Euro-Crash ist wirtschaftliche Katastrophe – So das BMF

Eurokrise-

Eine äußerst dunkle Welt prophezeit das Bundesfinanzministerium im Falle eines Euro-Zusammenbruchs und nach der Rückkehr zu einer eigenen Währung. Der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht nach einem Euro-Crash vieles vom „Erreichten und Liebgewonnenen“ als stark gefährdet an.

Bundesfinanzministerium sieht im Euro-Crash eine Katastrophe
Eurokrise
Kaum Antrieb und ohne Ziel

Dem Nachrichtenmagazin Spiegel erläuterte Schäuble seine Befürchtungen, dass viele Vorteile durch die Europäischen Union nach einem Auseinanderbrechen verloren gehen könnten.

Reisefreiheiten und ein Binnenmarkt wären Geschichte. Der Bundesfinanzminister geht nicht von einem Zusammenbruch der EU aus, vielmehr hält er einen Crash für widersinnig: „Das kann, darf und wird nicht sein“.

Zusammenbruchs-Szenario längst in der Schublade

Lt. dem Bundesfinanzministerium (BMF) hätte ein Zusammenbrechen der Europäischen Union katastrophale Folgen für die deutsche Wirtschaft. Die Ergebnisse einer durch das Ministerium vorangegangener Untersuchung, zeigen massive Einbrüche des Wirtschaftswachstums.

Sollte eine nationale Währung nach dem Eurozusammenbruch wiedereingeführt werden, läge der Wachstumseinbruch bei bis zu 10% innerhalb des ersten Jahres. Die Arbeitsagentur hätte nach dem gleichen Zeitraum wieder über 5 Mio. Arbeitslose zu bearbeiten.

Prognosen unter Verschluss gehalten
Ein Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums äußerte gegenüber Spiegel, das Ministerium hätte die Erkenntnisse aus der Befürchtung heraus, die Kontrolle über die Kosten der Euro-Rettung zu verlieren, unter Verschluss gehalten. Das BMF stellt die Rettung der Gemeinschaftswährung als „kleineres Übel“ als die Folgen nach der Wiedereinführung einer eigenen Währung dar.

Politische Entscheidungen im Alleingang

Welche Einstellung und Meinung der europäische Bürger zu den Entwicklungen hat, welche Ergebnisse für den Wähler zufriedenstellend wären, scheint lediglich für die Erhebung von Statistiken relevant zu sein.

Einflüsse auf die politischen Entscheidungen werden bereits im Vorfeld abgeblockt. Nicht ohne Grund scheuen die europäischen Politiker ein praktiziertes Souverän wie der Teufel das Weihwasser.

Die Bevölkerung wird (des-) informiert aber nicht in die weitreichenden Entscheidungen mit einbezogen.

Europäische Bürger oft ganz anderer Meinung

Hilfsgelder an Griechenland gelten bereits als verloren
Ifop untersuchte im Auftrag der BamS die Meinungen der Bürger aus den vier wirtschaftsgrößten europäischen Ländern. Die überwiegende Mehrheit geht davon aus, dass Griechenland niemals mehr die Schulden durch finanzielle Hilfspakete zurück zahlen wird (85% Frankreich, 84% Deutschland, 72% Spanien, 65% Italien).

78% der Bundesbürger, 65% der Franzosen, 51% der Spanier und 49% der Italiener würden Griechenland als Konsequenz aus der Eurozone ausschließen. An diesem Punkt treten die „gemäßigten Urteile“ aus den Südländern besonders hervor. Sind diese bereits selbst in einer Schuldenkrise gefangen.

Verhaltene Einstellung zum Euro-Austritt
Noch nicht ganz ein Drittel erreicht die Anzahl deren, die aus dem Euro gerne austreten würden. 39% der Deutschen, 26% der Franzosen, 28% der Italiener und 25% der Spanier würden die Rückkehr zu einer eigenen Währung begrüßen.

Seit rund einem Jahr bewegt sich die Arbeitslosenzahl in Deutschland bei knapp unter 3 Millionen (registrierte Arbeitslosigkeit). Die vom BMF befürchtete Zahl von über 5 Mio. Arbeitslose nach einem Euro-Crash wäre demnach noch nie erreicht worden.

Zu den offiziellen Angaben der Arbeitslosenquote muss jedoch folgendes beachtet werden:

  • Nicht erfasst sind Arbeitslose im Alter über 58 Jahre
  • Nicht erfasst sind Langzeitarbeitslose und gleichzeitig Empfänger von Hartz-IV
  • Nicht erfasst sind Ein-Euro-Jobber mit einem Arbeitspensum von mehr als 15 Std./Woche
  • Nicht erfasst sind Niedriglöhner bei gleichzeitiger Hartz-IV Abhängigkeit
  • Nicht erfasst sind Arbeitslose durch Krankheit
  • Nicht erfasst sind Schulabgänger auf der Suche nach Ausbildungsplätzen
  • Nicht erfasst sind Arbeitslose die derzeit an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen
  • Nicht erfasst sind Arbeitssuchende die von einer priv. Arbeitsvermittlung betreut werden

„Objektiv“ betrachtet ist es jetzt bereits so „schwarz“ wie vom Finanzminister befürchtet

Der genannte „Angstfaktor“ von rund 10% Wachstumseinbruch würde das das letzte Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2011 in Höhe von 2,6 Billionen Euro um 260 Milliarden Euro kürzen. Dem stehen 21,7 Milliarden Bareinzahlung in den geplanten ESM, inkl. dt. Garantien bis zu 168,3 Mrd. Euro gegenüber. Das gesamte Risiko für den dt. Haushalt beträgt alleine durch ESM 190 Mrd. Euro. Der ESM wäre dazu ermächtigt, das Etat nach Bedarf und Belieben aufzustocken. Lt. ESM-Satzung kann und darf Deutschland nicht widersprechen.

Die letzten verzweifelten Aufrufe?
Die Verteidigung des Euros und der europäischen Union klingt beinahe wie der Appell des Titanic-Kapitäns, dass „ein Verlassen des Schiffes zu den Rettungsbooten völlig absurd sei“. Die treibende Kraft für den Eintritt Deutschlands (BRD) in den ESM hat ganz andere Natur, als der öffentlich gezeigte Wille, das sinkende Schiff mit ausgedienten Schläuchen von Autoreifen über Wasser zu halten.

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