Drittes Hilfspaket für Griechenland offenbar schon in Startlöchern

Griechenlandkrise-


Das dritte Hilfspaket für Griechenland scheint schon in den Startlöchern zu stehen. Ein Grexit wäre mit der Vergabe weiterer Milliarden abgewendet, aber akuten Probleme lediglich um rund 3 Jahre in die Zukunft verschoben.

Euro-Schirm

Nun ist die Eurogruppe nach Zustimmung von Troika und Parlament am Zuge

Viel Getöse um ein scheinbar abgekartetes Spiel

Die plötzliche und nur schwer nachvollziehbare Kehrtwende des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras, sowie die langsam einheitlich klingenden Massenmedien, dass es wohl zu einem dritten Hilfspaket kommen werde, lassen den Grexit in die Ferne und weitere Milliarden für Athen in greifbare Nähe rücken. Ein Kredit aus dem Topf des Rettungsschirms ESM sowie eine weitere Finanzspritze vom Internationalen Währungsfonds (IWF) könnten bereits am Montag unter Dach und Fach gebracht werden.

Die Syriza-Regierung lehnte die von der „Institution“ (Troika) vorgelegten Sparmaßnahmen vehement ab und ließen sogar das griechische Volk via Referendem darüber abstimmen. Das Ergebnis war mit über 60 Prozent „Nein“ sehr klar. Anschließend stellte die griechische Regierung beim ESM einen Hilfsantrag und lieferte am Donnerstagabend eine von den Geldgebern angeforderte Aufstellung der Spar- und Reformvorschlägen fristgerecht ab. Das „Athener“ Spar- und Reformpaket weicht offenbar von den geforderten jüngst abgelehnten Maßnahmen der Troika nur geringfügig ab. Am Samstag stimmte das griechische Parlament für das Sparprogramm. Der Bürger muss sich eigentlich ziemlich über den Tisch gezogen fühlen.

Am Freitag signalisierten die Instituion aus IWF, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) positive Signale zu den Spar-Vorschlägen. Nun sind die Euro-Mitgliedsländer an der Reihe, eine Entscheidung zu fällen. Der Grexit scheint so gut wie verhindert und die Milliarden stehen bereits in den Startlöchern. Die jüngst vom Rettungsschirm EFSF offiziell festgestellte Insolvenz Griechenlands interessiert scheinbar überhaupt nicht.

Am Ende steht lediglich ein weiterer Aufschub von weiteren rund 3 Jahren, bis Griechenland voraussichtlich wieder an der Klippe zum Abgrund steht. Der Löwenanteil des geforderten Neu-Kredits wäre bereits für die Bedienung der Alt-Kredite reserviert. Gleichzeitig sorgten die tatsächlich umgesetzten Reform- und Sparmaßnahmen für ein weiteres Abwürgen der Konjunktur. Nach drei „erfolgreich umgesetzten“ Jahren wird Athen einen gehörigen Anteil noch lukrativen Staatseigentums an private Unternehmen verhökert haben.

Im letzten halben Jahr türmte Griechenland über den Erhalt der von der EZB gewährten Notkredite (ELA) einen zusätzlichen Schuldenturm auf. Die vom ESM und IWF in Aussicht gestellten gut 75 Milliarden Euro würden die „ELA-Schulden“ alleine aufgezehrt werden.

Die Endlos-Schleife wird mit der Vergabe eines dritten Kreditprogramms nicht durchtrennt, sondern lediglich an den Anfangspunkt gesetzt werden.

Ein Halten Griechenlands in der Eurozone ist im hohen Interesse der USA. Washington fordert eine fortgesetzte Mitgliedschaft der Hellenen in der Währungsgemeinschaft. Griechenland ist auch ein Mitglied der NATO und für die US-Streitkräfte strategisch sehr wichtig positioniert. Die Sparpläne Athens sehen für die Militärausgaben zwar Kürzungen vor, aber der Umfang kann angesichts des bisherigen Ausgaben und den winkenden Kredit-Milliarden nur als symbolischer Akt gewertet werden.

Es ist verdächtig still um die Ukraine-Krise geworden. Die Blicke der Medien und Öffentlichkeit sind gen Athen, Brüssel und Berlin gerichtet. Genug Gelegenheit, um im scheinbar Verborgenen sehr unpopuläre Maßnahmen im Osten Europas vorzubereiten.





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