Die radioaktive Gefahr wird durch EU „gebannt“ – Grenzwert Erhöhung

Fukushima Unglück-


Einerseits ein „starkes Stück“, auf der anderen Seite „wie erwartet“. Die EU erhöhte die Grenzwerte für „verträgliche“ radioaktive Belastungen um mehr als das Doppelte. Deutschland hatte es 1987 nach dem Desaster in Tschernobyl geübt und eine Vorlage gegeben (Abschnitt im Bericht).

Radioaktive Strahlen auf die Schnelle entschärft

Hohe radioaktive Belastungen gefährden die Gesundheit und die Umwelt. Das ist unumstritten. Intensitäten der radioaktiven Strahlen deutlich über den natürlichen Anteil hinaus (Hintergrundstrahlung) ist gefährlich.

Dabei ist es noch ein großer Unterschied, ob die Strahlen von der Umwelt auf den Körper einwirken, oder ob diese von innen die Zellstrukturen angreifen. Die Aufnahme von radioaktiv belasteten Nahrungsmitteln ist höchst brisant.

Die EU erkannte die „doppelte Widerstandskraft“ des menschlichen Körpers

Radioaktive Gefahren
Radioaktiv belastete Nahrungsmittel - Gerne das Doppelte
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Tschernobyl war (bis dato) eine größere Katastrophe als bisher die Atomkatastrophe in Fukushima. Wie das Endergebnis aussehen wird, kann niemand vorausahnen. Schon alleine die von Greenpeace geforderte Ausweitung der Sicherheitszone von 20 km auf 40 km Radius ist ein alarmierendes Zeichen.

Verharmlosungen und Rufe nach drastischen Maßnahmen wechseln sich gegenseitig ab. Die Atomkatastrophe in Japan wird u.a. nachträglich als „Wahlkampf-Geplänkel“ herunter gehandelt (aber Wahl entscheidend).

Die volle Wahrheit wird wohl (wie üblich) niemals ans Tageslicht kommen. Dennoch „erkannte“ die EU (wohl Deutschland 1987 als Vorbild) die Robustheit des Menschen und erhöhte kurzerhand die Grenzwerte für Radioaktivität, ohne „Pauken und Trompeten“ selbstverständlich.

Somit gelten durch die neue EU-Verordnung für Lebensmittel „verträgliche“ Belastungen von 1250 Becquerel (statt 600 Becquerel) für Cäsium-134 / -137 und für Milchprodukte wurden sogar 1000 Becquerel eingeräumt statt der bisherigen 370 Becquerel. Ob dies eine Reaktion für die inzwischen schon höher belasteten Nahrungsmitteln aus dem asiatischen Bereich ist, oder eher eine „Präventivmaßnahme“ steht offen.

Ein „Trostpflaster“. Die Erhöhung der Grenzwerte für Radioaktivität soll nur temporär sein, zumindest solange die Krise in Fukushima nicht überstanden ist. Leider steht die Tatsache gegenüber, dass der engere Umkreis von Tschernobyl selbst nach fast 25 Jahren immer noch unbewohnbar ist und von überstandener Krise eigentlich nicht die Rede sein kann.

Noch heute werden pausenlos Maßnahmen getroffen, um die leckgeschlagenen Atommeiler immer wieder auf das Neue abzudichten, so weit dies nur irgendwie möglich ist.

EU Grenzwert Erhöhung radioaktiver Nahrungsmittel – Wer Böses denkt…?

Die ursprünglichen Nachrichten von explodierenden Atommeilern, Kernschmelze und dem vorhergehenden Auslöser durch Erdbeben und Tsunami wurden unlängst durch die Hiobsbotschaften von radioaktiv kontaminiertem Grundwasser sowie massenweises Ergießen von radioaktiv belastetem Wasser ins Meer abgelöst.

Japan gehört zu den Weltführungsmächten der Fisch-Industrie. Es liegt klar auf der Hand, dass nicht nur die japanischen Menschen von den radioaktiv belasteten Fischen und Fischerzeugnissen betroffen sind, sondern auch die Länder die diese Fischprodukte aus dem asiatischen Gebieten importieren.

Dazu gehören auch die Länder der EU. Radioaktive Strahlung kennt keine Grenzen, deshalb ist zu erwarten, dass sich belastete Nahrungsmittel nicht auf Fischerzeugnisse beschränken werden.



