EZB-Maßnahmen ohne Wirkung: Kredithürde gestiegen

Eurokrise-


Die EZB-Maßnahmen verfehlen ihre Wirkung. Höhere Strafzinsen und billigeres Geld für die Banken führten nicht zur erwünschten Kreditvergabe an die Unternehmen. Die Kredithürde ist sogar angestiegen.

EZB Frankfurt

Kredithürde trotz höherer Negativzinsen und Null-Leitzins angestiegen

Höhere Kreditvergabe: Falsches Etikett für Kapitaltransfer

Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte den Einlage-Zins für Banken auf -0,4 Prozent. Damit wird das Parken von Kapital bei der Notenbank teurer. Der Hauptrefinanzierungszinssatz (Leitzins) liegt auf Null. Damit ist das Ausleihen von Kapital bei der Notenbank billiger. Das Kalkül: Die Kreditinstitute vergeben lieber mehr Kredite an Unternehmen, anstatt es für teures Geld bei der EZB zu deponieren. Das bisherige Ergebnis: Aufgeblähte Aktienmärkte.

Weder ist die Kreditvergabe an die Realwirtschaft angestiegen, noch wurde die Inflation („gesamter Warenkorb“) in die Höhe getrieben. Die Maßnahmen der EZB erwiesen sich diesbezüglich als völlig wirkungslos. Eigentlich auch nicht überraschend. Die Geldpolitik der niedrigen Zinsen zogen die Renditen für Kredite mit in den Keller. Banken könnten den Unternehmen Kredite zu niedrigen Zinssätzen vergeben, aber die erreichbaren Renditen an den Finanzmärkten sind einfach zu verlockend, um das „gute billige Geld“ einfach so der Realwirtschaft zu überlassen.

Der Unwille, den (relativ wenigen) Unternehmen mit Investitionsabsichten durch Kreditvergaben zu unterstützen, ist bei den Kreditinstituten sogar gestiegen. Das Münchner ifo-Institut stellte im März 2016 einen Anstieg der Kredithürde von vormals 14,5 auf 15,2 Prozent fest. Der größte Sprung nach oben seit Juni 2014. ifo stellte fest: „Die neuerliche Zinssenkung der Europäischen Zentralbank hat keinen sichtbaren Einfluss auf die hiesigen Märkte für Unternehmenskredite“.

Die EZB setzt ihren Kurs jedoch unbeirrt fort. Höhere Strafzinsen, Null-Leitzins und beschleunigte Anleihekäufe mit einem Volumen von inzwischen 80 Milliarden Euro pro Monat. Damit unterstützt die Notenbank die maroden Kreditinstitute in der Eurozone und greift den überschuldeten Mitgliedsländern unter die Arme, u.a. auf Kosten der Sparer in der Bundesrepublik. Hier dürfte das eigentliche Ziel der EZB-Politik zu finden sein und der Geldtransfer funktioniert annähernd reibungslos.


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