Euribor-Skandal: EU macht ernst und will Kredithäuser verklagen

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Europäische Kreditinstitute, darunter auch die Deutsche Bank, stehen unter Verdacht der Manipulationsversuche zum Euribor-Zinssatz. Die EU will eine ganze Reihe von internationalen Kreditinstituten anklagen, die den wichtigen EU-Zinssatz nach eigenen Wünschen und Vorstellungen abstimmen wollten.

Nach dem Libor-Konsequenzen folgt der Euribor

Euribor-Skandal
Euribor-Manipulationen am Pranger

Es könnte eng für eine ganze Reihe großer Investment-Banken werden. Die Europäische Union (EU) soll bereits zu einem nahen Zeitpunkt Anklage gegen mehrere Kreditinstitute aufgrund versuchter Geheimabsprachen beim Euribor-Zinssatz erheben.

Demnach werden wohl u.a. die Geldhäuser Deutsche Bank, HSBC, Credit Agricole und Societe Generale bald Termine für Anhörungen zugestellt bekommen. Lt. Handelsblatt Online (Montag) seien alle vier Banken nicht zu einer Stellungnahme bereit gewesen, es wäre keiner erreicht worden.

Unumstritten ist dagegen die aktive Mitwirkung der britischen Barclays Bank, die Euribor-Zinssätze auf gewünschte Werte zu trimmen. Das Investmenthaus hatte bereits die Manipulationsversuche zugegeben. Weitere Eingeständnisse der Schuld werden auch von anderen Banken erwartet, die durch die Behörden in den USA, in Großbritannien und auch in anderen Ländern unter Druck gesetzt werden.

Derzeit werden mindestens zwölf Banken genauer zu den Vorwürfen unter die Lupe genommen. Vier davon sollen mit der Barclays Bank in Zusammenarbeit gestanden haben.

Am Ende steht nur die Frage: Zuerst Libor oder Euribor?

Die Deutsche Bank gibt sich offenbar große Mühe, nachhaltig zu allen möglichen Themen aus der Kapital- und Finanzwelt in den Schlagzeilen zu verbleiben. Zu den Euribor-Vorwürfen könnte man geteilter Meinung sein, aber es bleiben nicht viele Wege offen. Entweder sind die Manipulationsversuche zum Euribor-Zinssatz nach dem Vorbild der Libor-Manipulationen erfolgt, oder sogar umgekehrt und die Finanzwächter kamen dem Treiben am Londoner Handelsplatz schlicht nur früher auf die Spur.

Dass die Banken an allen möglichen „Knöpfen und Hebelchen“ spielen, die sie nur zu erreichen brauchen, sollte nicht überraschen. Wird von den Kredithäusern eine Chance gesehen, die Gewinne zu maximieren, so stehen Recht & Gesetz erstmal in der Warteschleife. Der Schaden für Anleger, Investoren und private Kreditnehmer ist lediglich der lästige Puderzucker am fetten Kuchen und wird bei Bedarf einfach hinweg gepustet, nicht der Rede wert.

Natürlich versteckt sich auch eine tickende Zeitbombe hinter den Euribor-Fälschungen. Neben dem Einstreichen höhere Handelsgewinne verdecken die Banken ihre tatsächlichen (miesen) Bilanzen und vertuschen somit den tatsächlichen Bedarf von Refinanzierungsbedarf. Sie stehen finanziell besser da als es tatsächlich der Fall ist. Sollte ein marodes Geldhaus ins Wanken geraten und Rettungsgelder vom Steuerzahler benötigen, tauchen die typisch überraschend hohen Finanzlöcher wie aus dem heiteren Himmel auf.

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