Ende der Eurokrise: Leicht widerlegbare Lüge

Eurokrise-


Unvernunft, Verblendung, Lüge oder Realitätsferne? Diese Gegenfrage müsste sich jeder Politiker und EU-Funktionär gefallen lassen, sofern dieser von einem Ende der Euro-Krise spräche. Der Chef der EU-Kommission Barroso würde bereits im Zugzwang stehen. Zahlreiche Fakten sprechen klar gegen ein Ende der europäischen Krise und belegen lediglich die ausgefeilte Rhetorik der Politik und Medien.

Der einfache objektive Blick verrät die Fakten zur Euro-Krise

Euro Katastrophe
Das Kartenhaus Euro wird zusammen brechen
Bild: Kurt F. Domnik / pixelio.de

Zieht man eine „nüchterne“ Zwischenbilanz wie es um die nackten Zahlen und Fakten innerhalb der Euro-Zone bestellt ist, erscheinen die Worte des EU-Kommission Präsidenten José Manuel Barroso, „die Euro-Krise ist endgültig und unwiderruflich beendet“, wie eine, gelinde gesagt, bewusste Irreführung der Öffentlichkeit. Die Meinung des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) liegt der Ansicht des portugiesischen Chefs der EU-Kommissoin sehr nahe. Er sieht den Scheitelpunkt der Euro Finanzkrise bereits als überwunden, „das Schlimmste liegt bereits hinter uns.“

Gebetsmühlenartige Wiederholungen bringen kein Stück Wahrheit
Verharmlosungen, Verschleierungen und Vernebelungen brauchen nur oft genug wiederholt zu werden und schon treten diese vermeintlichen Erkenntnisse als Wahrheit in das Bewusstsein der Bevölkerung.

Fakt ist: Die Krise innerhalb der Euro-Zone ist kräftig in Bewegung. Nur mit der Richtungsangabe haben die Politiker Deutschlands und der EU offensichtlich ihre Schwierigkeiten. Ein gewährter Hilfskredit hier und ein Schuldenschnitt dort werden als Meilensteine hochgejubelt, die fatalen finanziellen Folgen für Bund und Steuerzahler jedoch unter den Teppich gekehrt und wenn es nicht anders geht, dann wenigstens klein gehalten. Gewinner waren und bleiben stets nur Hedgefonds und (natürlich) die Banken.

Die Medien spielen fleißig mit und verbreiten u.a. die vermeintlich gute Nachricht, dass sich die Krisensituation seit dem Versprechen Mario Draghis, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), die Anleihen der Krisenländer unbegrenzt aufkaufen zu wollen, spürbar beruhigt hätte. Sogar die Target2-Salden der Bundesbank wären auf einem Abwärtstrend und seien zwischen Ende August und Ende Oktober 2012 von 989 Milliarden Euro auf 902 Milliarden Euro gefallen. (Spiegel Online, 09.01.13).
Die Bundesbank gibt den TARGET2-Saldo mit Stand zum 31. Dezember 2012 mit 655.669.743.553,56 Euro an.

Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchener ifo-Instituts, nahm das Thema TARGET2-Forderungen längst in den Fokus seiner Forschungsarbeiten und erwiderte die „frohe Botschaft einer beendeten Euro-Krise“ mit der Feststellung, dass die Risiken keinesfalls gelöst sondern nur verschoben seien.

Das dicke Ende wird noch folgen
Von einer beendeten Euro-Krise kann nur ein Blender oder Fehlgeleiteter sprechen. Griechenland steht nicht nur vor einer finanziellen Zerreißprobe im Staatshaushalt sondern sitzt auf dem Pulverfass dessen Explosion durch die griechische Bevölkerung ausgelöst werden könnte. Die Tendenzen zeigen deutlich auf eine zugrunde gehende Gesellschaft. „Ich fühle wie mein Leben durch meine Hände gleitet“ so Anastasia Karagaitanaki zu Bloomberg. Sie ist ein ehemaliges Model und Inhaberin eines Cafés in Thessaloniki. Die Finanzkrise beraubte sie ihrer Unternehmen und heute besitzt sie lediglich ein Nachtlager neben dem Kühlschrank in der Küche ihrer Mutter. Sie ist abhängig von Essensgaben und Almosen, um sich das notwendige Insulin wegen ihrer Diabetes leisten zu können.

