Die EU- Mär eines genesenden Zyperns – Rufe nach weiteren Milliarden

Zypernkrise-


Zypern entwickelt sich langsam zum kleinen Ebenbild Griechenlands. Verbal verbreitete Botschaften über den bereits beschrittenen Weg der Heilung zeugen entweder von verzweifeltem Zweck-Optimismus oder dienen der Verschleierung unangenehmer Tatsachen. Der kleine Euro-Staat im Mittelmeer scheint weiterhin kein Land gewinnen zu können. Weitere Hilfsgelder zur Bankenrettung könnten notwendig werden.

Zypern Banken

Zyperns Banken trocknen durch Kapitalflucht langsam aus

Die Mischung aus Bail-Out und Bail-In brachte nichts ein

Ende August gab sich Zyperns Regierung als sehr zuversichtlich und kündigte an, keine weiteren Gelder aus dem europäischen Hilfsfonds zu benötigen. Das „Gröbste“ sei nun geschafft und eine Insolvenz des Staates sei so gut wie ausgeschlossen. So lauteten die Worte des Präsidenten Anastadiades noch mitten im Hochsommer. Es gebe noch diverse Schwierigkeiten, aber Zypern werde keine weiteren Hilfskredite mehr benötigen. Die von der EU vorgegebenen Ziele werden voraussichtlich erfüllt.

Das bisherige Bankenkonzept erwies sich als eine buchstäbliche Pleite. Die „Insolvenzverwaltung“ in Brüssel ernannte die Steuerzahler der Euroländer sowie die Bankkunden bzw. Sparkunden Zyperns zu den Zahlmeistern. Noch Ende März sinnierte Zyperns Regierung über die Wiederbelebung der Wirtschaft. Aus der allgemeinen Ratlosigkeit wuchs sogar die Idee, aus dem Inselstaat eine Art „Las Vegas des Mittelmeeres“ zu verwandeln. Das Vakuum durch den gevierteilten Bankensektor muss wieder aufgefüllt werden.

„Alles nicht so schlimm“, wenn man die beschwichtigenden Worte des Ministerpräsidenten Zyperns interpretierte. Der Bankensektor scheint auf ein gesundes Maß gestutzt worden zu sein, der Rest „ergibt sich fast von alleine“.

Scheinbar ist jedoch das erstmalig angewandte Rezept der EU, die Sparer und Anleger an der Bankenpleite zu beteiligen, gründlich schief gegangen. Von Erholung der zyprischen Geldhäuser sei nichts zu sehen, die Probleme wachsen sogar noch an, so die Einschätzung der US-Ratingagentur Moody’s. Offensichtlich ist den Bürgern sowie Unternehmen Zyperns die Lust am Geld Anlegen gründlich vergangen. Die Kredithäuser trocknen langsam aus.

Obwohl das von Zypern verabschiedete Gesetz zur Kapitalverkehrskontrolle (wohl mit Nachdruck aus Brüssel) nach wie vor Gültigkeit besitzt, fließt das Kapital überwiegend in eine Richtung, weg von den Banken. Dazu leide der kleine Euro-Staat an einer massiven Rezession. Insolvenzen und steigende Arbeitslosigkeit seien die Folgen, so Moody’s lt. CyprusMail (Donnerstag).

Die Agentur erwartet einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 12 Prozent im Jahr 2013 und weiteren 6,4 Prozent im Jahr 2014. Der inländische Konsum werde noch weiter abfallen, der Immobiliensektor schrumpfen und auch die Finanzdienstleister werden das Geschäftsvolumen verjüngen. Maßgeblich benachteiligt seien die Banken u.a. durch die Einschränkung des bisherigen Offshore-Geschäftsmodell Zyperns.

Moody’s geht von weiteren notwendigen Finanzspritzen für den Bankensektor aus. Die Summe der bisherigen Hilfsgelder für die Bankenrettung müsse voraussichtlich um weitere 1,5 Milliarden Euro aufgestockt werden.

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.