Euro: Dreifach-A-Länder sollen für Stabilität und Vertrauen sorgen

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Die in der Eurozone noch verbliebenen Dreifach-A-Länder sollen sich zu einen Bündnis zusammenfinden, um für mehr Stabilität und somit Vertrauen in den Euro zu sorgen. Der CSU-Politiker Michelbach sprach sich quasi für einen „Triple-A-Club“ aus.

„Ein Zusammenschluss bedeute mehr Sicherheit für den Euro“

EU-Krise
Die Glorreichen Triple-A Länder sollen es richten

Die Triple-A-Staaten in der Euro-Zone sollen sich zusammen tun und enger miteinander zusammenarbeiten, um somit ein größeres Gegengewicht zu den Krisenstaaten zu bilden.

Der Obmann der Unions-Fraktion im Bundestagsfinanzausschuss, Hans Michelbach (CSU), forderte nach dem Hilfspaket für Zypern weitere Maßnahmen zur Krisenvorsorge. Michelbach erklärte dem Handelsblatt Online (Dienstag), dass es sich beim Zypern-Hilfspaket bewährt hätte, den von den Triple-A-Ländern, wie Deutschland, Finnland und den Niederlanden, gemeinsam verfolgten strikten Stabilitätskurs einzuhalten.

Michelbach sprach sich beim Handelsblatt Online für eine „vertiefte Kooperation zwischen den bestbewerteten Staaten der Gemeinschaft“ aus und dass das Beispiel Zypern Schule machen sollte. Damit könne das Vertrauen bin die „Gemeinschaftswährung bei Bürgern und Investoren“ gestärkt werden. Dafür solle sich die Bundesregierung stark machen und „es wäre gut“, wenn auch Luxemburg davon überzeugt werden könnte, „sich in eine solche Stabilitätskooperation verstärkt einzubringen“, so der CSU-Politiker.

Eine „Schnaps-Idee in lustiger Bier-Runde“?

Das Resultat einer solchen Maßnahme würde die bisherige Entwicklung innerhalb der Europäischen Union, speziell in der Euro-Zone, nur noch weiter beschleunigen. Die weitere Zersplitterung der vermeintlichen Einheit und das weitere Ausheben der ohnehin schon tiefen Gräben zwischen den einzelnen Lagern aus Süd- und Nordländern.

Das „Konstrukt Euro“ kann als die eigentliche Ursache für die katastrophalen Zustände in Irland, Portugal, bald auch Italien, Griechenland und Zypern verantwortlich gemacht werden. Das „große gewollte Experiment“ der Einheitswährung ist nicht der Kitt sondern der Sprengstoff zur von wenigen Menschen erträumter europäischer Einheit. Die wirtschaftlich in den Abgrund gestoßenen Euro-Staaten hängen wie toter Ballast am stürzenden Ballon und die wenigen Länder, die nach wie vor für vergeblichen Auftrieb sorgen können, sollen nun aus vollen Rohren heizen, um den verfrühten Aufprall zu verhindern. Der Treibstoff ist jedoch sehr begrenzt und zeigt bereits die ersten Anzeichen zur Neige.

Luxemburgs aufgeblähter Bankensektor unterscheidet sich gegenüber den von Zypern lediglich durch die „Geschäftsidee“. Ein Straucheln der lokalen Geldhäuser würde den Staat Luxemburg ungebremst mit in die Tiefe reißen.

Das Zusammenballen von Triple-A-Länder wie Deutschland, den Niederlanden und Finnland als „Bollwerk“ für eine gesicherte Euro-Stabilität ist ein Alibi und hätte lediglich eine vorübergehend beruhigende Wirkung auf die Märkte. Sofern es lediglich darum ginge, die Finanzmärkte bei Laune zu halten, um noch aus jeder winzigen Möglichkeit das letzte Quantum an Zeit zu schöpfen, ginge die Rechnung wohl auf, für mehr aber keinesfalls.

Der Entzug eines der von den großen Ratingagenturen vergebenen Dreifach-A-Bewertungen ist mit einem einzigen Handstrich erledigt. Der Europäische Rettungsmechanismus ESM, ein größeres „Bollwerk“ als der separate Zusammenschluss der „letzten verbliebenen“ Top-Bonitäts-Länder, geriet gegen eine Abwertung bereits in Zugzwang.

Neben den Ratingagenturen ist nämlich Brüssel selbst eine völlig unkalkulierbare Instanz, deren bisherigen Handlungen mehr an Willkür statt an rationales Denken erinnerten. Dazu zählt auch die „nachträgliche“ Bestimmung der ESM-Gelder für die direkte Rekapitalisierung der Banken, statt – „wie versprochen“ – nur den notleidenden Mitgliedsländern zu helfen.

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