Draghis Leitzinssenkung sorgte für weltweites Börsen-Glück

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Die Märkte sind nach einschneidenden Änderungen an den Parametern und Vorgaben mit Reaktionen stets an vorderster Stelle. So sorgte auch die Leitzinssenkung am Donnerstag für einen leicht berauschenden Zustand an den weltweiten Börsen. Als „kleiner Nebeneffekt“ holten sich die Renditen für 10-jährige Bundesanleihen einen neuen Tiefenrekord.

Draghi sorgte erneut für Glücksgefühle an den Börsen

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EZB-Leitzinssenkung pushte die Börsen weltweit

Die Absenkung des „Kredit-Preises“ in der Eurozone durch die EZB ist von den Märkten sichtlich mit Euphorie aufgenommen worden und dies wird nur zu gerne als Antriebsmittel neuer Höhenflüge genutzt. Die Handelsplätze weltweit begannen unmittelbar nach der Verkündung der Leitzinssenkung durch den EZB-Chef Mario Draghi mit erneuten Kletterübungen.

In Fernost konnte der Hongkonger Hang Seng Index um 0,7 Prozent zulegen. Auf der anderen Seite der Erde, an der Wall Street verzeichnete der Dow-Jones Index ein Plus in Höhe von 0,9 Prozent der Standardwerte und setzte die neue Marke von 14.831 Punkten. An der „Heimatbörse“ der EZB, in Frankfurt, legte der Dax um 0,6 Prozent zu und kletterte auf 7.961 Punkte. , wo auch die EZB ihren Sitz

Den völlig umgekehrten Weg beschritt der „Preis“ für ausgegebene Bundesanleihen. Wie auch die EZB den bisherigen Tiefstand des Leitzinssatzes (Hauptrefinanzierungszinssatz) um 0,25 Prozentpunkte unterbot und den Wert von 0,5 Prozent vorgab, rutschten auch die Renditen für deutsche Staatspapiere auf ein neues Rekordtief ab. Im Juli 2012 sanken die Renditen für 10-jährige Bundesanleihen bis auf 1,17 Prozent ab und markierten den bisherigen Tiefststand. Mit der Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank ist das neue Allzeit-Tief auf 1,16 Prozent festgelegt worden. Ein weiteres Absinken der Zinsen für Bundesanleihen könnte die Debatten um rentable private Altersversorgungen wieder verstärkt aufleben lassen.

Ob die Rechnung, dass durch die etwas leichter vermittelbaren Kredite an Verbraucher und Unternehmen wieder mehr Schwung in die Konjunktur eingehaucht wird, aufgeht, wird sich noch zeigen. Gründe für Zweifel sind berechtigt, da der bisherige Niedrig-Leitzins von 0,75 sichtlich sein Ziel verfehlte. Ein kurzer Blick auf die konjunkturellen Daten in Italien, Griechenland, Portugal und Spanien reicht völlig aus, um das völlige Versagen der bisherigen Belebungs-Versuche zu erkennen. Die Arbeitslosenzahlen stiegen unentwegt und trotz Sparprogramme verschuldeten sich die Krisenländer noch weiter. Die Wirtschaft der Länder ist in einer echten Rezession gefangen. Jüngst folgte Zypern und Slowenien dürfte der nächste Kandidat für den Rettungsschirm werden. Im „Hintergrund“ lauern die ungleich größeren Wirtschaften Italien und Frankreich.

Vielmehr sehen einige Verbände aus der Versicherungs- und Finanzbranche auf die Eurozone durch das verbilligte Geld sogar gesteigerte Risiken zukommen.

Sollte den Märkten mit der Leitzinssenkung eine „temporäre Freude“ bereitet werden, so ist zumindest diese Maßnahme geglückt.

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