DIW: Steuererhöhungen sind besser als Sparmaßnahmen

Konjunktur Deutschland-


Die deutschen Staatsschulden würden besser durch erhöhte Steuereinnahmen zu reduzieren sein, statt den Schuldenberg mit Ausgabenkürzungen abzutragen. Der Vorstandsvorsitzende des DIW wünschte sich Steuererhöhungen, um auch in Infrastruktur und Bildungswesen investieren zu können.

Höhere Steuern wären besser als reduzierte Ausgaben

Konjunktur
Zu strenger Sparkurs
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Es ist nur eine Frage der Dosis. Etwas sparen bewirkt Gutes, zu viel davon würgt die Wirtschaft ab. Um dem Konjunkturmotor das Hochlaufen zu erleichtern, muss etwas mehr „Schmiermittel“ hinzugefügt werden. Für einen Staat könnte der Mehrbedarf von Betriebs-Öl durch Erhöhung der Steuern ersetzt werden. Zumindest würde Gert Wagner, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), eine Steuererhöhung befürworten und den Sparkurs der Bundesregierung auf ein moderates Maß begrenzen.

Höhere Einnahmen durch Steuergelder wären notwendig, um auch in die Infrastruktur und in das Bildungswesen investieren zu können, so Wagner zur dapd. Der DIW-Vorsitzende hält es für sinnvoller, die hohe Staatsverschuldung durch Steuererhöhungen statt mit Sparmaßnahmen bzw. Ausgabenkürzungen zu reduzieren.

Die Bundesregierung spare zu viel, so Wagner. In zehn werden aufgrund des höheren Durchschnittsalters der Bevölkerung mehr Gesundheits- und Sozialleistungen notwendig und mit dem derzeitigen Sparkurs wäre die Aufgabe nur sehr schwer zu lösen.

„Keine Panik bei etwas höheren Inflationswerten in Deutschland“
Eine erhöhte Inflationsgefahr für Deutschland sieht der DIW-Vorsitzende derzeit nicht. Eine Inflation könne entstehen, wenn die Reallöhne viel stärker als die Produktivität anstiegen, erklärte Wagner. Dies wäre derzeit aber noch längst nicht der Fall, weder in Deutschland, geschweige im gesamten Euro-Raum. Bisher hätten auch die Rettungsprogramme der Europäischen Zentralbank (EZB) keine Auswirkungen auf die Preise. Darüber hinaus hätte die EZB ausreichend viele Instrumente zur Verfügung, um die Teuerungsrate unter Kontrolle zu halten. Außerdem gäbe es keinen Grund in Panik zu verfallen, falls die Inflation einmal die 2%-Marke übersteigen sollte. Inflationsraten von 3% wären auch für Deutschland denkbar und sollten kein Auslöser für Beunruhigungen sein.

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