Diskutierte Mythen & Legenden um das Gold in Fort Knox

Goldreserven Fort Knox-


Um die Anlage Fort Knox kreisen die buntesten Geschichten. Berühmtheit erlangte die Hochsicherheitsanlage durch den Klassiker Goldfinger aus der James Bond Reihe. Das Magazin Spiegel fasste das Thema Goldreserven auf und brachte zwischen dem 007-Klassiker und den „Verschwörungstheorien“ eine virtuelle Verbindung.

„Es handelte sich nur um Theorien der „Verschwörer“

Goldbestände
Streit um US-Goldbestände

Das Nachrichtenmagazin Spiegel Online (Sonntag) nahm den echten Filmklassiker „James Bond 007 – Goldfinger“ als Beispiel, um über diverse „Verschwörungstheorien“ bezüglich den in Fort Knox eingelagerten Goldreserven zu spekulieren.

Diverse Theorien bezweifeln den offiziell angegebenen Goldbestand der US-Regierung und halten die Fort Knox Lager für „leere Hallen“. Eine Darstellung dieser „gewagten Theorie“ bezieht sich auf den vermuteten Zusammenhang mit dem ehem. Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, und seiner Verhaftung mit dem Vorwurf der sexuellen Übergriffe auf eine Hotelangestellte. Die Theorie erklärt die tatsächlichen Hintergründe der Verhaftung Strauss-Kahns aufgrund seines Wissens um die ausgeräumten Goldbestände in Fort Knox (Schweizer Magazin).

Spiegel Online hält diese Geschichte mitnichten als plausibel, da für ein geplündertes Fort Knox nicht ein einziger Fakt spräche. Vielmehr hielten sich diese „Mythen“ deshalb so hartnäckig, weil das US-Schatzamt die Geheimhaltungspolitik sehr ernst nähme. Kaum ein Außenstehender hätte seit der Goldlieferung im Jahr 1937 das Innere des Fort Knox Komplexes besichtigen dürfen. Angeblich wäre Harry Truman der letzte US-Präsident gewesen, der einen Blick hinein werfen durfte.

Angeführt wird von Spiegel Online der antisemitische Anwalt Peter Beter, der in der Öffentlichkeit die Behauptung aufstellte, die Familie Rockefeller hätte das Gold aus Fort Knox an Kunden aus Europa billig verkauft. Letztendlich solle sich das US-Schatzamt im Jahr 1974 dazu bewegt gefühlt haben, für mehr Transparenz zu sorgen. Das erste und bis dato auch letzte Mal wurden die Tore für den Zugang von Journalisten geöffnet. Präsentiert wurde jedoch nur eine von insg. 13 Gold-Kammern und die Hinterfragungen, ob es sich tatsächlich um das gelbe Edelmetall handelte oder um Attrappen, ließen nicht lange auf sich warten.

Die Sicherheitsmaßnahmen um die Goldbestände in Fort Knox sollen derart hoch angesiedelt sein, dass es nicht einmal dem zuständigen Schatzamt-Beamten für lange Zeit erlaubt gewesen wäre, das Gold in Augenschein zu nehmen. Über eine einfache Überprüfung der Unversehrtheit der Wachssiegel an den 13 Kammer-Türen wäre es nie hinaus gegangen. Im September 2010 sollen die Schlösser erneuert worden sein. Bei dieser Gelegenheit soll der zuständige Beamte, Eric M. Thorson, einen Blick auf die Goldbestände geworfen haben. „Die Menge des Goldes hätte ihm den Atem geraubt“, soll er berichtet haben.

Eine Verbindung zum Kinoklassiker „Goldfinger“ findet der Spiegel-Bericht aufgrund der eingelagerten Goldmenge und dessen Wert im Weltmarkt und natürlich dem „Schauplatz Fort Knox“. In der 007-Story versuchte „Goldfinger“ das Gold radioaktiv zu verseuchen, statt es in LKW’s abzutransportieren. Der Effekt wäre ein Preisanstieg auf dem Goldmarkt gewesen, der dem „Verbrecher“ aufgrund seines eigenen Goldbesitzes enorme Gewinne eingebracht hätte.

