Einigung zwischen Griechenland und Gläubigern in Sicht

Griechenlandkrise-


Die nächste Tranche aus dem dritten Kreditpaket für Griechenland könnte schon bald freigegeben werden. Zwischen Griechenland und den Gläubigern zeichnet sich eine Einigung ab.

Gläubiger stecken zurück und gewähren Erleichterungen

Euro Krise
Griechenland braucht weitere Milliarden

Die Nachricht über eine unmittelbar bevorstehende Übereinkunft zwischen Athen und den Gläubigern mutet wie der erfolgreiche Abschluss einer weiteren Etappe auf dem langen Weg bis zur letzten Schuldenrate an. Griechenland und die Euro-Partner seien lediglich nur „ein Haaresbreite von einer Einigung entfernt“, so der SPIEGEL (Samstag) unter Berufung auf eines „hochrangigen griechischen Verhandlungsteilnehmers“.

Die Bundesregierung sei demnach bereit, Griechenland noch vor 2018 weitere Erleichterungen bei den Schulden zuzusprechen. Im Gespräch seien Erleichterungen durch Verlängerung der Kreditlaufzeit und „Anpassungen“ bei den Zinsen. Die Bundesregierung hält demnach nicht mehr daran fest, dass Griechenland in den kommenden zehn Jahren jeweils einen Primärüberschuss von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichen müsse.

Damit würden die bisherigen Forderungen der Gläubiger bzw. Gläubiger-Vertreter ad acta gelegt. Athen wolle dafür die sofortige Umsetzung „umstrittener Reformen“ einleiten.

Schuldenerleichterung für zusätzliche Schulden

Griechenland ist ohnehin außer Stande, den bereits angehäuften Schuldenberg abzutragen. Der Überschuss von 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung ist nach der Zerlegung der griechischen Wirtschaft ein Fantasie-Wert und beinhaltet nicht den Zinsanteil der zu leistenden Ratenzahlungen für die bisherigen sogenannten Hilfsgelder.

Das aktuelle Gezerre zwischen Athen und den sich gerne selbst genannten Geldgebern hat lediglich das Ziel, den Weg für die nächste Tranche aus dem dritten Kreditpaket von bis zu 86 Milliarden Euro zu bereiten. Unterm Strich werden Erleichterungen für die alten Kredite gewährt, damit ein zusätzlicher ausgezahlt werden könne.

Zinserleichterungen schlagen sich nicht in der Berechnung der Mindestanforderungen zur Wirtschaftsleistung nieder. Eine Streckung der Rückzahlungszeit beinhaltet nicht den Ausgleich der Inflation und kommt somit einem Schuldenschnitt gleich. Wenn der SPIEGEL betont, dass „Deutschland“ weitere Schuldenerleichterungen schlucken müsse, sind damit eigentlich die Steuerzahler gemeint.


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