Euro-Gruppe: Ein weiterer Griechenland Rettungs-Irrsinn

Griechenlandkrise-


Die Euro-Gruppe aus den Finanzministern der Euroländern sowie der IWF sind offensichtlich zu einer Einigung gekommen, wie die nächsten Schritte zur Griechenlandhilfe aussehen sollen. Dass die Ergebnisse eine satte Anhebung des Rechnungsbetrags zur Folge haben, dürft wohl kaum mehr eine Überraschung darstellen.

„Das faule Ei“ kostet knapp 44 Milliarden Euro mehr

Griechenlandkrise
Das Geld kennt bereits die Richtung

Einen weiteren Aufschub für das Entdecken ggfs. vorhandener Alternativlösungen wollte sich die Euro-Gruppe offenbar nicht mehr leisten.

Mit dem erneuten Anlauf fanden sich die Finanzminister der Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds (IWF) wiederholt in Brüssel zusammen, um die weiteren Hilfsmaßnahmen für das krisendurchschüttelte Griechenland aus der Taufe zu heben.

Die gute Nachricht:
Die es wurde eine (Zwischen-) Lösung gefunden.

Die schlechte Nachricht:
Es kostet definitiv einige Milliarden Euro mehr.
Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), verkündete am Dienstagmorgen die Resultate der 12-stündigen Marathonsitzung.

Gebilligt wurde eine weitere Freigabe eines Hilfkredits in Höhe von fast 44 Milliarden Euro aus dem „Topf“ des EFSF, mit dem nun modifizierten Ziel, die Schuldenlast Griechenlands bis zum Jahr 2020 auf 124 Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken. Mit der milliardenhohen Aufstockung der Kapitalspritzen wurden die Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung scheinbar gestrafft.

Da letztendlich der Bundeshaushalt mit bis über 11 Mrd. Euro beteiligt ist, gilt es diesen Beschluss der Euro-Gruppe plus IWF noch vom Bundestag abzusegnen. Sollte die Zustimmung der Abgeordneten erteilt werden, könnte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) beim nächsten am Montag geplant Treffen seine „frohe Botschaft“ überbringen.

Wäre es nicht todernst, wär’s eine echte Lachnummer

Banken haben wieder die oberste Priorität
Der Betrag von 43,7 Milliarden Euro soll möglichst bald als eine weitere Tranche an Athen überwiesen werden, damit die griechische Regierung die maroden Banken unverzögert rekapitalisieren kann. Immerhin sind für die griechischen Kredithäuser „pauschal“ 23,6 Milliarden Euro aus dem Gesamtbetrag vorweg reserviert, also mehr als die Hälfte.

Besonders pikant: Die Geldhäuser Griechenlands stehen beim IWF und der EZB hoch in der Schuld. Das nun zugesprochene Geld geht virtuell auf Griechenlandreise und wird prompt wieder nach Hause geschickt. Somit nimmt der griechische Staat weitere Schulden bei dem Kreditgeber auf, der gleichzeitig der Gläubiger der Banken ist, die Athen mit den neu aufgenommenen Krediten zu retten hat.

Damit dieser (sinnlose) Kreislauf noch irgendwie Antrieb erhält, denn noch werden schließlich Zinsen verlangt, steht nach wie vor das Thema Schuldenschnitt offen, bei dem die öffentlichen Gläubiger, also die Steuerzahler aufzukommen hätten. Man schickt das Kapital auf Reisen, um unterwegs „Zinsen einsammeln“ zu können. Die Kreditzinsen könnten Griechenland aber nicht zugemutet werden, also muss jemand dafür aufkommen.

Selbst wenn EZB und IWF auf die Zinsen verzichteten, erscheinen die bisherigen und ganz besonders die neu gesteckten Ziele für einen erholten griechischen Haushalt als völlig aus der Luft gegriffen. Als Gewinner dieser als Rettungsmaßnahme dargestellten Vorgänge gehen die Investoren hervor, keinesfalls aber die griechische Regierung, geschweige der Bürger.

Wie heute die Deutsche Wirtschafts Nachrichten darauf hinwies, steht noch immer das Rückkaufprogramm von griechischen Staatsanleihen auf dem Plan. Demnach können sich die internationalen Anleger auf eine „fette Beute“ freuen, denn die griechischen Anleihen stünden unter „britischem Recht“ und sind somit aus dem Schuldenschnitt im Frühjahr dieses Jahres herausgefallen. Die Hedgefonds gehen somit kein Risiko ein, jemals den kompletten Einsatz verlieren zu können. Der „Otto-Normal-Käufer“ steht außen vor. Ihm stehen nur Papiere zum Angebot, die nach wie vor von den Ratingagenturen als „Abfall“ gewertet werden.

Griechenland ist inzwischen zu einem riesen großen Spielkasino mit integrierter „Geldwäsche-Abteilung“ mutiert worden. Ausgesuchte VIP’s erhalten quasi Blanko-Garantien für den investierten Einsatz und die Zaungäste Drumherum wurden längst eingespannt als Zahlmeister die den „legalisierten Irrsinn“ in Betrieb zu halten haben.

Die „Griechische Odyssee“ erhält eine Fortsetzung mit derzeit offenem Ende für die Nachwelt angehängt.

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