Ergebnisse EZB-Bankenstresstest: Bemühen um Glaubwürdigkeit

EZB Bankentest-


Mit den Ergebnissen des Bankenstresstests durch die Europäische Zentralbank (EZB) tritt das Bemühen um die Glaubwürdigkeit deutlich hervor. Hauptsache es „ist nicht alles so schlimm“ wie befürchtet.

Banken

Neue Ansätze der EZB: Gute Stimmung verbreiten

Parameter zum EZB-Bankenstresstest auf Banken-Zustand getrimmt

Ein Theaterstück um die Gemüter zu beruhigen? Der Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) lieferte die Ergebnisse. Es sehe ja gar nicht so schlimm aus. Die entdeckte Kapitallücke bei allen überprüften Banken sei beherrschbar. Sie betrage 25 Milliarden Euro und die betroffenen Kreditinstitute haben nun zwei Wochen Zeit, um einen Plan vorzulegen, der diese aufgedeckte Kapitallücke schließen könnte.

Die von der EZB präsentierten Zahlen wirken harmlos, sind aber in Wirklichkeit ein Alarmsignal. Eine 25 Milliarden Euro große Kapitallücke sowie „nur“ 25 beim Stresstest durchgefallenen Banken trotz der „schwammigen“ Prüfungsmethode. Die Stange wurde lediglich auf einen Meter hoch gehängt, aber Sergej Bubka hat gerissen.

Beim Ansetzen des „worst case“, eine einbrechende Konjunktur und deren Folgen, ging die EZB bei ihren Testmethoden offenbar sehr schonend und behutsam vor. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn kritisierte den Bankenstresstest der EZB als „zu zahm“. Es scheinen wichtige und sogar akut reale Risiken völlig ignoriert worden. So wurde u.a. die Deflation in Südeuropa beim Durchspielen des Stresstest völlig ignoriert.

Die Bestände der Derivate wurden beim Überprüfen der Bankbilanzen überhaupt nicht berücksichtigt, als wenn es sie nicht geben würde. Derivate sind „die dunkle Materie im Bankensektor“. Sie bilden einen riesigen Anteil der Bilanzen, deren Auswirkungen sind enorm, aber dennoch nicht richtig greifbar. Diese Sorte von Papieren wird in einem Volumen im Billionen-Bereich gehandelt und ein Großteil davon wird nicht ohne Grund in den tiefsten Katakomben versteckt gehalten.

Unterm Strich wurden die Rahmenbedingungen des Bankenstresstests den Umständen und Zuständen der europäischen Banken angepasst. Um einen Hauch von Glaubwürdigkeit zu erhalten, ließ die EZB eben die bereits offensichtlich wankenden Banken über die Klippe springen. So auch die italienische Traditionsbank Monte dei Paschi. Hätte diese Pleite Bank in Siena den Test bestanden, wäre die Pharse dieser „Testveranstaltung“ zu deutlich hervor getreten.





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