nesseln gesetzt?
Die Jubelrufe aus den Börsenmärkten waren nach Dragh’s „Bazooka-Versprechen“ unüberhörbar. Das Ziel, die hohen Zinssätze für Italiens und Spaniens Anleihen durch „alles Erdenkliche“ wieder zu drücken, wurde vom Markt durch eine Rally bei diesen Staatspapieren quittiert.

Besonders die Märkte stecken ihre größte, vielleicht auch die einzige Hoffnung in die Ergebnisse der heutigen EZB Sitzung. Mario Draghi sieht sich vor einer enormen Erwartungshaltung ausgesetzt. Offenbar hat er sich seine präkere Situation selbst zuzurechnen.

Seine Ankündigung, dass die „Rettungsmaßnahmen auf jeden Fall ausreichend sein werden“, dürfte entweder im „Affekt“ gewesen sein, oder ein „persönlicher Vorstoss“ im Sinne der Investmentbanker.

Draghi verkündete sein Versprechen vor der Gemeinschaft versammelter Investmentbanker in London, eine „Banker-Party“. Darüber hinaus ist der Chef der „unabhängigen“ Zentralbank Europas Mitglied im sog. G30, (Group of Thirty), ein „Banker-Club“.

Kritische und auch „entsetzte“ Stimmen zu den interpretierten Plänen des EZB-Chefs, drangen besonders aus den Reihen der deutschen Politiker. Die Bankenlizenz für den ESM wird (noch) vehement abgelehnt. Proteste aus der Bundesregierung sowie der Bundesbank wurden von Brüssel ggfs. zur Kenntnis genommen, aber in keiner der wichtigen Gremien, u.a. in der EZB, verfügt Deutschland noch über ein Mitspracherecht.

Man könnte auch sagen, „Draghi hat große Töne gespuckt und nun müssen Taten folgen“. An diesem Punkt könnte eine große Gefahr stecken. Der immense Erwartungsdruck durch Märkte und Politiker der Schuldenstaaten, könnten rationale Entscheidungen in den Hintergrund drücken, nur um damit das eigene „Gesicht wahren zu können“.

Aufkäufe von Staatspapieren der Schulden-Länder wären keine Neuerfindung des Rades. Einst durch Draghi’s Vorgänger, Jean-Claude Trichet, eingeführt und praktiziert, aber seit dem Führungswechsel bis heute pausiert. Wirklich neu wäre die „Anti-Euro-Krisen-Waffe“ Banken-Lizenz für den ESM.

Egal welche Variante zum Tragen kommt, beide Wege umgehen das im Maastrichter Vertrag festgelegte Verbot, Schuldenstaaten direkt durch die EU-Zentralbank zu finanzieren. Somit engagiert sich die EZB wieder aktiv im „freien Markt“, deckt sich mit Anleihepapieren der Schulden-Staaten ein und beschleunigt die Notenpresse auf Volllast, um dem ESM mit Frischgeld zu versorgen.

Hauptsache die Märkte und Zocker sind ruhig gestellt
Derzeit stehen die Börsenaktivisten auf ihren Handelsparketten wie hilflose Fußballspieler auf dem Feld, die nicht in der Lage sind, ihr Spiel zu spielen, weil der Ball fehlt und das Gras zu hoch gewachsen ist. Der Platzwart, die EZB, müsse zuerst wieder den Ball ins Spiel bringen und das Feld einebnen. Alle Zuschauer, die Steuerzahler, bezahlten teures Geld für ihre Tickets, weil ihnen ein grandioses Match versprochen worden ist. Nun stellt sich aber heraus, dass der Preis nur für die Sitzplätze gedacht ist. Rasenmäher und Ball kosten einen horrenden Aufpreis. Alle Beteiligten wollen „glückliche Spieler sehen“.

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