Endgültige Pleite für Griechenland?

Insolvenz Griechenland-

Zypern hat bereits verdeutlicht, dass die Beiträge zum gemeinsamen Hilfsfonds EFSF nicht mit „Begeisterung“ fortgesetzt werden wollen und Griechenland steht offenbar vor dem Aus. Alle Regeln der EU und Euro-Zone scheinen dafür geschaffen zu sein, um diese konsequent durchbrechen zu können.

Insolvenz Griechenlands unausweichlich?

Griechenland
Das Spiel um Griechenland

Zypern hatte seine Fühler ausgestreckt und ausgetestet, wie Europa wohl darauf reagieren würde, falls die Einzahlungen in den EFSF nicht mehr fortgesetzt werden würden.

Die Antwort kam offensichtlich unverzögert, der Rückzug wurde von Zypern ebenso schnell eingeleitet wie der vorhergegangene Vorstoss. „Wer nicht mehr in den EFSF einzahlen will, erhält daraus keine Rettungs-Leistungen“, könnte die Reture wohl gelautet haben.

Im Augenblick ist es still um die kleine EU-Insel, der neu aufkommende Sturm um Griechenland übertönt derzeit alle Stimmen aus Brüssel.

Ist Griechenlands Ende eingeläutet?
Bis auf stets neu formulierte Willenserklärungen kam nicht viel „Zusammenarbeit“ aus der griechischen Regierung. Die aktuellen Haushaltszahlen weisen auf deutlich darauf hin, dass Griechenland seinen eigenen Beschwörungen nicht gefolgt ist.

Ein neues Finanzloch in zweistelliger Milliardenhöhe tat sich in Griechenlands Staatshaushalt auf. Deutschland als einer der wichtigsten Geldgeber für die Rettungspakete, sowie der Internationale Währungsfonds (IWF), signalisierten bereits ganz klar, keine weiteren Zahlungen mehr an Giechenland leisten zu wollen.

Griechenland findet überhaupt keine Zeit, um die stets bekräftigten Reform- und Sparpläne (Kürzungspläne) umzusetzen. Die bisher „vorsichtigen“ Nachfragen der EU-Kontrolleure wurden seit Beginn des Jahres mit Bitten um Aufschub und mehr Zeit beantwortet.

Zeit ist Geld – In Griechenland bestätigt
Die bisher an Griechenland geleisteten Hilfspakete reichen nicht aus. 130 Milliarden Euro betrug alleine die letzte Finanzspritze. Gelder um Griechenland für die Überbrückung der notwendigen Zeit bis zur Einleitung der Reformen über Wasser zu halten.

Die Zeit reicht nicht, in Griechenland „wird schließlich noch gewählt“. Während innenpolitisch ein Hin- und Her abgehalten wird, rennt die Zeit davon und die bisherigen Hilfs-Milliarden rinnen zwischen den Fingern durch.

Das zweite 130-Milliarden schwere Paket scheint bereits verheizt zu sein. Damit Griechenland als Stern auf der EU-Fahne erhalten bleiben kann, sind weitere 50 Milliarden notwendig.

Ein Nein aus Deutschland
Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet darüber, dass Deutschland bereits ein klares Wort über die neue griechische Situation verloren habe. Ein drittes Hilfspaket für Griechenland wird für ausgeschlossen gehalten. Der IWF will sich ebenfalls von weiteren Hilfszahlungen ausschliessen.

Im September 2012 wäre für Griechenland eigentlich die erste Tranche der Kredit Rückzahlungen fällig. Das neue Milliardenloch im Haushalt, sowie das unkalkulierbare „Treiben“ der griechischen Politik, lässt wenig Hoffnung zu, dass auch nur ein Bruchteil der ersten Ratenzahlung aufgebracht werden kann (will?).

Die Folge wäre eine Insolvenz Griechenlands noch im kommenden September. Die Situation, die „unter allen Umständen“ hätte vermieden werden sollen, würde damit eintreffen. Offensichtlich sind „alle Umstände“ ausgeschöpft worden, die „alternativlosen Hilfspakete“ versickerten im Nirvana und werden von einer weiteren Alternativlosigkeit, die Pleite Griechenlands, abgelöst werden.

Eine neuzeitliche „Griechische Odysee“

Greift man der Zeit fikitv voraus und Griechenland wird sich noch in diesem Jahr mit „Pauken und Trompeten“ aus der Euro-Zone verabschieden, hätte man eine weitere Weltpremiere, die als mahnendes Beispiel in den Geschichtsbüchern der Zukunft stehen könnte.

Griechenland trat der Euro-Zone bei, als wenn ein Zaungast mit einer gefälschten Eintrittskarte Anschluss an der Hochzeitsparty fand. Passend feiner Anzug, aber die Taschen leer. Dem Land wurde der Beitritt gewährt, obwohl man erkannte, dass die Kriterien (Maastrichter Vertrag, Stabilitäten) durch Beschönigung der Haushaltsbilanzen nur scheinbar erreicht wurden.

Ohne jegliche Konsequenzen behielt Griechenland unverändert seinen Platz innerhalb der Euro-Zone. Wer hätte auch die vertraglich festgelegten Maßnahmen einleiten sollen? Die EU-Mitgliedsländer verstießen mit wenigen Ausnahmen reihenweise den Stabilitätskriterien (maximale Neuverschuldung, Schuldenbilanz zum Bruttoinlandsprodukt).

Die bisherigen Hilfsmilliarden können als unwiederruflich verloren angesehen werden. Rückzahlungen sind nicht zu erwarten. Die Pleite Griechenlands ist eigentlich vorprogrammiert, ebenso ein Austritt aus der Euro-Zone. Anschließend käme die Wiedereinführung der nationalen Währung (Drachme) in Frage, mit einer zwingenden dramatischen Abwertung gegenüber dem Euro.

Ein Austritt Griechenlands wurde von der deutschen Politik als „undenkbar“ abgeschmettert. Hilfspakete an Griechenland wären „alternativlos“. Nachdem deutsche Steuergelder in Milliardenhöhe dem „Schall und Rauch“ gefolgt sind, wandelt sich die „Meinung“ der Bundesregierung offenbar zu einem „alternativlosen Austritt“ des insolventen Euro-Südstaates.

Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

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