EZB Daten April 2013: Privatvermögen in der Euro-Zone

Privates Vermögen Euroraum-


Mit etwas Verspätung hat die EZB die Verhältnisse zu den Privatvermögen in der Eurozone veröffentlicht. Einzelheiten geben Aufschluss über das Hab & Gut der Haushalte in Form von Bargeld, Schulden und materiellem Besitz. Was für den Privatbürger interessant klingt, könnte für Europas Politiker und Banken die Berechnungsgrundlage für künftige „Kapital-Verschiebungen“ darstellen.

Die Vermögensverhältnisse im Euroraum

Reichtum
Europas Reiche und Arme in 17 Ländern

Die Privatvermögen in der Eurozone sind alles andere als gleichmäßig verteilt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte gestern Nachmittag die Statistik zum Hab & Gut der Privathaushalte innerhalb des Euroraums (17 Länder) veröffentlicht und eigentlich das bestätigt, was vielerorts bereits kontrovers diskutiert wurde.

In Deutschland sorgte bereits der im Jahr 2012 veröffentlichte Armutsbericht zu heftigen Debatten, nicht zuletzt durch den sichtlichen Bedarf, die Einzelheiten durch die Bundesregierung, allen voran Wirtschaftsminister Phillip Rösler (FDP), kaschieren zu müssen.

Die Veröffentlichung der Vermögensstatistik sollte ursprünglich an einem früheren Zeitpunkt stattfinden, aber die „Operation Zypern“ hatte dazu geführt, die teils brisanten Details über Reichtum und Armut vorerst im „Halbschatten“ zu belassen. Letztendlich befand sich der mediale Mittelwert der Privatvermögen Zyperns bei knapp 270.000,- Euro.

Einzelheiten zum Vermögensstand im Euroraum

Bargeld, Anlagen und Konten
Nach den von der EZB veröffentlichten Daten besitzen 96,4% der Haushalte ein Konto bei der Bank, entweder als Girokonto oder in Form einer Sparanlage. 33% sind Inhaber einer privaten Lebensversicherung bzw. einer Police zur Altersvorsorge. 15% der Haushalte nutzen eine andere Variante als Sparmaßnahme, deren Unterteilung jedoch stark vom jeweiligen Einkommen abhängt. Am oberen Ende der Einkommenshöhen (das letzte Fünftel) aller Haushalte besitzen 24,4% Aktien und 26,5% Wertpapierfonds.

Materielle Besitztümer
Im Durchschnitt besitzen innerhalb der Eurozone 60,1% der Haushalte eine Wohnung bzw. ein Haus. Anteilig sind 40,5% des Wohneigentums bereits abbezahlt und 19,4% nach wie vor von einer Hypothek belastet. Der mediane Mittelwert des privaten Wohneigentums im Euroraum beträgt 180.300,- Euro. Zusätzlich besitzen 23,1% aller Privathaushalte ein Grundstück mit einem Mittelwert von 103.400,- Euro.

Im Euro-Raum besitzen 75,7% ein Fahrzeug. Deren medianer Mittelwert beträgt 7.000,- Euro.

Erfasst wurden auch Privathaushalte, die ein Unternehmen besitzen und mindestens ein Haushaltsmitglied darin beschäftigt ist. Innerhalb der Eurozone besitzen 11,1% ein selbstständiges Unternehmen mit einem Mittelwert in Höhe von 30.000,- Euro.

Schulden, Hypotheken
Mit 43,7% sind nur knapp unter die Hälfte aller Haushalte in der Eurozone verschuldet. Davon sind 29,3% durch normale Konsumentenkredite oder andere Schulden belastet und 23,1% haben noch eine Hypothek zu bedienen. Der Mittelwert der gewöhnlichen Darlehen beträgt 5.000,- Euro während der Mittelwert der Hypotheken bei 68.400,- Euro liegt.

Privatbesitz in den Ländern
Die Untersuchungen haben ergeben, dass Deutsche im Mittel 51.400,- Euro besitzen, Österreicher 78.400,- Euro. In Zypern wird der Vermögensstand auf 266.900,- Euro (noch vor dem Staatskonkurs) beziffert, in Italien mit 173.500,- Euro und in Spanien mit 182.700,- Euro. Spitzenreiter sind die Privatpersonen in Luxemburg, die auf einen Mittelwert von beinahe 400.000,- Euro kommen.

Besonders „Vermögensdrückend“ für die Deutschen sowie für die Bürger Österreichs wirkt sich der vergleichsweise geringe Immobilienbesitz aus. Der Anteil liegt jeweils deutlich unter 50% und gegenüber anderen Euro-Ländern, speziell Südländer, sehr gering.

Daten einfach mit Gelassenheit betrachten

Der angegebene Mittelwert im Median ist stets mit Vorsicht zu genießen und kann leicht fehlinterpretiert werden. Der Median bildet sich aus der gedachten Linie in der Mitte aller erfassten Mittelwerte und stellt nicht den allgemein vorgestellten Durchschnittswert dar. Wurden z.B. 1.000 Einzeldaten erfasst, befindet sich der Median beim 500. Wert, egal wie niedrig bzw. wie hoch die Werte am oberen oder unteren Ende sind.

Dennoch kann aus dem Medianwert eine eher qualitative Aussage zum Verhältnis zwischen Arm und Reich gewonnen werden, setzten jedoch quantitative Einzelheiten zu den Einkommensverhältnissen der unterschiedlichen Haushalte voraus. Im Prinzip reichte es bereits aus, dass nur ein einziger Multi-Milliardär seinen Wohnsitz nach Deutschland verlegte und prompt steigt auch der Medianwert sprunghaft nach oben, ohne bei den „restlichen“ Deutschen den Kontostand auch nur um einen einzigen Cent zu erhöhen.

Ungleiche Vermögensverteilung bereits über „Zwei-Drittel-Mehrheit“
Tatsächlich wird in der Studie der sog. Gini-Index für Nettovermögen auf 0,76 und für Bruttovermögen auf 0,73 festgelegt. Eine Maßzahl für Ungleichheiten in der Vermögensverteilung. Eine Null wäre das Ideal der Ausgewogenheit, eine Eins das Maximum an Ungleichheit.

Vermögensstände aus Sachwerte direkt in einen Euro-Wert umzurechnen, könnten spätestens dann zur Makulatur werden, wenn z.B. das Haus keinen Käufer findet, andernfalls bliebe man auf seinem „Vermögen“ sitzen, das im Überfluss noch Geld durch Energie und Instandhaltung verschlingt. Von der Immobilie kann nicht abgebissen werden. Fragen Sie in Spanien nach. Die Eigentümer und ehemaligen Eigentümer von Wohnimmobilien, sowie die Banken können fundierte Auskunft über eine solche Situation erteilen.

Das Potenzial ist demnach enorm
Man wird das Bild nicht los, bei dem die Banker und Politiker Europas bei der EZB bereits Stellung bezogen haben, um sich die privaten Vermögen der Bürger auf einer strategischen Land- und Vermögenskarte untereinander aufzuteilen.

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