Inzwischen haben Millionen Bürger Europas das meiste oder sogar alles verloren. Kriminalitätsrate und Suizide steigen in den Südländern Europas dramatisch an. Heftige Straßenschlachten werden in regelmäßigen Abständen ausbrechen. Und das ist nur der Anfang.

Die Target2 Entwicklungen der letzten Jahre

target2 Bundesbank

Bild: Jashuah wikimedia – Lizenz: CC

20 Tatsachen die gegen ein Ende der Euro-Krise sprechen

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  • 1: Das produzierende Gewerbe in Deutschland und Frankreich ließ die letzten
    10 Monate in Folge nach
  • 2: Im November 2012 hatte Italien den stärksten Rückgang im Einzelhandelsgewerbe
    innerhalb der letzten 17 Monate
  • 3: Mit einer Arbeitslosenquote von 11,8% erreichte die Eurozone ein Allzeithoch
  • 4: Die Produktivität Spaniens ist seit 20 Monaten ununterbrochen rückgängig
  • 5: Ganze 22 Prozent der irländischen Bevölkerung lebt in Haushalten ohne Erwerbstätige
  • 6: Nach den letzten Schätzungen befinden sich im Kreditumlauf des gesamten
    griechischen Bankensektors rund 20 Prozent faule Kredite
  • 7: Die Arbeitslosenquote Griechenlands ist seit letztem Jahr von 18,9 Prozent
    auf 26 Prozent angestiegen
  • 8: 57,6 Prozent der griechischen Bevölkerung unter 25 Jahren ist ohne Erwerbstätigkeit
  • 9: Die Arbeitslosenquote Spaniens ist auf mehr als 26 Prozent angestiegen
  • 10: Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen in Italien steht mit 37.1 Prozent
    auf einem neuen Allzeithoch
  • 11: Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen in Zypern ist seit 2008
    von weniger als 10 Prozent inzwischen auf 27 Prozent angewachsen
  • 12: Mit 56,5 Prozent arbeitslose Menschen unter 25 Jahren erlebt Spanien
    eine neue Rekordmarke
  • 13: Die Autoindustrie Frankreichs produzierte 2005 rund 3,5 Mio. Fahrzeuge.
    Im Jahr 2012 waren es nur noch rund 2 Mio.
  • 14: Der Umsatz in der Automobilbranche Frankreichs ist im November 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent gesunken
  • 15: Lt. dem Ausschuss des Verbandes der französischen Automobilhersteller
    wurde das Jahr 2012 mit dem schlechtesten Ergebnis seit 1997 abgeschlossen
  • 16: In Griechenland leben inzwischen 36 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsquote.
    Im Jahr 2009 waren es lediglich 20 Prozent
  • 17: Rund 44 Prozent der bulgarischen Bevölkerung sieht sich vor sog.
    „erheblichen materiellen Entbehrungen“ gestellt
  • 18: Die Citigroup prognostiziert mit einer 60%igen Wahrscheinlichkeit,
    dass Griechenland innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate die Euro-Zone verlassen wird
  • 19: Griechenlands Verschuldung bewegt sich nach wie vor aufwärts und steuert auf
    200 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu.
  • 20: Nach Schätzungen stehen in Spanien rund 2 Mio. unverkaufte Häuser leer, obwohl der Durchschnittspreis bereits um rund 70 Prozent unter den Verkaufspreisen von 2006 liegt

Quelle: Zerohedge

Feldversuch in Griechenland?

Werden an Griechenland Messlatten und Waagschalen angelegt, um die erwartete Entwicklung in weiteren Euro-Ländern abschätzen zu können? Denkbar und nachvollziehbar wäre es. Es müsste lediglich ein Multiplikator angesetzt werden, um auch für Italien, Spanien, Frankreich und ggfs. „irgendwann sogar“ Deutschland die richtigen Gegenmittel einsetzen zu können. Letztes Jahr wurde bereits der Einsatz der Bundeswehr im Inneren bei „Ereignissen katastrophaler Ausmaße“ zugelassen. Ein dehnbarer Begriff, der viel Raum für Fantasie belässt.

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