EU Abwärtsstrudel: Momentaufnahme im November 2012

Staatsschuldenkrisen-


Auch nur ein kleiner Ausschnitt der augenblicklichen Entwicklungen in der EU-Politik sowie in der Wirtschaft verheißt nicht wirklich Gutes für das Jahr 2013. Nimmt die Geschwindigkeit der erneuten Zuspitzung der Finanzkrise sogar noch zu, darf man sich getrost auf einen äußerst turbulenten Jahresabschluss 2012 einstellen.

„Die Rutschpartie“ beginnt nun auch in Deutschland

Eurokrise
Irgendwo ein Silberstreif
zu sehen?

„Mit gehangen, mit gefangen“. Das vermeintliche „Land der Glücksseligen“, Deutschland, inmitten der Eurokrise kann nicht mehr länger den gepflegten Anschein einer „grünen Oase“ aufrecht erhalten und findet sich zunehmend im Strudel der europaweiten Abwärtsfahrt gefangen. Neben den bisher milliardenschweren Hilfspaketen aus dem Topf der Steuerzahler, wird die Exportnation mangels Absatzmärkte nachhaltig ins Mark getroffen. Die langfristig aufgebauten Handelsüberschüsse verlangen ihren Tribut, denn wer mehr anschreiben lässt als tatsächlich kassiert, dem geht irgendwann die Luft aus.

Spaniens Banken kurz vor dem Sturz
Die Kredithäuser in Spanien stehen vor einem Berg aus „puren Liquiditätsproblemen“. Bereits jeder zehnte Kredit gilt als ausfallgefährdet und sollten alle kleinen Blasen zeitglich platzen, kämen im Extremfall auf die Banken Ausfälle von rund 182 Milliarden Euro zu (focus.de / 19.11.12). Der spanische Wirtschaftsstaatsekretär Miguel Temboury gab sich in Brüssel jedoch beschwichtigend und erklärte, das trotz des hohen Ausfallrisikos lediglich 40 Milliarden Euro aus dem Euro-Hilfsfonds benötigt werde.

Dennoch stehen 100 Milliarden Euro für Spanien bereit, die u.a. vom deutschen Bundestag im Juli genehmigt worden sind. Für große Diskussionen zur Billigung der Hilfstranche aus dem EFSF sorgte der offensichtliche Verzicht, von Spanien angemessene Sicherheiten zu verlangen.

Zwischen-Wende der Börsen nach großer Talfahrt
Die Märkte verharrten über Wochen auf einer Abwärtsfahrt und scheinen nun eine erste Kehrtwende einzulegen. Gestern überschritt der Dax weit die 7100-er Marke und sorgte mit dem Zuwachs um 2,5% bei den Anlegern für einen erfrischenden Wind. Noch fehlen die Anhaltspunkte, ob es doch noch zu einer Rally zum Jahresende kommen wird. Ein Börsenhändler wolle die nächsten zwei Tage abwarten, ob sich der Dax über der Marke von 7000 Punkten halten könne. Erst dann wären die Zeichen für eine Jahresendrally gegeben (Financial Times (FTD), Montag).

Deutscher Arbeitsmarkt auf unsicherem Kurs
Zahlreiche Medien berichteten über die mehr als pessimistische Einstellung der Arbeitgeber für das Jahr 2013. Das Ergebnis zur im Herbst durchgeführten Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) deutet auf Produktionsdrosselungen im großen Umfang hin. Demnach werden rund die Hälfte der 2.300 befragten deutschen Firmen die Produktionen herunter fahren und 28 Prozent mit dem Gedanken spielen, nächstes Jahr Personal freizustellen.

Schwache Exportzahlen aufgrund geringer Nachfragen in den Absatzmärkten würden die Unternehmen zusehends verunsichern. Die Betriebe handelten vorsichtiger, so das IW.

„Nicht enden wollendes Dauerproblem Griechenland“
Derzeit stehen die nächsten Schritte zum „Fall Griechenland“ noch nicht fest. Sicher gilt, dass es zu einem weiteren Hilfspaket kommen muss, um Griechenland vor der Pleite zu bewahren. Lediglich die geeignete Maßnahme steht im Mittelpunkt der Debatten zwischen den Finanzminister der Euroländer. Hoch gehalten werden ein Schuldenschnitt auf Kosten der öffentlichen Gläubiger, der Rückkauf der eigenen Anleihen zu einem Bruchteil des ursprünglichen Ausgabewertes und eine Absenkung der Zinsen für bereits vergebene Hilfszahlungen. Eine Kombination aller Varianten ist auch nicht ausgeschlossen, in dem Fall würden private und öffentliche Gläubiger „Hand in Hand“ auf Forderungen verzichten dürfen.

Inzwischen wachsen in den Krisenländern Südeuropas weiterhin die inneren Spannungen. Proteste und Ausschreitungen in Griechenland sowie in Portugal nehmen zu. Die Politik Europas kann sich berechtigt Sorgen über den sozialen Frieden innerhalb der EU machen. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass der „einigende Euro“ in Wirklichkeit ein Keil zwischen die Mitgliedsstaaten treibt, der nachhaltigen Schaden verursachen wird. „Überrascht“ würden sich allerdings nur die Politiker zeigen, die bisher den „Einheitsprozess dank der Währungsunion“ propagierten.

Pläne für Finanzmarktstabilisierungen auf der Kippe
Damit Banken auf einem ausgebauten Fundament stehen, falls die Märkte wieder das Beben anfangen, wurde das „Projekt Basel III“ ins Leben gerufen. Die Aufstockung des Eigen-, bzw. Stammkapitals soll den Kredithäusern mehr Puffer verleihen, um stürmische Zeiten alleine überstehen zu können. Die notwendigen Summen, um die Richtlinien zu erfüllen, bewegen sich in Milliardenhöhen. Für die US-Banken offensichtlich zu viel verlangt, denn Thomas Hoenig von der hiesigen Bankenaufsicht FDIC erklärte Basel III als „zu komplex“ und würde die Banken überfordern.

„Starke Wirtschaftsnation“ Frankreich abgestuft
Moody’s versetzte Frankreichs Wirtschaft wie auch der Politik einen „Nackenschlag“. Die Kreditwürdigkeit wurde von der US-Ratingagentur von der Top-Bewertung „AAA“ entfernt und eine Stufe drunter bei „AA+“ wieder einsortiert. Weiterhin bleiben die Aussichten für Frankreichs Wirtschaft „negativ“, da lt. Moody’s eine ausreichende Wettbewerbsfähigkeit nicht erkannt werden könne.

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