Enttäuschter Paulson sieht Welt auf erneute Krise zulaufen

Finanzkrise-


Ein erneutes weltweites Aufflammen der Finanzkrise wird vom ehem. US-Finanzminister Paulson nicht nur als möglich sondern als sehr wahrscheinlich gehalten. Er nannte drei Gründe zur drohenden Krisenrückkehr und alle drei haben ihren Ursprung in den USA.

Investmentbanken

Alle potenziellen Gründe einer Krisenrückkehr beziehen sich auf Banken in den USA

Doppelfunktion Paulson: Finanzminister und ehem. Goldman Sachs-Chef

„Von wegen Entspannung in der Finanzkrise oder gar deren Ende“. Nach Ansicht des ehem. US-Finanzministers und langjähriger Chef der US-Investmentbank Goldman Sachs, sollte sich die Welt lieber auf einen neuen Höhepunkt der Krise vorbereiten.

Für die Länder der Welt wäre es gut, sich auf eine neue Finanzkrise vorzubereiten, riet Henry M. Paulson in einem Gastbeitrag für Handelsblatt (Mittwochsausgabe). Paulson geriet während des Scheitelpunkts der Krise im Jahr 2008 insbesondere dadurch in die Schlagzeilen, da er die Entscheidung getroffen hatte, die insolvente Investmentbank Lehman Brothers nicht mit Hilfen staatlicher Gelder zu retten.

Danach war Paulson einer der Hauptakteure bei der folgenden Rettung des US-Bankensystems. Heute sieht der ehemalige Goldman Sachs-Vorstand vor allem in „Problemen in der Kommunikation“ als hauptsächlichen Grund für die damals begangenen Fehler.

Es sei für ihn enttäuschend, dass die Öffentlichkeit die Rettungsaktionen als eine Hilfsaktion für die Wall Street und nicht für sie selbst verstanden habe.

Nach wie vor gebe es eine ganze Reihe von Problemen, obwohl bisher Fortschritte erreicht worden seien. Die Rückkehr der Finanzkrise hält Paulson aus drei Gründen für sehr wahrscheinlich. Im Zuge der Rettungsaktionen vor fünf Jahren mussten die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac verstaatlicht werden. Bis heute seien keinerlei Fortschritte erlangt worden und die beiden Baufinanzierer befinden sich nach wie vor in öffentlicher Hand. Derzeit sei es politisch schwierig, die beiden Unternehmen auf eine handliche Größe zu reduzieren, da sie derzeit viel Geld abwerfen, so der ehem. Finanzminister. In den USA hätten 90 Prozent der Hypotheken staatliche Garantien.

Drei Gründe für eine wahrscheinliche Krisenrückkehr
Als einen weiteren Grund für die drohende Krisen-Rückkehr nannte Paulson die Schattenbanken. Die am Markt vorhandenen Probleme durch diese Kredithäuser seien nicht angegangen worden. Damit die Schwierigkeiten mit Repo-Transaktionen gelöst werden zu können, sei noch „mehr zu tun“. Paulson forderte bei den Investments der Geldmarktfonds mehr Transparenz ein.

Das Dilemma um die Definition „too big to fail“ sei ein echtes Problem und stellte daher ebenfalls ein hohes Potenzial für eine erneute Finanzkrise. Immer noch werde darüber gestritten, ob das Problem um „too big to fail“ bereits gelöst wurde. Diese Definition für die systemwichtigen Großbanken bezeichnete Paulson als inakzeptabel und forderte deren Beseitigung.


Paulsons „absolut neutrales Handeln“ als Außenminister kann bezweifelt werden. Er war u.a. Chef der Investment Bank Goldman Sachs und die fallengelassene Lehman Bank zählte zu den wichtigsten Nebenbuhlern. Seine „Enttäuschung“ über die missverstehende Öffentlichkeit dürfte vor allem die Akteure an der Wall Street zu Lach- Tränen rühren.

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