Evangelische & katholische Kirchen schwimmen im Geld

Kirchenvermögen –


Die beiden Institutionen evangelische und katholische Kirche schwimmen im Geld. Einen Großteil der Zuflüsse nehmen die Kirchensteuern ein und diese stiegen in den vergangenen Jahren trotz sinkender Anhängerschaft weiter an.

Kathedrale

Prunk muss schließlich von irgendwas bezahlt werden

Steigende Kirchensteuereinnahmen trotz sinkender Mitgliederzahl

Die Mitglieder der evangelischen und katholischen Kirche schwinden, aber beide Institutionen erfreuen sich steigender Kirchensteuereinnahmen. Seit dem Jahr 2004 haben sich die Einnahmen beider Kirchen trotz deutlich gefallener „Anhänger-Zahl“ annähernd verdoppelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Grund für die höheren Kirchensteuereinnahmen sei die hohe Beschäftigung und der progressive Einkommensteuertarif.

Die Kirchensteuer wird zwar von den jeweiligen Finanzagenturen eingetrieben, aber das Bundesfinanzministerium ist kaum bis gar nicht bekümmert um die Entwicklung der Steuer für die evangelische und katholische Kirchen. Die von den Einkommensteuer abgezogenen Kirchensteueranteile fließen zu den christlich orientierten Institutionen auf direktem Wege. Eigentlich müsste es den Finanzbehörden ein Leichtes sein, die Entwicklung der Kirchensteuer nachzuvollziehen. Von den einbezogenen Kirchensteuer behalten die Finanzagenturen im Schnitt drei Prozent quasi als „Verwaltungsgebühr“ ein. Für das Jahr beträgt diese Einzugsgebühr lt. IW rund 400 Millionen Euro. Das Aufkommen einschließlich Kirchgeld wird im Jahr 2018 voraussichtlich rund 12,6 Milliarden Euro betragen. Im vergangenen Jahr lag die Summe bei ca. 12,1 Milliarden Euro.

Kirchenmitglieder von 51,6 auf knapp 45 Millionen geschrumpft

Im Jahr 2004 waren im Bundesgebiet beiden Kirchen noch rund 51,6 Millionen Menschen anhängig. Bis zum Jahr 2017 schrumpfte die Zahl auf rund 44,9 Millionen Menschen zusammen. Die Bevölkerungszahl verringerte sich hingegen nicht. Die Finanzkrise habe zwar die Einnahmen durch Kirchensteuer etwas verringert, aber seit 2010 steigen die Zuflüsse über die Finanzagenturen wieder jährlich an. Die Zuwächse sind lt. IW auch bei Gegenüberstellung der jährlichen Inflationsrate im klaren Plus. Zwei Gründe seien ausschlaggebend: Die hohe Beschäftigung führte zu einer höheren Lohnsumme und zweitens profitieren auch die Kirchen überproportional von Einkommenserhöhungen aufgrund der progressiven Einkommensteuertarife.

Mitgliedsbeiträge für Protestanten etwas günstiger

Anhänger der katholischen Kirche zahlen demnach im Jahr 2018 eine Kirchensteuer in Höhe von 291 Euro. Protestanten müssen durchschnittlich 278 Euro abführen. Die Entwicklung der Kirchensteuer ging soweit, dass die Steuer im kommenden Jahr rund doppelt so hoch sein wird wie im Jahr 2004.

Selbst wenn die Mitgliederzahl weiterhin um 400.000 bis 500.000 Menschen pro Jahr schrumpfen wird, dürfte der Trend steigender Kirchensteuereinnahmen weiter anhalten, so IW. Geschätzt werden die katholische Kirche im Jahr 2023 einen Geldsegen in Höhe von 8,2 Milliarden und die evangelische Kirche 7,0 Milliarden Euro erhalten. Anteilig erhalten die katholische Kirche 54 Prozent und die evangelische Kirche 46 Prozent der Steuereinnahmen.

Kirchenssteuer sind nur ein Teil der Gesamteinnahmen

Dennoch nimmt die Kirchensteuer nur einen Teil der Gesamteinnahmen ein. Für die evangelische Kirche liegt der Steueranteil zu den Gesamteinnahmen bei 43 Prozent. Zu den weiteren Einnahmequellen zählen u.a. Spenden, Mieteinnahmen, Elternbeiträge, Kindertageseinrichtungen (rund 8.800) und Horte (455). Die katholische Kirche zählt rund 9.370 Kindertageseinrichtungen und 563 Einrichtungen zur Erwachsenenbildung.

Kath. Vermögen bei rund 200 Milliarden Euro im Bundesgebiet

Der Wert der von der katholischen Kirche im Bundesgebiet im Jahr 2001 besessenen Grundstücken, Geldanlagen, Immobilien und Beteiligung wurde vom Sozialwissenschaftler Carsten Frerk nach einer Untersuchung auf rund 270 Milliarden Euro geschätzt (Quelle). Mit einem Grundeigentum von 8.250 qkm ist die römisch-katholische Kirche der größte private Grundbesitzer im Bundesgebiet. Nach einer erneuten Untersuchung im Jahr 2013 schrumpfte der Vermögenswert der katholischen Kirche auf rund 200 Milliarden Euro zusammen. Zu den Einnahmequellen der Kirche gehören neben Kirchensteuer und Vermögenserträge auch Staatsleistungen (also weitere Steuermittel).

Das größte Teilvermögen der katholischen Kirche orientiert sich offenbar nach „bürgerlichen Verhältnissen“ und ist in München zu finden.


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