EU-Kommission Winterprognose 2019 – Gedämpftes Wachstum

Konjunktur –


Die EU-Kommission geht mit ihrer Winterprognose 2019 von einem gedämpften Wachstum in beiden Wirtschaftszonen EU und Eurozone aus. Dafür werde die Konjunktur im kommenden Jahr wieder etwas zulegen.

Kristallkugel

Nach Korrektur der Herbstprognose folgen die unsicheren Aussichten im Winter

Prognosen unterliegen hohen Unsicherheiten und Abwärtsrisiken

Verlangsamt, aber dennoch aufwärts. Die EU-Kommission veröffentlichte ihre Winterprognose 2019 zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Europäischen Union (EU). Zwar werde sich demnach das Wirtschaftswachstum verlangsamen, aber dennoch das siebte Mal in Folge in sämtlichen Mitgliedsländern positiv sein. Globale Unsicherheiten führten jedoch dazu, dass die Wachstumsprognosen 2019 für die größeren Wirtschaftsländer wie Niederlande, Deutschland und Italien deutlich abgesenkt wurde.

Aus der weiter wachsenden Wirtschaft 2019 in sämtlichen EU-Ländern werde mehr Beschäftigung und Wohlstand entstehen, so Kommissions-Vize für Euro und sozialen Dialog Valdis Dombrovskis. Doch Spannungen im internationalen Handel sowie aufstrebende Märkte wie China führten dazu, die Prognosen in erster Linie für die größten Volkswirtschaften im Euroraum nach unten zu korrigieren. Dazu kommen die lauter werdenden Bedenken bezüglich der Verflechtung zwischen Staat und Banken sowie der Schuldentragfähigkeit. Für zusätzliche Unsicherheiten sorge die Möglichkeit eines ungeordneten Brexit.

Die EU-Kommission geht nun in ihrer Winterprognose 2019 davon aus, dass die Wirtschaft in der EU im Jahr 2019 um 1,5 Prozent zunehmen werde. Das Wachstum in den Jahren 2017 und 2018 lag bei 2,4 bzw. 1,9 Prozent. Dennoch seien die Fundamentalfaktoren Europas solide und es gebe noch immer positive Entwicklungen zu vermelden. In der zweiten Hälfte dieses Jahres und im folgenden Jahr werde das Wachstum wieder etwas anziehen. Nach der aktuellen Prognose werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum im Jahr 2019 um 1,3 Prozent und im Jahr 2020 um 1,6 Prozent zulegen. In der Herbstprognose ging die EU von 1,9 Prozent bzw. 1,7 Prozent aus. In der EU werde das BIP um 1,5 Prozent und im Jahr 2020 um 1,7 Prozent wachsen (Herbstprognose 1,9 % bzw. 1,8 %).

Der merkliche Rückgang der jährlichen Inflation gegen 2018 sei vor allem dem „aprupten“ Rückgang bei den Energiepreisen und den geringeren Preiszuschlägen bei Nahrungsmitteln geschuldet. Bei Ausschluss der Energiepreise und die für unverarbeitete Nahrungsmittel, fiel die daraus resultierende Kerninflation über das ganze Jahr hinweg gedämpft aus. Nun rechnet die Kommission mit einer Inflation im Euroraum von 1,4 Prozent im Jahr 2019 und 1,6 Prozent in der EU.

Die aufgestellten Prognosen seien mit hoher Unsicherheit behaftet und unterliegen Abwärtsrisiken, so die Kommission. So könne die Wirtschaft China stärker zurückgehen als erwartet. Gleichzeitig seien die internationalen Finanzmärkte und die zahlreichen aufstrebenden Märkte anfällig für plötzliche Veränderungen der Risikowahrnehmung und der Wachstumserwartungen.

Man fragt sich, warum überhaupt derlei Prognosen aufgestellt werden. Das entspricht der Festlegung eines genauen Grill-Termins in gut einem halben Jahr, der aber nur dann zutrifft, wenn es an diesem Tag zwischen 20 und 30 Prozent bewölkt ist.




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