EU- Defizit und Schuldenquote 2012 gehen getrennte Wege

EU-Konjunktur 2012-


Im Jahr 2012 nahmen die EU-Länder insgesamt weniger Schulden auf, konnten jedoch den Zuwachs der Gesamt-Schuldenquote damit nicht stoppen. Der Schuldenberg der europäischen Staaten ist erneut angwachsen.

EU-Gesamtverschuldung im Jahr 2012 gestiegen

EU-Schuldenstand
Defizit und Schuldenstand gehen unterschiedliche Wege

Für das vergangene Jahr meldete heute die Europäische Statistikbehörde (Eurostat) Anzeichen von leichten Rückgängen in der Aufnahme von Neuschulden, allerdings mit der negativen Begleiterscheinung, dass der öffentliche Schuldenstand in Europa innerhalb des gleichen Zeitraums angestiegen ist.

Weniger Neuverschuldung im Jahr 2012
Das öffentliche Defizit im Euroraum ist demnach im Laufe 2012 von 4,2% (2011) auf 3,7% abgesunken. Für den gesamten EU-Raum ging die Neuverschuldung von 4,4% auf 4,0% zurück.

Gestiegene Schuldenquote
Der Schuldenstand wurde von den Ländern im Gesamten jedoch weiter aufgetürmt. Innerhalb des Euroraums stieg der Jahresendstand 2011 von 87,3% zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf 90,6% (Jahresende 2012) und für den EU-Raum (EU27) stiegen die Schulden von 82,5% auf 85,3% an.

Die niedrigsten Neuverschuldungen
Die geringsten öffentlichen Defizite erreichten im Jahr die Länder Luxemburg und Belgien mit je -0,8%, Schweden mit -0,5% und Estland mit -0,3% zum BIP.

Die höchsten Defizite im Jahr 2012
Spanien steht mit einem Defizit von -10,6% zum BIP an der Spitzenposition der „Schuldensünder“, gleich gefolgt von Griechenland (-10,0%), Irland (-7,6%) und Portugal (-6,4%). Das zuletzt am meisten diskutierte Eurokrisen-Land Zypern hatte im vergangenen Jahr ein Defizit von -6,3% und teilt sich diesen Wert mit dem Vereinigten Königreich.

Insgesamt wiesen letztes Jahr 17 Mitgliedsstaaten ein Defizit vor. Davon konnten 13 Länder ihren Finanzsaldo gegenüber 2011 verbessern, 12 Mitgliedsländer hatten eine negative Entwicklung und 2 EU-Länder blieben beim Vorjahres-Defizit. Deutschland steht der Bezeichnung „Defizit“ außen vor, da im Jahr 2012 ein Überschuss von +0,2% erreicht wurde.

Die Verschuldungsquoten der EU-Länder im Jahr 2012
Zum Jahresende hatten die Länder Luxemburg (20,8%), Bulgarien (18,5%) und Estland (10,1%) die niedrigsten öffentlichen Schuldenstände zum BIP. Die höchsten Haushaltsverschuldungen hatten Portugal (123,6%), Italien (127%) und Griechenland (156,9%). Deutschlands Schuldenstand betrug Ende 2012 81,9%.

Die Maastrichter Verschuldungsgrenze von 60% des BIP wurden von 14 EU-Ländern überschritten. 6 Länder mit einer gegenüber 2011 verringertern Schuldenquote stehen 21 Ländern mit einer angehobenen Schuldenquote gegenüber.

Maastricht bald nur ein „historisches Abkommen“?
Ob die Schuldenquote sowie die Neuverschuldung den verbindlichen Bezug zu den Maastrichter Kriterien beibehalten werden, ist inzwischen fraglich. Inzwischen zeichnet sich ab, dass die Länder den Spar- und Konsolidierungsmaßnahmen den Rücken kehren und die Neuverschuldung nach „eigenem Ermessen“ gestalten werden.

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