Ehem. WestLB Vorstand: Die Eurorettung ist ein einziges Fiasko

Euro-Krise-


Noch bevor für Italien eine Rettungsaktion startet, wird der Euro in einem „großen Knall enden“. Ludwig Poullain, der ehemalige Vorsitzende der WestLB, sieht für den Euro keine Rettungsmöglichkeiten mehr. Die Richtung liefe auf einen finalen Urknall mit einem folgenden Neubeginn hinaus.

Unrettbare Währungsunion wird wie Kartenhaus zusammenfallen

Euro Zusammenbruch
Euro wird wie ein
Kartenhaus zusammenstürzen
Bild: Kurt F. Domnik / pixelio.de

Für den 92-jährigen ehem. Vorstand der WestLB, Ludwig Poullain, steht es fest, „alle bisherigen Hilfsmaßnahmen waren nutzlos, und sie werden es fürderhin sein“. Die Deutsche Wirtschaftsnachrichten (DWN) (Samstag) zitierten Poullain, der im Magazin Cicero ganz offensichtlich mit dem Euro abrechnete. Der ehem. Vorsitzende nannte die Eurorettung als ein einziges Fiasko und hält das geflossene Geld für verloren.

Seiner Ansicht reihen sich neben Griechenland und Portugal auch Spanien und Italien in die Länder mit nur mangelhafter Wettbewerbsfähigkeit ein, „und ganz offensichtlich leidet auch Europas sogenannter Industriestaat Nummer zwei, Frankreich, hieran“, so Poullain.

Mit den Erinnerungen an seine Zeiten als junger Kreditsachbearbeiter bei der Sparkasse vergleicht Poullain die Situation um die derzeitige Schuldenkrise und die beteiligten Euro-Länder. Die Staaten verhielten sich demnach als Schuldner, denn „Kunden mit einwandfreier Bonität pflegten ihre Anliegen artig vorzutragen, während die andere Sorte frech auf ihren vermeintlichen Rechtsanspruch pochte, auch ohne Offenlegung ihrer miesen wirtschaftlichen Verhältnisse jeden Kredit zu erhalten. Heute weiß ich, dass eine solche Haltung für Hochverschuldete, die ihren Zustand selbst herbeigeführt haben, systemimmanent ist“, so der 92-Jährige.

Die D-Mark erhielt ihre Stärke durch verkaufte Qualität
Die schwachen Mitgliedsländer im südeuropäischen Raum wurden statt sich um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Industrie zu kümmern, durch die Gemeinschaftswährung dazu verleitet, die Schuldenstände aufzubauen, dazu zähle in einem gewissen Rahmen auch Frankreich, erklärte Poullain. Es habe eine schleichende Deindustrialisierung in Europa eingesetzt, weil diese Länder ihre Wirtschaften auf die Förderung des Dienstleistungssektors konzentrierten.

Am Ende wird Europa wieder vor der Situation stehen, die bereits 1945 festzustellen gewesen ist. Die harte D-Mark führte die deutsche Industrie durch die Qualität der deutschen Produkte zur Wettbewerbsfähigkeit und nicht über den Verkauf mithilfe von Währungstricks, erklärte der ehem. Vorsitzende.

Das Eurokartenhaus wird in einem Knall enden
Poullain rechnet mit einem Ende des Euro noch bevor es eine Rettungsaktion für Italien geben wird. „Wir werden einen gewaltigen Knall, so etwas wie einen währungspolitischen Urknall erleben, mit dem das Eurokartenhaus in sich zusammenfällt.“, befürchtet Poullain. Er ginge aber davon aus, dass sich in den in Tresoren eingelagerten Überresten noch Verwertbares finden lassen wird, mit dem sich etwas „gesundes Neues gestalten lässt“.

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