Einigten sich Troika und Zypern auf 20% Zwangs-Abgabe?

Zypern Krise-


Zyperns Untergang hat sich um einen Schritt entfernt. Mit einer neuen Variante der erzwungenen Abgabenverteilung auf die Anleger und Sparer könnte die Troika durchaus zufrieden gestimmt werden, denn diese hat lediglich 5,8 Mrd. Euro im Blickpunkt. Das finale Modell aus Nikosia greift erst ab Einlagen ab 100.000,- Euro, dafür aber mit 20%.

Die psychologische Einlagensicherungs-Grenze wurde berücksichtigt

Euro-Dilemma
Egal wie, die Troika will den Preis bezahlt haben

Im großen Poker-Spiel um Zypern wurden nach endlos anmutenden Verhandlungen und Bluffs die Karten offenbar auf den Tisch gelegt. Zyperns Regierung und die Euro-Gruppe einigten sich offenbar auf eine Zwangsabgabe, die besonders die Vermögenden und Reichen in die Verantwortung nehmen soll.

Mit dem finalen Modell wäre das Prinzip, die Anleger für die Rettung der zyprischen Banken gerade stehen zu lassen, beibehalten worden. Ebenso rückte lt. Welt Online (23.03.13) die Troika, bestehend aus der Euro-Gruppe, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF), um keinen Euro von ihren geforderten 5,8 Milliarden Euro ab, die von Zypern als „Eigenleistung“ aufzubringen sind, und zwar in Bar.

Das Gesamtpaket bliebe somit identisch, lediglich würden die Parameter, in welchem Verhältnis die Anleger zu belasten sind, verändert worden sein. Die erste Variante sah eine Zwangsabgabe von 6,75% für alle Kontoguthaben bis 100.000,- Euro und 9,9% für höhere Beträge der zyprischen Sparer vor. Nachdem jedoch der Protest-Sturm über die gesamte Euro-Zone fegte und den verantwortlichen Politikern und „Vordenkern“ offenbar dämmerte, was sie eigentlich für einen nachhaltig schädlichen Unsinn beschlossen hatten, schafften sie Platz für neuen Verhandlungsspielraum, indem es Zypern überließen, wie die knapp 6 Mrd. Euro aufzubringen sind.

Die einzelnen Mitglieder in der Troika nutzten inzwischen die Zeit, um sich gegenseitig die Schuld zuzuweisen. Sollte es sich um einen perfiden Test-Ballon gehandelt haben, dann ging diese Unternehmung lehrbuchmäßig schief.

Neue Belastungsverhältnisse in Zyperns Zwangsabgabe
Die derzeit finale Variante zur „Sonderabgabe“ sieht eine einmalige Belastung sämtlicher Einlagen bei der Bank of Cyprus in Höhe von 20 Prozent für Beträge über 100.000,- Euro vor. Lediglich 4 Prozent müssen entrichtet werden, wenn sich das Konto auf einer anderen Bank Zyperns befindet. Beträge unter 100.000,- Euro sollen unangetastet bleiben. Kunden der bereits zur „Zerschlagung verurteilten“ Laiki Bank mit Einlagen unter 100.000,- Euro sollen ebenfalls ungeschoren davon kommen.

Zypern bliebe somit noch der Sonntag, um die Quelle der von der Euro-Gruppe geforderten 5,8 Milliarden Euro Eigenleistung abzusegnen. Am Montag könnten für die Mittelmeerinsel die Lichter ausgehen, sofern die EZB ihre Drohung, die Notkredite für Zyperns Bankensektor auszusetzen, in Realität umsetzte.

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