Einkommensverteilung: Deutsche & Franzosen mit „falscher Wahrnehmung“

Armut & Reichtum-


Die Bürger der EU seien „Schwarzmahler“ und ihre „gefühlte Wirklichkeit“ habe mit der Realität nicht sehr viel gemein. Besonders Deutsche und Franzosen sehen die Einkommensverhältnisse in ihren Ländern zu pessimistisch, so eine IW-Studie.

Einkommensverteilung

Die Armen in Deutschland gehören ebenso zur Minderheit wie die Top-Reichen

„Die gefühlte Wirklichkeit“ in Deutschland sei zu pessimistisch

Deutschlands Bürger seien viel pessimistischer zu ihrem sozialen Umfeld eingestellt als die Realität. Die Gräben zwischen der breiten Masse der Armen und einer übersichtlichen Anzahl Reichen sei nur in den Köpfen der Deutschen so tief. Dabei sei die Mittelschicht in Deutschland in Wirklichkeit viel ausgeprägter als die allgemein gepflegte Annahme. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

In Deutschland werde die Breite der Mittelschicht unterschätzt. Mehr als die Hälfte der Deutschen sei davon überzeugt, dass die Unterschiede zum Einkommen zu groß ausgeprägt sind. Der Blick auf die Realität ergebe jedoch ein ganz anderes Bild. Einen noch ausgeprägteren Sinn für die „Ungerechtigkeit im Lande“ haben lt. IW die Franzosen. Hier sei über ein Drittel der Bürger davon überzeugt, dass die Einkommensunterschiede im Land zu groß sind.

Die meisten Europäer haben Abweichungen bei der subjektiven Wahrnehmung

Die Mehrheit der Europäer gehe von einer Einkommens-Pyramide aus, die eine kleine reiche Elite an der Spitze, eine etwas größere Ansammlung in der Mitte und die Mehrheit der geringen Einkommen am Boden beschreibt. Doch die Realität zeige ein Gebilde mit einem „Einkommensbauch“ in der Mitte, und zwar für den Durchschnitt der 24 untersuchten Länder, so der IW.

Lediglich die US-Amerikaner haben bei ihrer Wahrnehmung zu den Einkommensverhältnissen in den USA Verschiebungen in den „zu optimistischen Bereich“. Die meisten US-Bürger gingen von einer viel größeren Mittelschicht aus als tatsächlich vorzufinden sei.

„Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass in politischen Verteilungsdebatten oft nicht die Fakten zählen, sondern die gefühlte Wirklichkeit“, so die Erklärung von IW-Direktor Professor Michael Hüther.

Der IW-Chef sieht daher die jüngsten Debatten um Mütterrente und Mindestlohn eher kritisch. Diese seinen „Gerechtigkeitsdebatten“. „Anstatt ein realistisches Bild zu zeichnen, bestätigen sie die Bevölkerung in ihrer falschen Einschätzung zur Einkommensverteilung“, so Hüther.





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