DIW: Schädliche Niedrigzinsen seien ein Mythos

Geldsystemkrise –


Das DIW Berlin sieht die Sparwut der Deutschen und die Leistungsbilanzüberschüsse als den hauptsächlichen Grund für niedrige Zinsen. Darüber hinaus sei dies überhaupt kein Problem, da Deutschland ohnehin zu den Gewinnern der EZB-Geldpolitik zählte.

Rentenversorgung

EZB-Geldpolitik sei lt. DIW für Deutsche ein großer Vorteil

Schädliche niedrige Zinsen seien ein Mythos

Keine Zinsen für das auf ein Sparkonto angelegte Geld und höhere Anstrengungen durch noch mehr Sparen für ein ausreichendes Alterseinkommen. Die EZB hat mit ihren Maßnahmen ganze Arbeit geleistet und benachteiligt innerhalb des Euroraumes die deutschen Sparer besonders stark. Mit der Vorstellung, der „kleine deutsche Sparer“ werde durch die Niedrigzinsen und die „böse Geldpolitik der Europäischen Zentralbank enteignet“, handelte es gemäß des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) um eine in unseren Köpfen festgesetzte irrige Volksweisheit. Die Wahrnehmung beschreibe eine Erhöhung der Ungleichheit, bei der die Schwachen noch mehr enteignet und die Starken zu mehr Reichtum verholfen werde. DIW versucht sich in einer Kolumne in ZEIT ONLINE (09.08.19) in der Auflösung des vorherrschenden Mythos des Sparers, welcher sich als Opfer der Geldpolitik und niedriger Zinsen betrachtete.

Demnach ignorierten die EZB-Kritiker gerne die Tatsache, dass 40 Prozent der Deutschen im Erwachsenenalter über gar kein nennenswertes Vermögen verfügten. Der Anteil der Deutschen, die nicht sparen und somit auch nicht für das Alter vorsorgen, sei eines der höchsten in den „entwickelten Volkswirtschaften“. Es sei durchaus möglich, dass auch viele auf das Sparen verzichteten, da die Bundesrepublik ein starker Sozialstaat sei, der im Vergleich zu den meisten anderen westlichen Ländern eine gute Absicherung gewährleistete. Für die meisten derjenigen, die keine Sparanstrengungen durchführten, sei es jedoch völlig egal, ob die Zinsen bei Null oder zehn Prozent liegen, da diese überhaupt nicht in der Lage seien, vom übrig gebliebenen verfügbaren Einkommen noch etwas auf die hohe Kante zu legen.

Es sei ein Fehler, wenn der Blick beim Thema EZB-Geldpolitik automatisch auf die Sparer gerichtet werde. Nach wie vor seien die Deutschen mehrheitlich Erwerbstätige und nicht nur Sparer. Damit seien diese Menschen auf einen sicheren Arbeitsmarkt angewiesen. Die Geldpolitik der EZB habe durch die niedrigen Zinsen „ganz entscheidend dazu beigetragen, dass Unternehmen expandieren und dadurch Menschen einstellen und beschäftigen können“, so DIW-Chef Marcel Fratzscher. Die expansive EZB-Geldpolitik habe in „Europa“ und in Deutschland für viele Millionen Arbeitsplätze gesorgt. Die Zentralbank sorgte dazu für eine gute wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Entscheidend habe die EZB-Geldpolitik zu einem stabilen Euro und auch stabilen Preisen beigetragen. Die Konsumenten profitierten davon.

Niedrige Zinsen ermöglichten dem Staat Einsparungen im Bereich von 45 Milliarden Euro pro Jahr. Dies führte zu einer Entlastung der Steuerzahler und ermöglichte den Staat, mehr Geld für Sozialleistungen zur Verfügung zu haben. Ohne die niedrigen Zinsen wäre die Abschaffung des Solis gar nicht möglich, so Fratzscher. Deutschland gehöre zu den Gewinnern der niedrigen Zinsen und dies werde nicht oft genug betont.

Nicht die EZB-Geldpolitik führte primär zu den niedrigen Zinsen, sondern vielmehr das exzessive Sparen vor allem „von uns Deutschen“. Auch die hohen deutschen Leistungsbilanzüberschüsse führten „zwingendermaßen“ zu sinkenden Zinsen, da dieses Geld nicht ausgegeben, sondern angespart werde. Auch hier gelte die Regel für Güter: „Der Preis des Geldes ist das Resultat von Angebot und Nachfrage“. Dieses Argument müsse eigentlich auch die letzten Zweifler davon überzeugen, dass die Geldpolitik im Interesse aller Deutschen sei, so der DIW-Chef.

DIW hat sich quasi disqualifiziert

Leistungsbilanzüberschüsse münden in sog. Außenvermögen und bilden am anderen Ende die Schulden der importierenden Länder ab. Von angespartem Geld kann keine Rede sein. Im Gegenteil. Rund 20 Prozent gehen aufgrund von Kursverlusten verloren und mit dem „Außenvermögen“ handelt es sich quasi um angeschriebene Außenstände. Wer besonders vom deutschen Außenvermögen profitiert, steht auf einem anderen Papier. Wie der DIW damit auf „Ersparnisse“ kommt, bleibt wohl auf Ewig ein Rätsel.

Die Bezeichnung „stabile Preise“ ist schlicht nur das wiederholte Dogma der EZB. Die Zentralbank spricht von Stabilität, wenn der Euro jährlich knapp 2 Prozent an Wert verliert. Pure Irreführung. Stabilität ist exakt null Abweichung, weder nach oben, noch nach unten.

„Exzessives Sparen“ und Handelsbilanzüberschüsse sind kein neues Phänomen, sondern seit Jahrzehnten vorherrschend. Dies als Grund für fallende Zinsen anzuführen, ist schlicht frech, da darüber hinaus in der Ableitung die massive Geldschwemme der EZB völlig außer Acht gelassen wird. Gleichzeitig findet sich hier ein Widerspruch zur Feststellung, dass rund 40 Prozent der Deutschen über gar kein nennenswertes (angespartes) Vermögen verfügten.

Derlei steile Thesen des DIW finden lediglich in transatlantischen Blättern eine Plattform.

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