DIW-Präsident begrüßt geldpolitische Wende der EZB

Eurokrise –


DIW-Präsident Fratzscher begrüßt mit der Beendigung des Anleihekaufprogramms die gelungene geldpolitische Wende der EZB. Dennoch rechnet er mit der Fortsetzung des expansiven Kurses sowie mit dem Start eines neuen Kreditprogramms im kommenden Sommer.

Fliegende Euro Münzen

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Die EZB ist derzeit noch etwas zu optimistisch eingestellt

Mit dem Ende des Jahres 2018 wird auch die Europäische Zentralbank (EZB) das umstrittene Anleihekaufprogramm beenden. Die Mitgliedsländer und zahlreiche private Institutionen erhielten im Rahmen des Ankaufprogramms einen Geldsegen in Höhe von 2,6 Billionen Euro. Mit der Einstellung des Anleihekaufprogramms sei die EZB an einem historischen Wendepunkt angekommen, so Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e.v. (DIW). Nach seiner Einschätzung handelte die EZB gegen Verwerfungen an den Finanzmärkten mit großem Erfolg und es gelang ihr die Einleitung der geldpolitischen Wende.

Die kürzlich vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) getroffene Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des EZB-Kaufprogramms sei eine Bestätigung für den geldpolitischen Kurs und ein wichtiger Rückenwind. Darüber hinaus sei das Urteil auch gegen die deutschen Euro-Kritiker gerichtet.

Fratzscher rechnet mit einer Fortsetzung der expansiven Geldpolitik durch die EZB auf lange Zeit. Die bisher aufgestellten Prognosen seien von der Notenbank inzwischen korrigiert worden, nun ausgehend davon, dass die „Risiken für eine wirtschaftliche Abkühlung deutlich zugenommen haben.“ Der DIW-Präsident hält es für eine zu optimistische Einschätzung, dass die EZB dazu fähig sei, die Preisstabilität schon bald zu erreichen. Frühestens 2020 werden die Zinsen wieder steigen und im Anschluss nur in sehr kleinen Schritten. Damit die Kredivergaben der Geldinstitute weiter gestützt werden, erwartet Fratzscher für den Sommer 2019 ein neues Kreditprogramm.

Koma-Patient Euro wird als relativ fit verkauft

Mit der Selbstverständlichkeit, wie die prekäre Lage des Eurosystems einfach umschifft wird, soll offenbar ein Normalzustand suggeriert werden. Eine Währung, die über die bisherigen Standard-Instrumente wie den Leitzins hinaus eine Unterstützung mit Billionen-Beträgen benötigt, ist schlicht und einfach tot, bestenfalls ein Koma-Patient. Vielmehr wird das Gewicht sogar in einer höhere Kreditvergabe gelegt. Im Rahmen des vorherrschenden Geldsystems, samt den dafür verlangten Zinsen, die Wurzel allen Übels. Der Aufruf, das Feuer mit Benzin zu löschen.


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