Euro-Zone und Luxemburg auf Konfrontationskurs

Euro Krise-


Konfrontation zwischen Luxemburg und der Eurozone. Die aufflammende Eurokrise brachte ausreichend viel neuen Zündstoff ein, um in der Euro-Zone für erheblichen politischen Unfrieden zu sorgen. Zypern ist vorerst „kalt gestellt“ und die Aufmerksamkeit wurde bereits auf den Bankensektor Luxemburgs gerichtet. Doch das kleine Euro-Mitgliedsland ging in die Offensive über.

„Hegemoniestreben ist gegen die Solidarität“

Konfrontationen
Euro-Zone: Konfrontationen in allen Richtungen

„Angriff ist die beste Verteidigung?“. Das „eindrucksvolle“ Beispiel Zypern könnte in zweifacher Hinsicht als ein Muster verwendet werden. Deren Problem-Ursachen und die angewandte Lösung dafür. Das vorübergehende Retten des insolventen Euro-Mitgliedsstaates wurde bereits vom Chef der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem, indirekt als eine „Blaupause bzw. Schablone“ für künftige Rettungsmaßnahmen anderer Krisenstaaten bezeichnet.

Im Augenblick ist jedoch die europäische Politik eifrig darum bemüht, diese Kernaussage als „ein Versehen, falsch, und missverständlich“ zu deklarieren und die Motivation zu dieser „Torheit“ als pure „Übermüdung“ des niederländischen Finanzministers abzuhandeln. Die Rettungsmaßnahmen Zyperns mit dem Einbezug der Sparer wären „ein individueller Fall“ gewesen, der in dieser Form nicht mehr in Erscheinung treten dürfte, lauten inhaltlich die finalen Aussagen.

Als das Hauptproblem Zyperns, das letztendlich zum Kollaps führte, wird der überdimensional aufgeblähte Bankensektor genannt. Die Bilanzen der Kreditinstitute überstiegen den des Staatshaushalts um ein Vielfaches und gegenüber dem Euro-Durchschnitt agierte das Volumen des zyprischen Bankenwesen mit dem Faktor Zwei.

Inzwischen dient auch der Ursprung allen Übels auf der Mittelmeerinsel als eine Schablone, die über das Euro-Mitgliedsland Luxemburg gehalten wurde. Der Bankensektor in diesem kleinen Land ist wie auf der Insel ein maßgeblicher Faktor zur Gesamtwirtschaft. Die Euro-Retter haben das große Volumen bereits ins Visier genommen und sehen darin offenbar eine potenzielle Gefahr für die gesamte Euro-Zone.

Luxemburg schießt sofort zurück
Damit scheinbar keine „Missverständnisse“ aufkommen können, hat sich bereits Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn zu Wort gemeldet und gegen Deutschland einen Warnschuss abgegeben. Asselborn sehe lt. Focux.de (Dienstag) in einem Interview mit Reuters die Gefahr, dass Deutschland, allen voran Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), das Zepter in der Euro-Krise in die Hand nehmen wolle.

Man versuche unter dem Diktat Deutschlands nun weitere Finanzplätze in der EU unter Druck zu setzen. Das von Schäuble verwendete Wort „Geschäftsmodell“ wäre nur sehr schwer erträglich, so Asselborn, und fügte hinzu, dass Deutschland nicht das Recht hätte, die „Geschäftsmodelle für andere Länder in der EU zu fixieren“. Es müsse verhindert werden, dass andere Länder unter dem Deckmantel von „finanztechnischen Fragen“ erwürgt werden, forderte Luxemburgs Außenminister.

Asselborn kritisierte darüber hinaus das aufkommende „Hegemoniestreben“, welches falsch und uneuropäisch sei. Es könne nicht sein, dass Deutschland, Frankreich und Großbritannien vorgeben könnten, in deren Ländern die Finanzplätze zu definieren und alles andere als überflüssig zu erklären. Dies alles wäre fundamental gegen den europäischen Geist, gegen den Binnenmarkt und die Solidarität.

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.