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8 Gedanken zu „Die radioaktive Gefahr wird durch EU „gebannt“ – Grenzwert Erhöhung

  • 10. Mai 2011 um 8:53
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    Tja, zumindest war gestern wieder was zu hören über Unregelmäßigkeiten und erhöhten Strahlungsbelastungen in Japan, aber völlig ungefährlich, natürlich. Etwas Geschimpfe wegen der langen Verheimlichung der Atom-Fuzzis dort, aber sonst nix weiter. Was ist aber mit den Lebensmitteln was aus Japan importiert wird, Fisch und der sonstige Rest aus dem Wasser? Hohe Belastung, niedrige Belastung, Essen können, nicht Essen können? Grenzwerte noch immer hoch, oder schon höher? Da bekomme ich auch nicht viel mit. Gruß, Karl.

  • 6. Mai 2011 um 0:50
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    Wie sieht die Lage heute aus? Wer weiß was genaueres? Das Thema Japan, Fukushima, Atomunfall und Tsunami wird wie gewöhnlich von anderen aktuellen Themen abgelöst und so nach und nach wächst Gras drüber. Alles wird automatisch wieder gut und nach 20 Jahren wundern sich dann plötzlich alle woher die vielen Erkrankungen auftauchen. Aber dann hat niemand schuld, es ist dann halt einfach so und an dem damaligen Atomunfall kann’s auch nicht gelegen haben, weil die Strahlenwerte unter den (neuen) Grenzwerte lagen. Grosses Achselzucken.

  • 4. April 2011 um 0:04
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    Wer Böses denkt… ich denke böse. Das ist saubere Verarsche. Was da die EU-Kommission sich erlaubt ist eine Sauerei. Die guten Taten werden an die Öffentlichkeit gebrüllt, was die Lobby wünscht passiert klammheimlich. Die EU-Bürger sehen das gelassen und schlafen, wenn nicht, dann werden die verstrahlten Nahrungsmittel eben einschläfern. Gruß, Karl.

  • 3. April 2011 um 23:46
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    Die Verstrickungen zwischen Tepco und dem Atomkraft-Giganten Frankreich sind ja schon bekannt geworden und Frankreich hat großen Einfluss auf die EU-Regierung. Somit sind weitere politische Verstrickungen und Verknotungen wohl nicht sehr überraschend. Auch wenn nicht alles ans Tageslicht kommt und Vieles vertuscht wird, die offenen Lücken des nicht geschlossenen Kreises können durch etwas eigenem Denken geschlossen werden….

  • 3. April 2011 um 10:09
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    Wem soll man überhaupt noch etwas glauben. Die Regierungen drehen und wenden alles so wie es gerade passend erscheint. Sollte man jemanden afu die Schliche kommen, dann weiß keiner mehr von irgendwas und zur Rechenschaft wird auch keiner gezogen…da reicht oft schon ein „Ehrenwort“ um nichts sagen zu müssen…was jetzt in Japan und EU läuft ist wieder typisch. Irgendwann ist Gras über die Sache gewachsen, keiner kümmert sich mehr darum und die erhöhten Grenzwerte sind selbstverständlich geworden. Wenn das so weiter geht oder noch mehr passiert, dann werden irgendwann Cäsium-Tabletten in den Apotheken verkauft werden dürfen, völlig legal, weil ungefährlich….

  • 2. April 2011 um 15:17
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    Sind die staatlichen Hände wirklich besser als die privat Hand? Alleine wie das Thema hier in Deutschland nur wegen dem Wahlkampf in die Hände genommen wurde…außerdem fängt es schon in der Kommune an, irgendwelche Entscheidungsträger entscheiden etwas und wenn es schief geht, dann wird fast jedes Mal keiner persönlich zur Verantwortung gezogen…das läßt die Hemmschwelle sinken für „Dummheiten“. Meßwerte hin oder her, die Fukushima Katastrophe durch Erdbeben und Tsunami hätte auch die Regierung nicht verhindern können.

  • 2. April 2011 um 15:03
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    Die Frage die ich mir bezüglich der falschen Messwerte von Tepco stelle ist, ob das reine Unfähigkeit oder ob das Absicht ist. Japans Atomgigant Tepco hat in der Vergangenheit immer wieder Pannen vertuscht. Die Strahlen-Messwerte vom Grundwasser in und um das Atomkraftwerk seien teilweise fehlerhaft, teilte die japanische Atomaufsichtsbehörde am Freitag mit. Das Grundwasser sei aber dennoch sehr wahrscheinlich verstrahlt. Ich weiss jetzt wirklich nicht was schlimmer ist, allerdings sollte man eins gelernt haben. Das Betreiben solcher gefährlicher Technik sollte in staatliche Hand gegeben werden und nicht mehr in private Hände.

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