ESM-Hilfe für Griechenland um eigene Anleihen zurück zukaufen

Euro-Krise – Griechenland-


Griechenland könnte eine Finanzspritze aus dem ESM erhalten, damit das Land seine eigenen Anleihen zurück kaufen könne. Ein neues Hilfsprogramm soll den Helenen den Weg bereiten, um sich wieder auf eigene Beine stellen zu können. Voraussetzung wäre ein kräftiger Verzicht der Gläubiger.

Anleihenrückkaufprogramm – Hilfe zur Selbsthilfe?

ESM Zahlungen
Hilfszahlungen aus dem ESM
Bild: s.media / pixelio.de

Jörg Asmussen, Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB), hatte vor gut einer Woche in die Euro-Rettungsdiskussionen den Vorschlag eingebracht, Griechenland könne die eigenen bisher ausgegebenen Anleihen wieder zurück kaufen, mit dem Ziel, sich wenigstens im Ansatz wieder auf eigene Beine stellen zu können.

Offensichtlich hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) diese Idee aufgegriffen und das Ministerium sei lt. dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel bereits dran, ein eigenes Programm zum Rückkauf der griechischen Anleihen zu entwerfen.

Demnach erhielte Griechenland vom Euro-Rettungsschirm ESM Geld geliehen, damit Athen die veräußerten Schuldverschreibungen zum derzeitigen Kurs wieder „ins Land“ holen könnte. Durchschnittlich ließe sich mit einem finanziellen Aufwand von 10 Mrd. Euro eine alte Schuldenlast um 40 Mrd. Euro verringern. Derzeit notierten die griechischen Anleihen mit lediglich 25 Prozent ihres Nennwerts gegenüber zum Ausgabetermin.

Damit über diesen Weg überhaupt ein Erfolg möglich wäre, müssten die Investoren davon überzeugt werden, sich mit lediglich einem Viertel ihrer Forderungen abzufinden.

Durch diese Maßnahme hofft lt. dem Bericht von Spiegel das Finanzministerium, dass Griechenland im Anschluss kurz davor stünde, sich das notwendige Geld wieder selbst an den Märkten besorgen zu können.

Im Gegensatz zum Vorschlag des Internationalen Währungsfonds (IWF), bei dem ein Schuldenerlass durch öffentliche Gläubiger durchgeführt werden solle, zielt die Rückholung der eigenen Staatsanleihen auf einen Schnitt bei den Investoren ab. Ebenso blieb die Frage über die Herkunft der Finanzierung zu Asmussens Vorschlag unbeantwortet. Dieser beschrieb lediglich ein Anleihen-Rückkaufprogramm, das für Griechenland finanzielle Entlastung bringen sollte. Immerhin sammelte sich innerhalb der letzten zwei Jahre bereits eine Hilfssumme von rund 200 Milliarden Euro an.

Schulden erlassen, damit neue Schulden aufgenommen werden können

Der positive Aspekt zum Vorschlag des Bundesfinanzministeriums wäre die Voraussetzung von „blutenden Investoren“ und nicht der Schuldenschnitt (Schuldenerlass) mit dem Steuerzahler als Leidtragenden. Dazu käme mal ein „positiver Hebeleffekt“ nur durch den simplen Erlass von Verbindlichkeiten.

Als Privatperson müsse man sich das so vorstellen. Man hat als Verbraucher bei mehreren Banken einen Kredit laufen, die alle zusammen gezählt einem eigentlich schon längst den „Hals zuschnüren“. Für den ersten Ansatz eines Vergleichs müsste es nun bewerkstelligt werden, dass der Staat einen Fonds gründet, der alle notleidenden Privatkreditnehmer unterstützt, quasi ein Einlagensicherungsfonds für Kreditausfälle von Privatpersonen.

Nun müssen nur noch die Kreditbanken dazu bewegt werden, 75% der Schulden zu erlassen. Aus dem „virtuellen Privat-Einlagensicherungsfonds“ erhält der Kreditnehmer nun einen angemessenen Betrag, der es ihn ermöglicht, die restlichen 25% Bankschulden zu begleichen und anhand des ausgehändigten Überschussbetrags zur nächsten Bank zu laufen, um dort ein neues Darlehen aufzunehmen.

Damit stünde die Privatperson für die Geschäftstüchtigkeit wieder auf den eigenen Beinen. Dabei spielte es keine Rolle, ob das Einkommen wenigstens auf 120% zur Schuldenquote verringert wird, oder ob es eben bei 160% bliebe. Der Verbraucher „verspricht“ Besserung und erhält einfach mehr Zeit falls notwendig.

Der „Irrsinn“ des ewigen Schuldenkreislaufs kommt über das „undenkbare Beispiel“
bei Privatkreditnehmern deutlicher hervor, als bei den oft sehr gern abstrakt dargestellten Zusammenhängen im Bereich der Euro-Länder und Interbanken-Geschäfte.

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