EU & Eurozone 2014: Kleine Fortschritte mit einem hervorstechenden Belgien

EU-Konjunktur-


Im Jahr 2014 ging die Schuldenquote in der EU sowie in der Eurozone zurück. Ebenso verzeichneten die meisten EU-Regionen einen Abbau der Arbeitslosenquote. Nur kleine Schritte, aber in die richtige Richtung. Besonders interessant im großen Spiel der Quoten und Schulden ist die Rolle Belgiens.

Europa Spiel

Wer nur das Positive erkennen will, braucht das Negative lediglich zu ignorieren

Die Vorzeichen sind jeweils positiv zu bewerten

Die Entwicklungen in den Arbeitsmärkten sowie in den Staatsschuldenquoten in der EU sowie im Euroraum hatten im Jahr 2014 zumindest das „passende“ Vorzeichen, um von einer Verbesserung sprechen zu können. Dennoch sind Arbeitslosenquote sowie das öffentliche Defizit in beiden Zonen nach wie vor über das zum Zeitpunkt der jeweiligen Gründungen Erträumte weit entfernt.

Ende 2014 lag das öffentliche Defizit im Euroraum und in der EU28 bei 2,4 bzw. 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Der jeweilige Schuldenstand betrug zum Jahreswechsel 91,9 und 86,8 Prozent des BIP, so die Mitteilung der Europäischen Statistikbehörde (Eurostat) am Dienstag. Das öffentliche Defizit verringerte sich gegenüber dem Vorjahr in der Eurozone um 0,5 Prozentpunkte und in der EU28 um 0,3 Prozentpunkte.

Dänemark wies im Jahr 2014 mit +1,2 Prozent den höchsten Haushaltsüberschuss auf, gefolgt von Deutschland (+0,7%), Estland und Luxemburg (je +0,6%). Die größten Defizit-Sünder waren Zypern (-8,8%), Spanien (-5,8%), Kroatien und das Vereinigte Königreich (je -5,7%).

Estland war mit 10,6 Prozent des BIP Ende des Jahres 2014 am geringsten verschuldet. Lettland lag mit einem Schuldenstand von 40 Prozent des BIP noch im „gründen Bereich“ des Maastrichter Vertrages. Schulden über 60 Prozent des BIP hatten dagegen 16 Mitgliedsstaaten. An der Spitze lag Griechenland mit 177,1 Prozent, gefolgt von Italien (132,1%), Portugal (130,2%), Irland (109,7%), Zypern (107,5%) und Belgien (106,5%).

Im Jahr 2014 rückläufige Arbeitslosenquote bei den meisten EU-Regionen

Die Erwerbslosenquote ging 2014 in der Mehrheit der EU-Regionen zurück, so der einleitende Titel zum Eurostat-Bericht am Mittwoch. Die Spanne reicht demnach von 2,5 Prozent (Prag und Oberbayern) bis zu 34,8 Prozent in Andalusien.

Während sich Oberbayern mit Prag den Spitzenplatz 2014 noch teilte, nahm das Gebiet „zwischen Ingolstadt und Garmisch“ in der Sparte Jugendarbeitslosigkeit und einer Quote von 3,7 Prozent den ersten Platz ein. Die meisten jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren ohne Erwerbstätigkeit waren im Jahr 2014 im griechischen Ipeiros (69,8%) zu finden.

Belgien könnte die Schuldenquote ganz schnell ordentlich reduzieren

Wussten Sie, dass Belgien mit einer Schuldenquote von 106,5 Prozent Ende 2014 derzeit die weltweite Nummer 4 der US-Gläubiger ist?

Das kleine EU- und Euro-Mitgliedsland, dass mit Brüssel die Zentrale beherbergt, ist mit Stand Februar 2015 im Besitz von US-Staatsanleihen in Höhe von 345,3 Milliarden Dollar. Die ersten zwei Positionen werden von Japan (1.224,4 Milliarden Dollar) und China (1.223,7 Mrd. Dollar) eingenommen. Die Nummer 3 ist die „CBC“ – Caribbean Banking Center. Der „kunstvolle Zusammenschluss“ von Kredithäusern mit einer kleinen Anzahl sehr voluminöser Briefkästen hält 350,6 Mrd. Dollar US-Anleihen.

Nach dem kleinen Belgien folgen auf der fünften Position die OPEC, also die Öl-Export-Riesen. Kaliber wie Saudi Arabien und die weiteren Ölexportierenden Länder hielten zum Stand Februar 2015 US-Anleihen im Volumen von 296,8 Mrd. US-Dollar.

Es erscheint somit etwas rätselhaft, warum sich Belgien mit einem unerlaubt hohen Schuldenstand in die Top-Riege der USA-Gläubiger einreihen kann, während sich z.B. Russland lediglich auf der Position 20 (69,6 Mrd. Dollar) und Deutschland (68,6 Mrd. Dollar) auf Pos. 21 befinden.





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