Nutznießer eines tatsächlich ausgeräumten Fort Knox wären die heutigen Krisenländer der Euro-Zone. Ein Verkauf der eigenen Goldreserven würde mit dem enorm angestiegenen Goldpreis die verschuldeten Haushalte sanieren. Verlierer wären die USA selbst. Neben der materiellen Abschreibung würde der Dollar an Vertrauen verlieren und im Kurs eine Talfahrt aufnehmen. Der gesamte Goldbestand der USA wird bei etwas über 8.100 Tonnen beziffert.

Hintergrundinfos zu den Goldreserven in Fort Knox

Fort Knox ist eine Hochsicherheits-Anlage im US-Bundesstaat Kentucky und unterliegt als Stützpunkt der Kontrolle der US-Armee. Neben den offiziell benannten Goldreserven in der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), soll sich in Fort Knox einer der größten Goldlagerstätten der Welt befinden.

Die Anlage Fort Knox fand seinen Ursprung während des US-Bürgerkriegs und wurde im Auftrag des US-Finanzministeriums im Jahr 1936 um das für die Einlagerung von Goldreserven gedachte Gebäudeteil erweitert. „Hochkonjunktur“ erfuhren die Anlieferungen von Gold nach dem Erlass des Goldverbots im Jahr 1933. Der Privatbesitz von Gold (Barren und Münzen) wurde verboten. Die ehemaligen Besitzer mussten ihre privaten Goldbestände an das US-Finanzministerium gegen die Auszahlung von US-Dollar abführen.

Der Unterschied zwischen den Goldbeständen in der Anlage von Fort Knox und der Fed ist der jeweilige Eigentümer. In den Lagern der Federal Reserve befinden sich Goldreserven von überwiegend anderen Ländern, während die Depotbestände in Fort Knox ausschließlich das Eigentum der USA sind. Mit dem Stand August 2011 sollen rund 4.580 Tonnen Feinunzen Gold eingelagert sein.
(Quelle: wikipedia)

Berechtigte Hinterfragung oder Ablenkung von der Fed?

Spiegel Online hat sich mit der Darstellung um die Goldreserven und den zitierten „Verschwörungstheorien“ auf ein echtes Glatteis begeben. Tatsächlich kursieren um das Thema Goldlager Erzählungen in den unterschiedlichsten Variationen. Dennoch fände man in jeder Geschichte zumindest ein Körnchen Wahrheit.

Es gibt nur einen markanten Unterschied zu den tatsächlich oft diskutierten Goldbeständen und der „angeschnittenen Goldfinger-Variante“ um Fort Knox. Denn so oft werden die Goldbestände im „hauseigenen US-Depot“ gar nicht angesprochen. Vielmehr stellte sich die Öffentlichkeit die Frage über das Vorhandensein der Goldlagerungen in der Federal Reserve, New York. Offiziell soll dort auch die Bundesbank erhebliche Gold-Bestände, neben London und Paris, eingelagert haben.

Für die Bundesbank und dem deutschen Steuerzahler sind die tatsächlichen Goldbestände in Fort Knox relativ gleichgültig. Vielmehr zählt das Eigentum der Bundesrepublik und das soll sich zumindest bilanziert in den Lagern der Fed befinden.

In den Goldlagern der Fed könnte mal eine „Besichtigungstour“ deutscher Vertreter unternommen werden, um wenigstens eine plausible Menge an Gold feststellen zu können. Die Bundesbank gibt sich seit Jahren gegenüber Anfragen zu den Goldbeständen im (eigentlich) deutschen Besitz äußerst bedeckt. Eine Kontrolle wurde bis dato für überflüssig gehalten.

Sollte Fort Knox wider aller „Widerlegungen“ tatsächlich leer sein, hätte die enorme Geheimhaltungspolitik der US-Behörden durchaus seinen Sinn. Tatsächlich wäre es aber für Deutschland viel wichtiger zu erfahren, wie es mit den in „Sicherheit gebrachten“ Gold in der Fed bestellt ist.

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